Sicherheitsgespräch der Polizei
Straftaten weiter auf Tiefststand

Der Nabburger Polizei-Chef Günther Vierl (Dritter von links) und sein Stellvertreter Stefan Weinberger (Zweiter von rechts) erläuterten den Bürgermeistern Armin Schärtl (links) und Johann Wilhelm (Zweiter von links), stellvertretendem Bürgermeister Markus Schiesl (Dritter von rechts) sowie Verwaltungsleiter Hans Sorgenfrei (rechts) die Sicherheitslage im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft. Bild: Tietz
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Nabburg
08.06.2016
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Mit einer Häufigkeitszahl von 52 Straftaten pro 1000 Einwohner liegt Nabburg im Landkreis relativ weit vorne. Das heißt aber nicht, dass hier viele Menschen wohnen, die es mit dem Gesetz nicht so genau nehmen: Rund ein Viertel aller 315 Straftaten geschah 2015 an einem Ort, der Publikum aus der gesamten Region anzieht.

Jedes Jahr informieren der Leiter der Nabburger Polizeiinspektion (PI), Erster Polizeihauptkommissar Günther Vierl, und sein Stellvertreter Stefan Weinberger die Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft über die Sicherheitslage in Nabburg, Altendorf und Guteneck. Während sich die Zahlen in den verschiedenen Delikten im Vergleich zu 2014 durchaus verschoben haben, so ist die Gesamtzahl an Straftaten in der Stadt Nabburg im vergangenen Jahr exakt gleich geblieben: 315 notierte die Polizei in ihrer Statistik. Die Zahl liegt damit weiter auf dem niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre.

Besonders freute sich PI-Leiter Vierl darüber, dass es weniger Diebstähle (67; 2014: 89) und Sachbeschädigungen (29; 2014: 43) im Vergleich zu 2014 gab. Rückläufig waren auch die Delikte, die dem Bereich der Straßenkriminalität zuzuordnen sind, also einen Bezug zum öffentlichen Raum haben. Diese Zahl lag bei 40 (2014: 78). Eine Steigerung von 13 auf 25 gab es hingegen bei der Gewaltkriminalität. Das hat laut Vierl den Grund, dass darin 13 Fälle von sexueller Nötigung enthalten sind, die auf einen Täter zurückzuführen sind.

Eine Steigerung von 17 auf 29 verzeichneten die Ordnungshüter auch bei den Rauschgiftdelikten. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Drogenproblematik in der Stadt zugenommen hat. Der Grund: Es handelt sich um ein Kontrolldelikt. Wenn die Polizei jemandem auf die Schliche kommt, zieht das oftmals eine Reihe weiterer Fälle nach sich. Keine Rolle spielen in der Kriminalitätsstatistik die Flüchtlinge, die in der Stadt leben. Wenn welche auffällig würden, handle es sich um einzelne, schilderte Vierl und betonte: "Prozentual sind das aber nicht mehr als Einheimische". Für Bürgermeister Armin Schärtl ist das auch ein Verdienst der dezentralen Unterbringung, die das Beste - aber auch das Teuerste - sei.

Hohe Aufklärungsquote


Insgesamt 81 Delikte - rund ein Viertel der gesamten Straftaten in der Stadt Nabburg - ereigneten sich im vergangenen Jahr im Bereich einer Discothek. Hier spielen vor allem Körperverletzungen und Diebstähle eine große Rolle. "Es ist über die Jahre hinweg weniger geworden, spielt aber weiter eine Rolle", beschrieb Vierl die Entwicklung aus polizeilicher Sicht. Noch ein Blick auf die Aufklärungsquote: 71,43 Prozent der Straftaten konnten die Beamten der PI Nabburg aufklären. Im Jahr 2014 lag der Anteil noch bei 57,14 Prozent. "Die gefühlte Sicherheit entspricht in Nabburg der Realität", kommentierte Bürgermeister Schärtl diese Zahlen.

In Altendorf wurden im vergangenen Jahr elf Straftaten registriert. Das ist ein Anstieg um sieben im Vergleich zu 2014. Aber auch dafür gibt es laut PI-Leiter Vierl eine einfache Erklärung: Sämtliche sieben Diebstahlsfälle geschahen während eines Fußballspiels, als sich ein Langfinger aus den Umkleidekabinen Geldbeutel unter den Nagel riss. Neun Straftaten verzeichneten die Polizeibeamten im vergangenen Jahr in Guteneck. Das sind fünf mehr als noch im Jahr 2014. Die Zahl der aufgeklärten Fälle stieg von drei auf sechs.

Mehr Unfälle im AltlandkreisIm Bereich des Altlandkreises Nabburg kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt 1322 Verkehrsunfällen. Das sind 137 mehr als 2014. Dabei wurden 157 (145; in Klammern die Zahl aus dem Jahr 2014) Personen leicht, 43 (47) schwer verletzt. Fünf (1) Menschen verloren auf den Straßen im Bereich des Altlandkreises ihr Leben.

Konstant geblieben ist laut Vierl die Zahl der Unfälle, die auf Alkohol zurückzuführen sind. Sie lag bei 13. Eine signifikante Steigerung von 473 auf 573 gab es hingegen bei den Wildunfällen.

Zu den meisten Unfällen kommt es durch Fehler beim Wenden, Rückwärtsfahren oder Abbiegen. Es folgen zu geringer Sicherheitsabstand sowie nicht angepasste Geschwindigkeit. Alkohol liegt an neunter Stelle. "Das ist eine sehr positive Entwicklung", betonte Vierl angesichts der Tatsache, dass dies lange eine Hauptunfallursache war.
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