Wasserzweckverband Brudersdorfer Gruppe rechnet mit Zuschuss
Förderung greifbar nahe

Da in Windpaissing ohnehin die Verlegung der Abwasserleitungen läuft, wurde der Wasserleitungsbau hier vorgezogen. Bild: Hartl
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Nabburg
26.02.2016
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Die Bilder zeigten das Ausmaß der maroden Leitungen. Bild: hfz

Der große Geldsegen, der alle Probleme löst, wird es nicht sein, doch immerhin: Wenn die neuen Förderrichtlinien in Kraft treten - voraussichtlich im Frühjahr - kann der Zweckverband zur Wasserversorgung der Brudersdorfer Gruppe mit Zuschüssen für den Wasserleitungsbau rechnen.

Das Netz ist lang und marode. Enorme Kosten müssen auf wenige Grundstücksbesitzer umgelegt werden. Der Bauabschnitt I ist auf 2,8 Millionen Euro veranschlagt. Da eine Straßenbaumaßnahme des Landkreises, die Abwasserversorgung in Windpaissing und die Dorferneuerung in Hohersdorf anstanden, wurde der Leitungsbau an der SAD 27 Passelsdorf-Diepoltshof (162 000 Euro), in Windpaissing und Hohersdorf (463 000 Euro) vorgezogen, berichtete der Verbandsvorsitzende, Bürgermeister Armin Schärtl. Auf Nabburger Terrain werden nächste Woche die Restarbeiten anlaufen. Mitte Mai sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Voraussichtlich kann man 15 000 Euro unter der veranschlagten Summe bleiben.

Warum die Zeit drängte, das Ingenieurbüro Seuß nach der vorliegenden Entwurfs- nun auch mit der Ausführungsplanung für die noch ausstehenden Leitungsabschnitte im Bauabschnitt I zu beauftragen, ergibt sich aus der Fördersituation: Der Zweckverband führte zahlreiche Gespräche mit Umweltministerium, Regierung der Oberpfalz, Abgeordneten und Fachbehörden. Schon seit zwei Jahren steht die Änderung der RZWas - das sind die Förderrichtlinien für Wasser und Abwasser - zur Diskussion. Jetzt ist das Ganze kurz vor der Verabschiedung "in parlamentarischer Bearbeitung", formulierte es Armin Schärtl.

Schwelle erreichen


Der Geschäftsführer des Zweckverbandes, Hans Werner, vertiefte die Förderkulisse. Auf den Zweckverband zugeschnitten sei eine durchschnittliche Beitragsbelastung von 2150 Euro pro Kopf maßgeblich. Hochgerechnet auf die Anwohner ergebe sich eine Summe von rund zwei Millionen Euro. Dieses Volumen muss der Zweckverband investiert haben. Erst ab dieser Schwelle greift die Förderung. Bei 2,8 Millionen Euro Kosten im Bauabschnitt I würde folglich die Differenz von rund 800 000 Euro bezuschusst. Man geht von einem Drittel aus. "Doch das ist derzeit eine Hausnummer", ergänzte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Josef Deichl, mit Blick auf die noch nicht verabschiedete Richtlinie. Die Bezuschussung würde dann auch beim Bauabschnitt II greifen, der mit 2,3 Millionen Euro veranschlagt ist.

Die Förderung bezieht sich auf die Maßnahmen der letzten 20 Jahre und die kommenden fünf Jahre. Werners Fazit: "Wir müssen jetzt investieren, um die Förderschwelle zu erreichen." Zu überdenken sei auch die Kostenumlage für den Bauabschnitt II: Bei einer Finanzierung über den Wasserpreis gebe es keine Förderung.

Verbandsrat Christian Pröls hatte Informationen, dass sich die Förderung nicht nur auf Verbesserungsbeiträge, sondern auch auf die Investitionskosten bezieht. "Wenn das so sein sollte, ist es für uns positiv", betonte Deichl. Wegen der neuen Fördersituation hatte sich der Antrag der beiden Räte Florian Burth und Christian Pröls, den Bauabschnitt II vorzeitig umzusetzen, erledigt.

Keine Zeit verlieren


Um keine Zeit zu verlieren, wurde der Verbandsvorsitzende mit der Vergabe an den günstigsten Bieter beauftragt. Auf Wunsch Florian Burths vorbehaltlich entscheidender Aspekte, die sich noch bei den Förderrichtlinien ergeben könnten. Die nächste Abschlagszahlung soll auf Wunsch Burths "so spät wie möglich" kommen. Die Vorauszahlungsbescheide werden zwischen September und November verschickt. Die Zuschüsse würden dann bei der dritten Rate eingerechnet. (Hintergrund)

Die nächsten LeitungsabschnitteBei der Verlegung der Asbestzementrohre in den 60er Jahren hat der Zweckverband "die A-Karte gezogen", so Norbert Winter vom Ingenieurbüro Seuß. Die Rohre seien damals nicht eingesandet worden, halten dem Druck nicht stand. Wie marode die Leitungen sind, dokumentierte er mit Bildern. Rohrbrüche und Lecks verursachen hohe Wasserverluste. Angesichts eines "jährlichen Invests von 40 000 bis 50 000 Euro" bestehe Handlungsbedarf.

Bei der künftigen Planung dominieren die Aspekte Druckverhältnisse, Feuerschutz und Versorgungssicherheit. Ringschlüsse, Schieberkreuze - alles müsse zeitgemäß umgerüstet werden. In Rottendorf wurden ganze Straßenzüge bei Rohrbrüchen unterschwemmt. Hier hat das Planungsbüro den Status Quo festgestellt, um bei den Kosten für den Straßenbau sagen zu können, wo Rohrbrüche ursächlich waren. In diesen Fällen muss der Zweckverband auch für die Straßenreparaturen aufkommen.

Norbert Winter nannte die nächsten Sanierungsschritte: Obersteinbach, Fraunberg, Ragenhof, Passelsdorf, die Zuleitung Kadermühle, Inzendorf mit Kreisstraße bis Hohersdorf und der Innerortsbereich Rottendorf, ebenso der Bau der Abgabeschächte zur Druckreduzierung.

Verbandsrat Christian Pröls stand den Schadensbildern skeptisch gegenüber, sprach davon, dass ein Teerbrocken nachträglich verrückt worden sei, um das gewünschte Bild zu bekommen. Hans Werner wies diese "Unterstellung" vehement zurück. (cv)


Widersprüche"Was passiert, wenn Widersprüche greifen?", wollte Florian Burth wissen. Rund 60 wurden nichtöffentlich behandelt. Der Zweckverband geht davon aus, "dass die Beschlüsse halten", so Armin Schärtl. Rein theoretisch: Wenn dem nicht so wäre und es zu einer neuen Satzung und Neukalkulation käme, würden die bereits gezahlten Abschläge gegengerechnet. (cv)
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