Krankenpflegeverein springt bei finanziellen Engpässen ein
Nicht „Fall“, sondern Mensch

Josef Prifling (Dritter von rechts) gab nach zwölf Jahren sein Amt ab. Neuer Vorsitzender ist Friedrich Namyslo (links). Unser Bild zeigt ihn mit dem neuen Führungsgremium. Bild: bph
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Nabburg
22.02.2016
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Eine Ära geht beim Elisabethenverein zu Ende: Zwölf Jahre stand Josef Prifling beim Krankenpflegeverein an der Spitze. In der Jahreshauptversammlung wurden die Weichen für einen Nachfolger gestellt. Friedrich Namyslo übernimmt das Amt des Vorsitzenden.

"Wir müssen die Menschen fröhlich machen", sagte einst die Heilige Elisabeth von Thüringen. Der Krankenpflegeverein, dessen Patronin sie ist, hat den Nächsten immer im Blick. 1989 nach der Abberufung der letzten Ordensschwester in der ambulanten Krankenpflege der Pfarrei - Schwester Antonia - wurde der Elisabethenverein neu gegründet. In Wirklichkeit aber hat der Verein in der Nachkriegszeit, so Vorsitzender Josef Prifling, die Arbeit der Nonnen unterstützt. "Jetzt arbeiten wir eng mit der Caritas-Sozialstation Nabburg zusammen".

Eine Solidargemeinschaft


"Was bringt eine Mitgliedschaft im Krankenpflegeverein?" Prifling beantwortete die Frage so: "Wir wollen gegen den Zeitgeist nicht die Stoppuhr und die wirtschaftlichen Aspekte der Pflege, sondern den pflegebedürftigen Menschen und sein Umfeld in den Mittelpunkt rücken. Nicht der "Fall", sondern die Person ist Ziel unseres Engagements". Laut Prifling versteht sich der Elisabethenverein als Solidargemeinschaft. Es soll alten, kranken und hilfebedürftigen Menschen die Möglichkeit gegeben werden, im gewohnten familiären und sozialen Umfeld nach ihren Vorstellungen und ihren individuellen Bedürfnissen zu leben und ihre Selbständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Die enge Vernetzung zwischen Pfarrei Sankt Johannes, dem Krankenpflegeverein und der Caritassozialstation Nabburg helfe dabei, die professionellen Dienstleistungen im Pflegebereich mit der Seelsorgen an den Kranken und ihren Angehörigen zu ergänzen. Da oft die Leistungen der Pflegeversicherung nicht für alle Kosten der Pflege ausreichen, springt hier der Elisabethenverein ein und übernimmt die Kosten für nötige zusätzliche Anwendungen.

90 Patienten betreut


Zu einem Großteil fließen die Beiträge in die Unterstützung pflegerischer Leistungen für Mitglieder. Im vergangenen Jahr wurden von der Caritas-Sozialstation 90 Patienten aus dem Gebiet der Pfarrei Nabburg betreut, ließ Schriftführerin Claudia Erl die Versammlung wissen. "Davon sind 47 Personen Mitglieder im Elisabethenverein. Insgesamt haben 300 Personen eine Mitgliedschaft im Verein. "Wir stehen auf gesunden Beinen", gab Kassenführerin Elfriede Jauernig erfreut zu verstehen. Von einem "bewegten Jahr" der Caritas-Sozialstation erzählte stellvertretender Vorsitzender Hannes Lorenz. "Die Loslösung von der Geschäftsführung des Kreisverbandes war nur mit einem enormen finanziellen Aufwand möglich". Durch den neuen Geschäftsführer Gerhard Eilers und die Solidarität der Kirchenstiftungen und Krankenpflegevereine konnte dies jedoch sehr gut und mit einem positiven Bilanzabschluss gestaltet werden.

Von den verschiedenen Aufgabenbereichen sind vor allem die hauswirtschaftlichen Leistungen sehr gewachsen, da durch das Pflegestärkungsgesetz I mehr und mehr Patienten oder Angehörige danach fragen. Umgekehrt ist die Zahl der ausgelieferten "Essen auf Rädern" eingebrochen. Hier muss sich die Station überlegen, ob dieser Dienst weiterhin aufrecht erhalten werden kann.

Durchschnittlich betreut die Station in der Bahnhofstraße rund 180 Patienten pro Monat. Auffallend dabei, dass die Zeit der Pflege sich mehr und mehr auf wenige Wochen beschränkt und oft sehr junge Personen zu versorgen sind.

Als "sehr erfreulich" nennt Lorenz die Tatsache, dass mittlerweile alle Pfarreien im Dekanat Nabburg Mitglieder bei der Sozialstation sind.

NeuwahlenBei der Neuwahl wurde Friedrich Namyslo zum Vorsitzenden gewählt, als Stellvertreter Pfarrer Hannes Lorenz. Schriftführerin ist künftig Regina Bindl. Elfriede Jauernig führt weiter die Kassengeschäfte. Zu Rechnungsprüfern wurden Dionys Ringlstetter und Dieter Hörmann bestimmt.(bph)
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