Rettungsaktion für ein Museum

Das ostbayerische Rot-Kreuz-Museum besteht mit Vorläufern seit 17 Jahren. Ihm steht jetzt ein Standortwechsel bevor: Es zieht von der Schwandorfer Straße in Regenstauf (Landkreis Regensburg) nach Nabburg und findet dort im ehemaligen Schwesternwohnheim des Krankenhauses ein neues Domizil. Bilder: Amann (3)
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Nabburg
08.10.2016
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Für Leiter Gerhard Hofbauer ist es wichtig, ein Museum "begreifbar" zu machen. So dürfen die Besucher die Anatomie des menschlichen Körpers im wahrsten Sinne in die Hand nehmen.

Zu Freiland-, Bauern-, Stadt- und Schmidt-Haus-Museum bekommt Nabburg jetzt auch ein Rot-Kreuz-Museum. Es zeigt mit vielen Details und Exponaten, wie sich die Rettungs- und Hilfsorganisation in den Nachkriegsjahren in Bayern entwickelt hat. Der Aufbau läuft bereits.

Der 30. September war der letzte Tag an alter Stelle. Seit 2004 existierte das Rot-Kreuz-Museum im Gebäude der früheren Eckert-Zentralverwaltung in Regenstauf. Dort muss es jetzt weichen. Der gelernte Krankenpfleger und BRK-Rettungsdienstler Gerhard Hofbauer (56), der es federführend eingerichtet hatte, bedauert das freilich. Mit dem Museum, das er als sein "Kind" betrachtet, wäre er gerne in seinem Heimatort im Landkreis Regensburg geblieben. Doch er nimmt die Herausforderung an, das Museum neu zu konzipieren und ihm in Nabburg zu einer neuen Zukunft zu verhelfen. Daran arbeitet er federführend.

Vor allem logistisch hat er mit seinen Helfern jetzt eine Menge an Arbeit vor sich. Das Museum, das sich auf rund 500 Quadratmetern ausbreitet, muss mit allen Szenarien und Ausstellungsstücken abgebaut, in Kisten verpackt, auf voraussichtlich fünf Lkw-Ladungen nach Nabburg verfrachtet und dort wieder aufgebaut werden. Dazu kommt eine Unmenge an Sammlungsgegenständen, die im Laufe von knapp zwei Jahrzehnten zusammengekommen sind und jetzt noch völlig unsortiert in einem Depot schlummern. Sie gilt es, einmal zu katalogisieren und wo möglich in die Ausstellung zu integrieren.

Beim Wiederaufbau möchte Hofbauer seinem Motto treu bleiben: Ein Museum muss begreifbar sein. Er will auf alle Fälle wieder themenbezogene Räumlichkeiten schaffen, die einen Querschnitt der gesamten Rot-Kreuz-Arbeit abbilden: Das Jugendrotkreuz kommt da genauso vor wie Suchdienst, Luft- und Katastrophenschutz, Bergwacht, Wasserwacht, Rettungsdienst oder Krankenversorgung. Auch eine übernommene Polizei-Ausstellung mit alten Uniformen zieht mit um. Auf der Strecke bleiben müssen jedoch ein an Kriegszeiten erinnerndes Zelt mit Verbandplatz und eine Luftschutzbunker-Ausstattung. "Dafür haben wir wahrscheinlich keinen Platz mehr", bedauert Hofbauer ein bisschen.

Auch selber muss er Abstriche machen, wenn das Museum nicht mehr quasi vor seiner Haustüre liegt. Doch daraus soll kein Problem entstehen. Dazu ist Gerhard Hofbauer viel zu sehr Idealist: Beim Übergang in eine neue Ära des Rot-Kreuz-Museums bleibt er an Bord und übernimmt mit großer Zuversicht auch weiterhin dessen Leitung. (Hintergrund)

Von Regenstauf nach Nabburg

Nabburg/Regenstauf. (am) In Bayern gibt es vier Rot-Kreuz-Museen, eines davon in Regenstauf. Seit zwölf Jahren ist die Sammlung, die unter der Regie des BRK-Ehrenamtlichen Gerhard Hofbauer zusammengetragen wurde, in einem Gebäude an der Schwandorfer Straße untergebracht. Dort herrscht großer Sanierungsbedarf, weshalb der Eigentümer den Mietvertrag mit dem Museumsförderverein gekündigt hat. Im Zuge des Erwerbs des früheren Krankenhauses kam dem Schwandorfer BRK-Kreisgeschäftsführer Alfred Braun die Idee, dem Museum ein neues Domizil in Nabburg zu verschaffen. Er leitete es vor seiner Pensionierung maßgeblich mit in die Wege, dass das Rot-Kreuz-Museum nun in das ehemalige Schwesternwohnheim umziehen kann, das neben der einstigen Klinik steht. Dort erhält es drei Etagen: eine für die öffentlich zugängliche Ausstellung, zwei für die Zwecke von Archiv und Depot. Der Umzug läuft bereits, die Eröffnung soll voraussichtlich im Frühjahr 2017 sein. Die Öffnungszeiten des Museums stehen zwar noch nicht fest, aber: "Wahrscheinlich an zwei Sonntagen und zwei Werktagen im Monat", stellte Hofbauer, der auch weiterhin die Betreuung koordiniert, in Aussicht.
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