Weitere Untersuchungen nötig
Wolf auf der Autobahn getötet?

Ein Wolf - hier ein Symbolbild - durchstreifte möglicherweise den Landkreis Schwandorf und wurde bei einem Unfall auf der Autobahn getötet. Weitere Untersuchungen sollen endgültige Klarheit bringen. Bild: dpa
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Nabburg
27.05.2016
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Nabburg/Schwarzenfeld. Bei einem Verkehrsunfall auf der A 93 wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag möglicherweise ein Wolf getötet. Eine Untersuchung des Kadavers soll endgültige Klarheit darüber bringen, ob wirklich eines dieser in der Region eigentlich nicht beheimateten Raubtiere durch den Landkreis Schwandorf gezogen war.

Ein Autofahrer meldete laut Stefan Hartl, Sprecher des Polizeipräsidiums in Regensburg, am Mittwoch gegen 23.20 Uhr auf der Autobahn zwischen Nabburg und Schwarzenfeld eine Kollision mit einem "Wildschwein". Die Beamten der Autobahnpolizeiinspektion Schwandorf, die den Unfall aufnahmen, hegten aber schnell einen anderen Verdacht: "Es wurde ein Tier gesehen, bei dem es sich augenscheinlich um einen Wolf handelt", schilderte der Polizeisprecher auf Nachfrage des NT. Um das aber mit Sicherheit sagen zu können, sind weitere Untersuchungen nötig. Es könnte laut Hartl auch sein, dass es sich bei dem getöteten Tier um einen Hund handelt, der einem Wolf nur sehr ähnlich sieht.

Die weitere Koordination hat das Bayerische Landesamt für Umwelt mit Sitz in Augsburg übernommen. Wie eine Sprecherin der Behörde gestern auf NT-Anfrage sagte, lasse sich weder ausschließen noch bestätigen, dass es sich bei dem getöteten Tier um einen Wolf gehandelt hat. Im Laufe der nächsten Woche sollen genetische Untersuchungen schließlich sichere Erkenntnisse bringen. Die Sprecherin geht davon aus, dass es sich - falls es ein Wolf ist - um ein durchziehendes Tier gehandelt hat. In Bayern gebe es immer wieder Einzeltiere, die durch den Freistaat wandern. Sie stammen vermutlich aus den Wolfs-Populationen in den Alpen, aus West-Polen oder Ost-Deutschland. "Vor allem junge Rüden wandern auf der Suche nach einem eigenen Territorium sehr weite Strecken", teilt das Landesamt dazu auf seiner Homepage mit.

Dass in Bayern Wölfe gesichtet werden, ist gar nicht so selten. In diesem Jahr gab es bereits fünf Fälle. Das geht aus Nachweisen, die die Behörde im Internet veröffentlicht hat, hervor. Zwei davon stammen aus dem Landkreis Nürnberger-Land und je einer aus den Kreisen Starnberg, Regen sowie Freyung-Grafenau. Im Nachbarlandkreis Cham wurde im vergangenen September ein einzelner Wolf nachgewiesen.

Zum Ergebnis der Untersuchung
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