Stammzellenspende rettet Anna Molch
Kampf zurück in den Alltag

Anna Molch hat den Krebs besiegt und führt ein "zweites Leben". Ihre Familie, vor allem ihr Mann Dieter, unterstützte sie uneingeschränkt auf ihrem kraftraubenden Weg. Bilder: szl (2)
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Nabburg
13.08.2016
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"Wir hatten Glück im Unglück", beginnt Dieter Molch. Seine Frau Anna, heute 76 Jahre alt, bekam im Dezember 2004 die Diagnose Non-Hodgkin: Lymphknotenkrebs, eine From von Leukämie. Molch bekam das "Urteil", als ihr Mann pensioniert wurde.

Dieter Molch begleitete seine Frau ständig und chauffierte sie zu Untersuchungsterminen oder zur Chemotherapie. Er konnte für sie da sein. Kräftezehrendes Schicksal: Alle drei Wochen musste die Patientin zur Chemotherapie für drei Tage stationär ins Weidener Klinikum. Monatelang. "Meine Tochter ist Krankenschwester in Weiden, das machte es etwas einfacher, so war ich immer gut beraten", denkt die Rentnerin zurück. Der Krebs schien besiegt.

Im Dezember 2005 stellen die Ärzte bei einer Kontrolluntersuchung fest, dass die Leukämie zurück ist. Eine körpereigene Blutstammzelltransfusion in München war der nächste Schritt. Die Therapie blieb erfolglos. "Es war eine Odyssee", erinnert sich ihr Mann Dieter. Die Münchener Ärzte empfahlen eine weitere Chemotherapie. "Wenn schon wieder Chemo, dann zurück nach Weiden", entschied Molch. Durch eine Empfehlung ist die Patientin ans Uniklinikum Regensburg gekommen.

Besonderes Geschenk


Dr. Ernst Holler, behandelnder Arzt und Vorstandsmitglied der Leukämiehilfe Ostbayern, setzte sie auf die Transplantations-Liste für Stammzellenspende. Anna Molch bekam im April 2008 ein besonderes Geschenk: "Genau an meinem Geburtstag war die Transplantation", lacht die heute 76-Jährige. Zu diesem Zeitpunkt war die Spende dringend nötig, "sonst würde ich jetzt nicht hier sitzen", blickt sie zurück.

Belastungsprobe


Doch auch die Zeit nach der rettenden Spende war eine Belastungsprobe für Patientin und Angehörige. Die Lebensumstellung nach der Transplantation ist ein Kampf: Die Mutter und Großmutter nahm stark ab und nahm lange Zeit nicht zu. Sie verbrachte weitere vier Monate in der Klinik. Ihr Zustand blieb wochenlang unverändert. Sie vertrieb sich die Zeit mit Radiohören und Kreuzworträtseln. Ärzte, Pfleger, der soziale-onkologische Dienst und auch die Familie sprachen ihr viel Mut zu. "Sie hatte sehr viel Vertrauen in die Ärzte", das hat auch ihrem Partner Zuversicht gegeben. Die Krankheit seiner Frau belastete ihn sehr. Seit acht Jahren geht es nun wieder bergauf. Die Nabburgerin lebt ihr zweites Leben. Auch ihren Spender durfte sie kennenlernen. Molchs "genetischer Zwilling" fand sich in nur 20 Kilometern Entfernung. 2012 feierte das Ehepaar gemeinsam mit Kindern und Enkelkindern das goldene Hochzeitsjubiläum. "Es ist ein Wunder", sagt Dieter Molch heute.

Es ist ein Wunder.Dieter Molch
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