Rabiat unter Alkoholeinfluss: Keine Gnade für 32-Jährige - Täterin muss auf Entzug gehen
Alkohol führt ins Gefängnis

Symbolbild: dpa
Vermischtes
Nabburg
01.03.2016
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Amberg/Nabburg. Wer unter Bewährung steht und einen Anderen mit der Bierflasche angreift, hat von den Gerichten wenig Entgegenkommen zu erwarten. Auch dann, wenn es sich um eine Mutter von zwei Kindern handelt.

Der blutig endende Vorfall spielte sich im vorvergangenen Jahr auf einem Fest in Nabburg ab. Nach heftigem Alkoholgenuss geriet eine damals 31-Jährige mit einem jungen Mann in Streit. Die Auseinandersetzung wurde zunächst verbal ausgetragen. Dann griff die Frau zu einer Bierflasche und zog sie ihrem Kontrahenten über den Kopf. Das Opfer ging mit Platzwunden zu Boden.

Im April 2015 setzte es für diese gefährliche Körperverletzung neun Monate ohne Bewährung vom Schwandorfer Amtsgericht. Schon damals war eine Therapie für die an Alkoholsucht leidende Täterin diskutiert worden. Doch einen solchen Entzug hatte sie schon einmal nach relativ kurzer Zeit abgebrochen.

Die heute 32-Jährige mochte nicht hinter Gitter. Sie legte Berufung ein und kam nun zusammen mit ihrem Amberger Anwalt Wolfgang Hottner zur Dritten Strafkammer des Landgerichts. Der blutige Vorfall wurde noch einmal aufgerollt, und es verdeutlichte sich: Als die Bierflasche dröhnend auf den Kopf des Opfers krachte, standen bei der Verursacherin zwei Bewährungsstrafen offen.

"Eine Therapie ist sinnlos. Dazu besteht kein Wille bei der Angeklagten", sagte Staatsanwalt Holger Vogl und riet der Strafkammer, die Frau für neun Monate in Haft zu nehmen. Anwalt Hottner empfahl, die Entzugsmaßnahme dennoch anzuordnen. Die Richter unter Vorsitz von Gerd Dreßler entsprachen beiden Anträgen. Sie bestätigten das Ersturteil, schickten die junge Mutter aber gleichzeitig in einen längerfristigen Alkoholentzug. Steht sie ihn erfolgreich durch, könnte die 32-Jährige unter Umständen um den Haftaufenthalt herumkommen. Doch fraglich ist dann immer noch, ob womöglich die beiden offenen Bewährungen widerrufen werden.

Als die Angeklagte ging, wurde mit nur einem von ihr geäußerten Satz zwischen Tür und Angel deutlich, dass die Therapie auf tönernen Füßen steht. Sie sagte: "Jetzt trink' ich erst mal eine Halbe."
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