Oberpfälzer Wald im Aufwind
Tourismusregion boomt

Zoiglbier ist für die Einheimischen attraktiv, das Angebot zieht aber auch immer mehr Touristen in den Oberpfälzer Wald. Zwischenzeitlich gibt es nicht nur im Landkreis Neustadt/Waldnaab urige Zoiglstuben, wie hier den "Gloser" in Windischeschenbach. Bild: ui
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Nabburg
19.03.2016
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Kommunalpolitiker und Touristiker aus den Landkreisen Schwandorf, Neustadt/Waldnaab und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden trafen sich zur Besprechung des Tourismusjahres 2016 in Nabburg. Bilder: Hartl (2)

Fast eine Million Übernachtungen in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen verzeichnete die Ferienregion Oberpfälzer Wald im vergangenen Jahr. "Das ist ein Plus von 6,8 Prozent im Vergleich zu 2014", freute sich Landrat Thomas Ebeling, als er Zahlen und neue Vorhaben vorstellte.

Anlass für die erfreuliche Bilanz war eine Sitzung. In Nabburg hatte sich am Donnerstag der Lenkungsausschuss der "Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald" getroffen. Er setzt sich in seinem Kern aus den Landräten beziehungsweise dem Oberbürgermeister der beteiligten Gebiete zusammen - also dem Landkreis Schwandorf, dem Landkreis Neustadt/Waldnaab, dem Landkreis Tirschenreuth und der Stadt Weiden. Alle vier werben national und international auf der gemeinsamen Plattform "Oberpfälzer Wald", die mit vielfältigen Bemühungen als eine touristische Marke mit Wiedererkennungswert etabliert wird.

Umsatz steigt beständig


Dass sich das auszahlt, belegte ein Blick auf den Umsatz im regionalen Tourismus. "Er bringt 234,6 Millionen Euro", berichtete Landrat Ebeling, "das sind 20 Prozent mehr als vor fünf Jahren". Er schlüsselte auch die Übernachtungszahlen 2015 nach den drei Landkreisen und der Stadt Weiden auf. Die meisten Übernachtungen zählte der Landkreis Schwandorf, der unter dem Strich auf 356 344 kam (was einem Plus von fast sieben Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor entspricht); den größten Zuwachs hatte hingegen der Landkreis Tirschenreuth, der knapp zehn Prozent mehr Übernachtungen vorweisen kann. In absoluten Zahlen waren das 307 279.

Nicht ganz so frequentiert ist der Landkreis Neustadt/Waldnaab, der es auf 236 443 Übernachtungen bringt; aber auch er kann mit einem Plus aufwarten, in diesem Fall von 5,7 Prozent. Nur Weiden hatte 2015 mit einem leichten Minus zu kämpfen (-0,2 Prozent). Es rührt daher, dass in der Max-Reger-Stadt ein Hotel zugemacht hat, und zwar das "Hotel Europa". So kam Weiden in der Abrechnung auf 75 700 Übernachtungen.

Zoigl als Topthema


Im Gespräch zeigte sich dann, dass Weiden generell ein Problem hat: Dort fehlen niedrigpreisige Hotels. Denn nicht jeder möchte teuer logieren, wenn er öfter in der Stadt übernachten muss, hieß es. "Wir müssen die Tagestouristen besser umwerben", war sich Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sicher.

Die Region Oberpfälzer Wald ist Teil des größeren Tourismusverbands Ostbayern. Dessen Geschäftsführer Dr. Michael Braun nahm ebenfalls an der Sitzung des Lenkungsausschusses teil. "Wir haben große Zuwächse", konnte er berichten. Der Grund: Wegen der innenpolitischen Unsicherheit vieler beliebter Reiseziele (Ägypten und ähnliche) werde "der Deutschland-Tourismus immer beliebter, die Regionalität ist ein großes Thema".

Reinhold Zapf vom Landratsamt Neustadt/Waldnaab wies in diesem Zusammenhang auf das große Sympathie-Plus der Region hin - es manifestiert sich im Zoigl-Bier, das nicht nur im Landkreis Neustadt Kult-Charakter genießt, sondern zwischenzeitlich auch in den anderen Teilen des Oberpfälzer Waldes für Nachfrage und Umsatz sorgt. Von "Alleinstellungsmerkmal" war die Rede, als das Thema Zoigl angeschnitten wurde. "Zoigl ist oft der Einstieg für Gäste, in die Region zu kommen", versicherte Zapf.

Viele Angelgäste


Für Alexandra Beier, die das Tourismuszentrum Nabburg leitet, in dem die Sitzung stattfand, war das der Moment, auch auf die anderen Vorteile eines Urlaubs im Oberpfälzer Wald hinzuweisen. "Fahrradfahren, Wandern und Kulinarik sind unsere Hauptthemen", ergänzt sie. Zum Beispiel kämen viele Angelgäste in die Region.

Was man gerne noch weiter ausweiten würde, ist die Online-Buchbarkeit der Unterkünfte in der Region. Mit 1300 Betrieben ist nicht ganz die Hälfte aller Anbieter an eine zentrale Internet-Buchungsplattform angebunden, bei Klein- und Kleinstbetrieben hakt es aber oft noch.

Online buchen: Ängste


Dass es hier Schwierigkeiten mit Vermietern gibt, hat manchmal auch psychologische Gründe. Denn man möchte mit künftigen Gästen vorher wenigstens einmal gesprochen oder sonst wie kommuniziert haben, bevor sie ankommen. Das ist bei einer Direktbuchung übers Netz nicht möglich. "Und dann ist plötzlich ein Holländer da", gruselte sich ein Vermieter laut Dr. Michael Braun, der die kleine, amüsante Anekdote berichtete.
Der Tourismus bei uns bringt 234,6 Millionen Euro, das sind 20 Prozent mehr als vor fünf Jahren.Landrat Thomas Ebeling
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