„Mit Bedacht wachsen“

Das Freilandmuseum wurde für das erste Unternehmerfrühstück der Raiffeisenbank Naabtal in Nabburg gewählt. Hochkarätige Referenten bestritten das Programm. Im Bild von links: Bereichleiter Holger Riss, Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer, der Schulleiter des landwirtschaftliches Bildungszentrums Triesdorf, Norbert Bleisteiner, Vorstand Bernhard Werner, Stefan Schmidt (Verbundpartner, VR Leasing) und Christoph Dauer. Bild: ohr
Vermischtes
Nabburg
09.11.2016
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Das erste Unternehmerfrühstück für Landwirte der Raiffeisenbank im Naabtal stieß auf starke Resonanz. "Pachtpreise ohne Grenzen" und "Landwirtschaft - quo vadis" als Themenangebot mit hochkarätigem Referenten zeigten Auswirkungen auf die Betriebe und die globalen Herausforderungen der Landwirtschaft auf. Sie sind enorm.

-Neusath. "Der Bereich Landwirtschaft als Wurzel der Raiffeisenbanken liegt uns schon traditionell sehr am Herzen", konstatierte Vorstandsvorsitzender Bernhard Werner im Beisein zahlreicher Landwirte, von Kollegen Christian Seidl, Steuerberater Hans Kreckl und der Beraterteams sowie weiterer Repräsentanten in Führungspositionen im Tagungsraum des Oberpfälzer Freilandmuseum in Neusath. Bewegte Zeiten sind in der Landwirtschaft angebrochen. Mit dem Rückgang von rund 350 000 Betrieben in Bayern im Jahr 1960 auf aktuell knapp 110 000 ist der Strukturwandel voll im Gange. Der Anteil an Pachtflächen je landwirtschaftlichen Betrieb beträgt im Bezug zur gesamten Bewirtschaftungsfläche knapp 50 Prozent "Grund und Boden ist ein wahrer Engpassfaktor geworden", markierte Werner.

Im Freilandmuseum Neusath-Perschen ist die Kulturlandschaft des 18. Jahrhunderts nachgebaut, erinnerte Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer als Hausherrin in ihrem Grußwort und verwies auf das relevante Motto 2017 "Landwirtschaft früher und heute - von der Not zum Überfluss."

Fläche ist knapp


Eine angemessene Ernährung für alle Menschen, die Verteilung der erzeugten Produkte, der steigende Energiebedarf und das Anwachsen der Weltbevölkerung sind kommende Herausforderungen, stellte Norbert Bleisteiner, Schulleiter am landwirtschaftlichen Bildungszentrum Triesdorf, fundiert heraus. Fläche ist ein extrem knapper Faktor. Im sogenannten "Land Grabbing" - Investoren aus Industrieländern sichern sich durch mittelfristige Pacht- und Kaufverträge große Agrarflächen in Entwicklungsländern - ist Afrika das Hauptziel. Getreideproduktion und -Verbrauch steigen weltweit an. Auch die Getreidepreise werden moderat nach oben tendieren. Verschiedene Einflussfaktoren - darunter Baumaßnahmen, Hobbytierhaltung und Lebensmittelverschwendung - bedingen die Flächenverknappung. Zum Beispiel führte die Biogaswelle zu höchsten Pachtpreisen.

Ausführlich zeigte der Referent das Prinzip zur Berechnung des Pachtzinses auf. Feststellbar ist auch ein Trend zu kürzeren Pachtzeiten. "Die Landwirtschaft steht im Fokus der Gesellschaft", unterstrich der Schulleiter. Er thematisierte "Energie und Landwirtschaft" und kritisierte, dass keine Strategie erkennbar sei. Doch "ohne politische Verlässlichkeit gibt es keine Energiewende. Die Landwirtschaft ist im Wandel und erhebliche Kosten sind zu verkraften. Aber die Landwirte sollen nicht nur Forderungen stellen, sondern auch Lösungen anbieten", so sein Resümee.

Stefan Schmidt und Christoph Dauer zeigten alternative Finanzierungsformen in der Landwirtschaft auf. Bereichsleiter Holger Riss appellierte an die landwirtschaftlichen Unternehmer, mit Bedacht zu wachsen. "Der heutige Tag war ein Denkanstoß für die Zukunft."
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