Ruhestandspfarrer Lobinger feiert 90. Geburtstag

Vor der Stadtpfarrkirche nahm Ruhestandspfarrer Joseph Lobinger auch viele Glückwünsche zu seinem 90. Geburtstag entgegen. Bild: bph
Vermischtes
Nabburg
09.01.2016
86
0

Doppelten Grund zur Freude hatte die Stadtpfarrei am Mittwoch: Festgottesdienst zum Hochfest der Erscheinung des Herrn und 90. Geburtstag von Ruhestandspfarrer Joseph Lobinger. Hinzu kam der Abschluss der Sternsingeraktion. Das alles wurde im Fernsehen live übertragen.

Mit dem Beschriften der inneren Kirchentür durch die Sternsinger und deren Einzug mit der Geistlichkeit in den "Johannesdom" begann der festliche Gottesdienst zu "Epiphanie". Via Fernsehen und Internet konnten Interessierte über Deutschland hinaus das klangvolle "Nun freut Euch ihr Christen" hören und den Gottesdienst mitfeiern.

"Mit Christus ist uns ein Licht aufgegangen, das uns Orientierung gibt", rief Stadtpfarrer Hannes Lorenz der großen Gemeinschaft im Glauben zu. Mit Blick auf die Sterndeuter durfte man selber erfahren: "Sie kamen mit Gaben und gingen als Beschenkte." Jeder, der sich aufmache, um dem Kind in der Krippe zu begegnen, werde von ihm reich beschenkt werden, denn: "Christus will uns Orientierung und Wegbegleitung geben, allem voran seine Liebe."

Dank aus Hohenkemnath


Dem Dank für die Mühen über vier Tage an die Sternsinger folgte der Dank an Ruhestandspfarrer Joseph Lobinger. "Du bist dem Stern ein Leben lang gefolgt, Du bist uns Vorbild." Über sechs Jahrzehnte war der Jubilar am Puls der Menschen, verkündete das Wort Gottes. Dies erfordere Kraft und Ausdauer im Weinberg des Herrn. "Dafür ist Dir 'Deine' Pfarrei Hohenkemnath und auch die Pfarrgemeinde Nabburg dankbar", sagte Lorenz.

Wie beliebt Joseph Lobinger ist, zeigte sich dann beim Empfang im Jugendwerk. "Zum Geburtstag viel Glück" klang es wie aus einem Mund. Die besten Wünsche zum 90. Wiegenfest übermittelten stellvertretend für die beiden Kommunen Bürgermeister Armin Schärtl und Bürgermeister Franz Mädler. Johann Schmaußer tat dies für die Pfarrei Hohenkemnath und Johann Süß für Nabburg. Beide bestätigten dem Jubilar "einen guten Draht nach oben."

Zur Welt kam Joseph Lobinger in Eckendorf. Mit vier Geschwistern wuchs der Sohn vom "Schlossbauern" im elterlichen Hof auf und musste täglich den weiten Schulweg bis nach Perschen zurücklegen. Das humanistische Gymnasium besuchte er in Regensburg, doch musste er im Jahr 1945 noch während der Schulzeit in den Krieg ziehen. Seine glückliche Rückkehr stand unter dem besonderen Segen Gottes, denn das mit 1500 Personen vollbeladene Schiff, mit dem er an die Front zurückkehren sollte, ging unter - und er befand sich unter den 300 Leuten, die gerettet werden konnten. 1948 absolvierte der Jubilar sein Abitur und studierte dann Theologie. Im Jahr 1954 empfing er aus den Händen von Erzbischof Michael Buchberger die Priesterweihe.

Drei Kaplanstellen in Neukirchen bei Hagn, Hunderdorf und Obertraubling ließ er hinter sich, bevor er 1964 seine erste und zugleich auch letzte Pfarrerstelle in Hohenkemnath bei Ursensollen antrat. 45 Jahre lang begleitete Pfarrer Joseph Lobinger Generationen von Gläubigen aus seiner Gemeinde bei Taufen, Erstkommunionen, Hochzeiten und auf dem Weg zur letzten Ruhe.

Sorglos in der Arche


Auch als Religionslehrer an der Hohenkemnather Volksschule und als Amtsträger in den verschiedensten Vereinen stand er seinen Leuten immer mit Rat und Tat zur Seite. Joseph Lobinger hat die neueste Geschichte "seiner" Pfarrei entscheidend mitgeprägt. 1968 wurde die alte Kirche bis auf den Turm abgerissen und im modernen Stil neu gebaut. Im März 1990 konnte er die neue Orgel in der dortigen Pfarrkirche einweihen, darüber hinaus war er verantwortlich für den Neubau des Pfarrheims 2003, wodurch das Pfarr- "Ensemble" Hohenkemnath erst komplett wurde.

Während seiner Amtszeit begleitete ihn als Pfarrhausfrau zunächst seine Schwester Anna, die 1985 tödlich verunglückte, woraufhin ihm dann seine Schwester Maria unter die Arme griff. Nach einer schweren Krankheit genießt der Ruhestandspfarrer nun mittlerweile seit 2009 relativ sorglose Jahre zusammen mit seiner 83-jährigen Schwester Maria, die in der "Arche Noah" gleich im Zimmer gegenüber wohnt.

"Sie haben mich hier wieder aufgepäppelt, und das Personal ist überaus freundlich", erzählte das Geburtstagskind. Ganz zur Ruhe hat sich der Geistliche noch nicht gesetzt. Gerne übernimmt er die wöchentlichen Freitagsmessen oder Gottesdienste an den Feiertagen in der Altenheimkapelle. Zeitung lesen, Fernsehen und das Arbeiten am Computer gehören mit zu seinem abwechslungsreichen Seniorenalltag.
Weitere Beiträge zu den Themen: Kirche (286)Lobinger (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.