Kirche und Landwirtschaft Hand in Hand
Bischof kommt zum Sebastiani-Bauerntag

BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm, Geschäftsführer Josef Wittmann und stellvertretender Obmann Josef Irlbacher (von links) sehen es als großes Anliegen an, von der Kirche richtig verstanden zu werden. Bild: Amann
Vermischtes
Nabburg
16.12.2015
54
0
 
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer kommt zum Bauerntag nach Nabburg. Archiv-Bild: Götz

Der Bauernverband sucht den Dialog mit der Kirche. Zu seinem nächsten Sebastiani-Bauerntag lud er deshalb Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer als Hauptredner ein. Unterdessen sieht sich die bäuerliche Landwirtschaft in einer angespannten Lage.

Schwandorf/Nabburg. Bei einem Treffen mit den Kreisobmännern und den Kreisbäuerinnen hatte sich der Bischof kurz nach seinem Amtsantritt angeboten, auch mal bei einer Veranstaltung der landwirtschaftlichen Berufsvertretung ans Rednerpult zu treten. Daran erinnerte sich der BBV-Kreisverband gerne, als es an die Organisation des Sebastiani-Bauerntages 2016 ging. Die Verantwortlichen wählten eine neue Variante, indem sie sich entschieden, am Samstag, 16. Januar, weniger die Erwartungen an die Landwirtschaftspolitik, sondern mehr die Beziehungen zwischen Kirche und ländlichem Raum in den Mittelpunkt zu rücken. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer gab die Zusage, bei der Kundgebung im Katholischen Jugendwerk in Nabburg zu einem aktuellen Thema zu sprechen.

Kritik an Misereor


"Es tut gut, wenn die Kirche auf die Sorgen der Bauern eingeht", freut sich BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann auf diese Variante der Fortsetzung der Traditionsveranstaltung. Wie Kreisobmann Johann Wilhelm und dessen Stellvertreter Josef Irlbacher erkennt er daraus einen Ausdruck der Wertschätzung. Zumal es in letzter Zeit doch ein paar Reibungsverluste gegeben habe. Nun biete sich eine gute Gelegenheit, Missverständnisse auszuräumen. Die Funktionäre des Bauernverbandes spielen da in erster Linie auf das kirchliche Hilfswerk Misereor an, das sich ihrer Meinung nach zu sehr auf Natur- und Umweltschutzverbände einlässt. Bei strittigen Themen wie Tierhaltung oder Export werde die Landwirtschaft unreflektiert an den Pranger gestellt. Da fühle sich so mancher Bauer, der nachhaltig für eine intakte Umwelt und so durchaus im Sinne der neuen Enzyklika des Papstes arbeitet, ungerecht behandelt. "Wir haben viele Gemeinsamkeiten mit der Kirche", setzt Wittmann auf Dialog - ganz im Sinne der Gründerväter des Bauernverbands, die eine Orientierung an christlichen Werten als Fundament der Arbeit auf den Höfen sahen.

In den Mühlen der Politik


Für die Landwirte gebe es in der Praxis genug substanzielle Probleme. Kreisobmann Wilhelm denkt da an den Jahresverlauf 2015, der witterungsbedingt Ernteausfälle und niedrige Erzeugerpreise mit sich brachte. Die Landwirtschaft gerate immer mehr in politische Spannungsfelder, so zum Beispiel beim Russland-Embargo, das den Milch- und Fleischabsatz hemmte. Aber auch andere globale Einflüsse würden die Arbeit immer weniger überschaubar machen.

Im Neuen Jahr sieht sich der Bauernverband zunächst durch die geplanten Stromtrassen gefordert. Er will im Raumordnungsverfahren zum Ostbayernring eine fundierte Stellungnahme abgeben, ferner auch die Erdverkabelung der Gleichstrom-Passage kritisch verfolgen. Parallel dazu sehe man sich mit weiteren Reglementierungen konfrontiert. In einem Gespräch mit der NT-Redaktion dachte Wittmann da besonders an die neue Düngeverordnung, die letztlich sogar einen Strukturwandel auslösen könnte. "Wir vermissen oft die Fachlichkeit auf den politischen Entscheidungsebenen, da ist leider zu viel Ideologie im Spiel", bedauert er. Dazu komme ein offenbar "rein deutsches Problem": die Auseinandersetzung mit dem Markt, bedingt durch Preis-Dumping im Lebensmittelhandel. (Hintergrund)
Die Kirche sollte mit uns, nicht über uns sprechen.BBV-Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.