Vortrag einer Theologin im Jugendwerk
Glaube an Engel überflügelt Glaube an Gott

Theologin Marianne Brandl gab bei einem Vortrag einen umfassenden Einblick in die esoterischen Dimensionen einer neuen Engelreligiösität. Bild: hfz
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Nabburg
08.03.2016
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Die Erfahrung von Engeln haben Menschen in allen Kulturen und Epochen gemacht. Es gibt sie im Umkreis beinahe jeder Religion. 32 Interessierte waren ins Jugendwerk gekommen, um sich von Theologin Marianne Brandl in die Welt der Engel führen zu lassen.

Die Weltanschauungsbeauftragte der Diözese Regensburg gab bei diesem Vortrag einen umfassenden Einblick in die esoterischen Dimensionen einer neuen Engelreligiösität und stellte dieser die Sicht eines biblisch-christlichen Glaubens an Engel gegenüber.

Seit etwa 30 Jahren stellt sie eine zunehmende Offenheit für eine Engelreligiosität fest. Anhand verschiedener Umfragen zeigte die Referentin, dass der Glaube an beschützende Engel den Glauben an Gott und seine menschlich zugewandte Seite in Jesus Christus überflügelt habe. Die Ursache dafür sieht sie in den Anforderungen der Gesellschaft an den Menschen und auch in einer Veränderung des Gottesbildes.

Der Mensch sehne sich nach Nähe, Berührung und Geborgenheit genauso wie nach einer Wiederverzauberung der Welt, nach etwas Transzendentem, das ihn berührt. Diese Bedürfnisse würden aber zunehmend durch die Engelreligiosität abgedeckt, während die Vorstellung von einem personalen Gott immer mehr verschwinde.

Großer Esoterikmarkt


Im Zuge einer Selbstermächtigung versucht sich der Engelgläubige mit transzendenten Energien zu umgeben, die er für seine Zwecke instrumentalisieren kann, um sein Potenzial dadurch ausschöpfen zu können. Dahinter steht der Zwang, sein Leben selbst verantworten zu müssen, wie er in der Gesellschaft ständig an den Menschen herangetragen wird.

Die Referentin verwies darauf, dass sich neben durchaus ernstzunehmenden spirituellen Aspekten ein riesiger wirtschaftlicher Markt entwickelt habe. Dies unterstrich sie mit zahlreichen Beispielen, die sie mitgebracht hatte: von Engelweihrauch, Engelessenzen und Amuletten bis Engel-Tarot-Karten und Ratgeberliteratur, die von den Zuhörern interessiert begutachtet wurden.

Nach kritischen Bemerkungen zu den Gefahren eines Abrutschens in diese esoterische Welt ging Brandl dann auf die christliche Seite der Engel ein. Man findet sie in der Bibel in einer dreifachen Rolle wieder: Engel sind Boten Gottes, Beschützer der Menschen und auch furchterregender Hofstaat am Thron Gottes.

Im Unterschied zur esoterischen Sichtweise stünden Engel im christlichen Sinn in einer engen Verbindung zu Gott, handelten niemals eigenmächtig und schon gar nicht auf Veranlassung der Menschen. Diese Boten Gottes könnten helfen, Gott im Alltag wahrzunehmen.
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