Tracht als Lebensgefühl
Saisonstart im Freilandmuseum

Maria Kurzwart aus Trisching kam in der Tracht ihres Heimatortes, während der Brucker Vereinsvorsitzende Jürgen Hofmann mit einer Privattracht aus dem 19. Jahrhundert aufwartete. Den Kontrast dazu bildeten die Aufnahmen mit der heutigen Dirndlmode. Bilder: rid (2)
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Nabburg
14.03.2016
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"Dirndl, Gwand und Heimatkleid" heißt eine Sonderausstellung zum Thema "Tracht", die bis 30. Oktober im Freilandmuseum Neusath-Perschen zu sehen ist. Daran beteiligen sich acht Museen in der Oberpfalz mit eigenen Beiträgen. "Diese Museumskooperation ist einzigartig in der Oberpfalz", betonte Bezirkstagspräsident Franz Löffler bei der Eröffnung.

Nabburg-Neusath. "Tracht im Blick - die Oberpfalz packt aus", ist der Titel des größten Ausstellungsprojekts in der 30-jährigen Geschichte des Freilandmuseums. Leiterin Dr. Birgit Angerer knüpfte ein Netzwerk aus Bezirksheimatpflegern, Trachtenvereinen, wissenschaftlichen Begleitern und Museumsleitern und entwickelte ein Konzept, das die EU mit Leader-Mitteln förderte.

"Wir haben versucht, den Dress-Code zu knacken und die Bedeutungsvielfalt der Tracht aufzuzeigen", beschreibt Dr. Birgit Angerer die Intention. Die Ergebnisse erscheinen in Kürze im Begleitband zur Ausstellung mit dem Titel "Tracht im Blick". Bezirkstagspräsident Franz Löffler verbindet mit der Tracht "ein Lebensgefühl, das sich Heimat nennt". Immer mehr junge Leute ließen sich davon anstecken und kauften sich "ein Trachtengwand". Dr. Monika Ständecke ist eine ausgewiesene Trachtenexpertin und schuf im Freilandmuseum "ein Labyrinth", das keinen Weg vorschreibe. "Jeder soll sich auf seine Weise dem Thema nähern", betonte die Fachfrau für Kultur- und Textilgeschichte. Früher wollten die Menschen mit dem Leinengwand ihre regionale Zugehörigkeit zum Ausdruck bringen. "Tracht als Mode ist neu", sagt Dr. Monika Ständecke. Die Ausstellung wolle alle Aspekt ablichten, von der Geschichte der Trachtenbewegung über die Herstellung der Gewänder bis zu den Gründen der Renaissance.

Gemeinsame Ausstellung


Die Aussteller schöpften aus dem Fundus des Freilandmuseums Neusath, erhielten Leihgaben von Privatpersonen und ließen sich von Trachtenherstellern unterstützen. Am 12. Mai werden die Kooperationspartner eine gemeinsame Ausstellung im bayerischen Landtag organisieren und damit die überregionale Bedeutung des Projekts herausstellen. Mit der Eröffnung der Ausstellung "Dirndl, Gwand und Heimatkleid" war gleichzeitig der Startschuss für die neue Saison im Freilandmuseum Neusath-Perschen verbunden.

Stephanie Wischert, Managerin der "Lokalen Aktionsgruppe Regionalentwicklung im Landkreis Schwandorf" (LAG), unterstützte die Leader-Förderung für die Ausstellung und "steht" auf Tracht. Zur Ausstellungseröffnung trug sie ein selbst geschneidertes Dirndl. Maria Kurzwart aus Trisching kam in der Tracht ihres Heimatortes, während der Brucker Vereinsvorsitzende Jürgen Hofmann mit einer Privattracht aus dem 19. Jahrhundert aufwartete.
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