Toni Lauerer in Nabburg
Alltagssatire in oberpfälzisch

Ein Tisch und ein Stuhl als Requisiten reichte dem Mundarthumoristen Toni Lauerer für sein neues Programm "Eigentlich is wurscht." Mit ganzer Kraft legte sich der Künstler ins Zeug, wenn er die Personen in seinen Geschichten aus dem echten Leben parodierte. Bild: bnr
Vermischtes
Nabburg
26.09.2016
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Zwei unterhaltsame Stunden bot der Mundarthumorist Toni Lauerer seinen über 600 Besuchern in der Nordgauhalle. Mit seinem neuen Programm "Eigentlich is wurscht" traf er voll die Lachnerven eines begeisterten Publikums.

Mit der Feststellung "Ich bin kein normaler Mensch, ich bin Oberpfälzer," gab der Kabarettist die Richtung seines hintergründigen Denkens vor. Bei seinen Geschichten aus dem ganz normalen Leben, ohne Schnickschnack aufs Wesentliche zugeschnitten, blieb kein Auge trocken. Seine deftige Sprache, die manches Mal etwas ordinär klingt, aber niemals beleidigend, findet schnell Zugang zu seinem Publikum. Die Mischung aus trockenem Oberpfälzer Humor, gepaart mit böhmischer Schlitzohrigkeit, wie sie dem in Teilzeit arbeitenden Standesbeamten aus Furth im Wald in die Wiege gelegt worden ist, ist ein Garant für beste Unterhaltung.

Dass er in seinem Programm die Politik völlig außen vor lässt, hat sicherlich keiner vermisst. "Die Inflation an politischem Kabarett, mit seinen immer schlimmer werdenden Auswüchsen, ist sowieso die tägliche Strafe der dritten Fernsehprogramme," beklagte sich der Künstler. Seine liebe Not mit den neuen Netzwerken war für Toni Lauerer Grund, sich darüber besondere Gedanken zu machen. Facebook oder "Fotzenboicherl", wie es der Kabarettist etwas eigenwillig übersetzt, hat auch seine Vorteile. "Plötzlich hatte ich nicht mehr sechs oder sieben Freunde sondern 4735 und davon zwei Drittel weiblich", freute sich der Facebook-Oldie über seine ungeahnte Beliebtheit.

Mit zunehmendem Alter ändern sich auch die beliebten Rituale am Stammtisch. "Aus Prost wird Prostata und statt Schweinshaxe mit Knödel steht nun Salat mit Putenstreifen auf den Tisch." Noch schlimmer ist für Männer über fünfzig eine Darmspiegelung, die meistens von der Ehefrau befohlen wird. Was dabei der Lauerer Toni mitmachte erzählte der Humorist so plastisch, dass man sich selbst bei der Darmspülung am Klo sitzen sah. Ganz zu schweigen vom obligatorischen Fragebogen vor der Untersuchung, der am Verstand zweifeln ließ. Doch auch diese Prozedur fand ihr gutes Ende.

Am Rand des Wahnsinns


Nicht nur die Gesundheitsvorsorge zerrt an den Nerven eines älteren Herren, auch ein Einkauf im Supermarkt kann ihn an den Rand des Wahnsinns bringen. Das beginnt schon bei der Rückgabe von Pfandflaschen, wenn eine vierköpfige Familie aus dem Norden mit 104 Flaschen vor ihm am Automaten steht. Eine Steigerung erlebte er an der Kasse, als eine ältere Dame ihre Rechnung mit Kleingeld bezahlten will. Das kann zur Strafe werden, vor allem wenn die Blase drückt. Zum Abschluss gab Toni Lauerer noch seine Erfahrungen mit einer Bestellung bei "Mac Drive" zum Besten, deren Höhepunkt das Gespräch mit dem Loch in der Wand war.

Nach zwei Stunden geballtem Humors waren bei vielen Besuchern die Lachmuskeln überstrapaziert. Bei Toni Lauerer geht es mit einem Augenzwinkern um das echte Leben und die Einsicht, dass man nicht alles so ernst nehmen muss. Denn "eigentlich is wurscht!"
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