Millionen für moderne Polizei

In den nächsten Jahren steckt der Freistaat Bayern ungefähr 30 Millionen Euro in den Bereitschaftspolizei-Standort. Im Gespräch mit der NT-Redaktion stellten (von links) Leitender Polizeidirektor Josef Strobl, Polizeiamtsrätin Karin Erhard und Polizeirat Gernot Schötz die Pläne vor. Bilder: Amann (2)
Vermischtes
Nabburg
18.10.2016
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Auf dem Fichtenbühl übernimmt die Bereitschaftspolizei weitere Geländeteile vom Bund, darunter die ehemalige Schießanlage (Bild) des Bundesgrenzschutzes. Hier besteht dann Platz für das zentrale Einsatztrainingszentrum, das mit Millionen-Aufwand gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Oberpfalz aufgebaut wird.

Seminarhäuser, Bürogebäude und Lehrsäle: In den nächsten eineinhalb Jahren investiert die Bereitschaftspolizei an die zehn Millionen Euro in ihre Nabburger Außenstelle. In die Sanierung der Infrastruktur und ein gemeinsames Vorhaben mit dem Polizeipräsidium Oberpfalz fließen mittelfristig weitere 20 Millionen.

In sechs Stufen baut die Polizei ihren Ausbildungsstandort Nabburg weiter aus. Die Pläne dazu präsentierten am Montag der Chef der siebten Bereitschaftspolizei-Abteilung, der Leitende Polizeidirektor Josef Strobl, Außenstellenleiter Gernot Schötz und die Liegenschaftsverwalterin Karin Erhard.

Die erste Maßnahme startet schon am 7. November. Nach dem mittlerweile erfolgten Auszug der Bundespolizei-MKÜ (wir berichteten) macht die Bereitschaftspolizei (Bepo) das Quartier der einstigen BGS-Stabshundertschaft, gleich an der Wache gelegen, wieder zum Bürogebäude. Das Stammpersonal des 3. und des 29. Ausbildungsseminars (AS) bekommt darin seine Räume. Gleich daneben sind die Führungskräfte des 25. AS untergebracht, so dass die Büros nahe zusammen liegen. Das auf rund eine Million Euro veranschlagte Vorhaben wird bis August 2017 abgeschlossen sein. Durch dann mögliche, interne Verlagerungen kann die Bepo Raumnöte lösen, denn sie gewinnt etwa 40 Bettenplätze in den Unterkunftsgebäuden.

Spätestens am 1. September 2018, höchstwahrscheinlich sogar schon ein Jahr früher, kommt ein weiteres Ausbildungsseminar nach Nabburg. Es bringt 160 Beamte in Ausbildung und etwa 30 Stammkräfte mit sich. Für sie muss auch Platz geschaffen werden. Es ist vorgesehen, auf dem 3200 Quadratmeter großen Grundstück eines jetzigen Parkplatzes im Norden des Standortes drei Häuser in Containerbauweise zu erstellen. Sie sollen bis zum 1. September 2017 bezugsfertig sein. Die Kosten sind grob mit fünf bis sieben Millionen Euro kalkuliert.

Wegen der Aufstockung der Ausbildungskapazität braucht der Standort zusätzlich vier neue Lehrsäle. Deshalb erhält das Lehrsaal-Gebäude im Norden einen zweigeschossigen Anbau - Kostenpunkt: eine Million Euro. Die Fertigstellung ist bis 1. März 2018 geplant.

Zu diesen drei Vorhaben kommen mittelfristig weitere drei Vorhaben, für die es noch keine exakten Termine gibt. Die Bayerische Polizei, der jetzt schon 11,2 Hektar des insgesamt 16 Hektar großen Areals auf dem Fichtenbühl gehören, will während des Jahres 2017 vom Bund altenlastenfrei weitere 4,2 Hektar (bisher angemietet) im Nordosten kaufen. Dort werden dann zwei Kfz-Hallen, ein altes Öllager, eine ausgediente ABC-Wartungsstätte und die einstige BGS-Schießbahn abgebrochen. Diese Geländeteile stehen dann auch für die Standard-Ausbildung zur Verfügung - und: für ein weiteres Projekt.

Denn Bereitschaftspolizei und Polizeipräsidium Oberpfalz planen, gemeinsam ein Einsatztrainingszentrum zu errichten. Dort müssen alle Polizeibeamten zweimal im Jahr einen Pflichttag absolvieren. Aufgrund der zentralen Lage Nabburgs in der Oberpfalz bot sich der Standort dazu an; bisher wird dezentral geübt. Der Investitionsbedarf liegt nach ersten Schätzungen bei über zehn Millionen Euro.

Und schließlich stehen für den Standort noch zehn Millionen Euro für Grundsanierungen bereit. Sie werden sukzessive für die Ertüchtigung der Infrastruktur, zum Beispiel Kanal- und Leitungsbau, verwendet.

Unberührt von den Bepo-Plänen bleibt das Technische Hilfswerk. Ihm gehören weiterhin, quasi als Enklave, zwei Hallen und deren Umgriff inmitten des Geländes. (Hintergrund)

Rund 200 Kräfte mehr in Nabburg

Nabburg. (am) Bei der Übernahme des einstigen BGS-Standortes galt es 1998 in Polizeikreisen als zweifelhaft, ob die Polizeischule in Nabburg lange bestehen wird. Inzwischen ist die Außenstelle der siebten Bereitschaftspolizeiabteilung (Sulzbach-Rosenberg) der modernste Ausbildungsstandort der Polizei in Bayern. Die geplanten Vorhaben (Artikel nebenstehend) tragen weiter dazu bei, seine Attraktivität bei Polizeianwärtern zu steigern. Die rein Ausbildungszwecken dienende Abteilung ohne Einsatzkomponente zählt derzeit insgesamt 1308 Beschäftigte, davon 492 in Nabburg. Sie verteilen sich auf sieben Seminare (vier in Sulzbach-Rosenberg, drei in Nabburg). Nach der kommenden Eröffnung eines vierten Seminars wird sich der Personalstand in Nabburg auf 689 erhöhen: 543 Beamte in Ausbildung, 103 Stammbeamte und 43 Tarifkräfte. Interessant dabei: Der Haupt-Standort in Sulzbach-Rosenberg zählt mit 547 Schülern nur unwesentlich mehr als die Außenstelle.

Baustein im Ausbildungskonzept

Nabburg. (am) Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hatte erst im September angekündigt, dass die bayerische Polizei bis zum Jahr 2025 mehr als 11 000 Neueinstellungen plant. Dabei gilt es zu bedenken, dass die Ausbildung jedes Einzelnen rund zweieinhalb Jahre beansprucht, so dass immense Ausbildungskapazitäten vonnöten sein werden. In diesem Konzept für die nächsten zehn Jahre soll der Standort Nabburg, in den bisher schon 22 Millionen Euro flossen, eine wichtige Rolle spielen.

Bekannt für Zuverlässigkeit

Nabburg. (am) "Die Zeitpläne sind sportlich", weiß der Leitende Polizeidirektor Josef Strobl, dass alle anstehenden Bauten terminlich knapp bemessen sind. Dass die Ziele dennoch erreicht werden, daran zweifelt er nicht. Denn dafür werde das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach in bewährter Weise sorgen. Es sei bei der Polizei bayernweit bekannt, dass nirgendwo anders Vorhaben schneller abgewickelt werden. Auch deswegen werde Nabburg das vierte Ausbildungsseminar mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Jahr früher bekommen als es zunächst zugesagt war.

Polizeibericht

Hoher Schaden an Fabrikhalle

Schmidgaden. Eine Sachbeschädigung wurde vermutlich in der Nacht vom letzten Donnerstag auf Freitag an einer erst heuer errichteten Fabrikationshalle im Gewerbegebiet begangen. Ein unbekannter Täter schlug mehrfach mit einem Gegenstand, eventuell einer Hacke, auf der West- und Nordseite gegen die Plattenwand mit lackierter und verzinkter Stahlaußenwand. Zudem hatte er es auf ein in 2,50 Meter Höhe aus der Halle herausgeführtes Edelstahlrohr sowie ein verzinktes Fallrohr der Dachentwässerung abgesehen. Die Verdampfungsanlage im Gebäude ging am Donnerstag um 10 Uhr in Probebetrieb und um 22 Uhr auf Störung. Die Schadenshöhe beläuft sich auf etwa 50 000 Euro. Die Polizei (09433/24040) bittet um sachdienliche Hinweise.
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