Vor 25 Jahren starb Michael Eimer - Wertschätzung auch beim Weihbischof
Mesner mehr als nur ein Job

Stadtpfarrmesner Michael Eimer zeigt unser Archiv-Bild anlässlich der Segnung des Burchardi-Brunnens im Schlosshof.
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Nabburg
01.10.2016
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Zum 25. Mal jährt sich heuer der Todestag zweier Nabburger Persönlichkeiten. Am 18. August wurde bereits des Opernsängers Rudolf Stoll gedacht (wir berichteten). Vor einem Vierteljahrhundert starb auch Michael Eimer, unvergessener Mesner der Stadtpfarrei.

Geboren wurde Eimer am 2. November 1929 im Haus 201 unterhalb des Mähntors - heute Sterzenbachgasse 5. Seine Eltern waren der Stationsgehilfe Georg Eimer und dessen Ehefrau Therese, geb. Götz. Mit der Volksschule fertig, erlernte er das Schreinerhandwerk. Nach der Pensionierung von Josef Lankes, der sich auch als Schneidermeister betätigte, war der Posten des Stadtpfarrmesners frei geworden. Michael Eimer bewarb sich um die vakante Stelle, wurde 1964 von Monsignore Valentin Geier engagiert und bezog mit Ehefrau Marianne das Häuschen hinter der Kirche. Bis 1991 diente er noch den Pfarrern Franz Bubenik, Alfons Rösl und Wolfgang Traßl.

Den zweiten Beruf empfand Michael Eimer nicht als Job wie jeden anderen. Vielmehr spürten die Kirchenbesucher, dass der neue Mesner in seiner eigentlichen Berufung angekommen war. Unvergessen bleiben die würdevolle Erscheinung in Talar und Chorrock und feierlichen Interpretationen der Lesungen und Fürbitten, der liturgische Gesang und das Organisationstalent im Hintergrund. Der handwerklich versierte Amtsinhaber legte größten Wert auf die penible Vorbereitung der Gottesdienste, das perfekte Auftreten der Ministranten und - unterstützt von seiner Ehefrau Marianne - den Schmuck des gotischen Johannesdoms. Die erste Bewährungsprobe bestand er gleich zu Beginn, als Gottfried Rottner am 12. Juli 1964 Primiz feierte und die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils umgesetzt werden mussten.

Bei einem Pastoralbesuch konnte sich auch Weihbischof Karl Flügel von diesem Berufsverständnis überzeugen. Dessen Wertschätzung ging so weit, dass er den Nabburger als Dommesner nach Regensburg abwerben wollte. Michael Eimer fühlte sich geehrt, lehnte aber aus Heimatliebe dankend ab. Wenn der Weihbischof in Nabburg zu tun hatte, besuchte er Michael Eimer regelmäßig in seinem Domizil.

Im Dezember 1980 wurde das barocke Gnadenbild "Maria Hilf" aus der einsam gelegenen Brünnlkirche gestohlen. Sechs Jahre später tauchte es in einer Münchner Kunsthandlung wieder auf. Doch musste es vor Ort identifiziert werden. Mesner Eimer reiste mit Polizeihauptmeister Hans Berger in die Landeshauptstadt und bestätigte die Vermutung. Das stark beschädigte Gemälde wurde anschließend restauriert und sicherheitshalber in der Pfarrkirche neben dem linken Seitenaltar aufgehängt. Nicht nur das Gnadenbild kehrte zurück: Am 8. Juli 1984 wurde eine Reliquie des heiligen Burchard, eines gebürtigen Nabburgers aus dem frühen Mittelalter, im rechten Seitenaltar beigesetzt. Aus Magdeburg war Bischof Braun gekommen, um die feierliche Handlung zu zelebrieren.

Michael Eimer wurde nur 61 Jahre alt. Der hoch geschätzte Stadtpfarrmesner starb am 2. Oktober 1991. Witwe Marianne trat dann noch zehn Jahre in seine Fußstapfen.
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