Wie die Pfarrgemeinde Nabburg Ostern, „das Fest des Lebens“ feiert
Jesu tilgt am Kreuz den Schuldschein der Menschen

Am Ende der Feier wurde das Allerheiligste in den Westchor der Kirche übertragen. Die ganze Nacht über war die Kirche zum Verweilen und Gebet am "Heiligen Grab" geöffnet. Bild: bph
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Nabburg
29.03.2016
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"Der Herr ist auferstanden - er ist wahrhaftig auferstanden. Der Osterruf der biblischen Urgemeinde hallt ungebrochen in die heutige Welt. Er lässt sich von Schreckensmeldungen und persönlichen Schicksalsschlägen nicht aufhalten, sondern nimmt uns mit hinein in eine Hoffnung, die größer ist als aller Schrecken", betonte Stadtpfarrer Hannes Lorenz. In diesem umfassenden Sinn sei Ostern das Fest des Lebens, die klare Antwort Gottes auf die Angst vor Tod und Verderben.

Ein gelebtes Zeugnis österlicher Botschaft legten die Gläubigen der Pfarrei Sankt Johannes der Täufer während der großen Feierlichkeiten ab, die von Gründonnerstag bis zum Ostersonntag dauerten. An "der Stelle der Apostel", die damals im Abendmahlssaal ihre erste Kommunion gefeiert haben, wurde den Erstkommunionkindern am Gründonnerstag von Pfarrer Hannes Lorenz die Füße gewaschen. Am Ende der Feier begleitete die Gemeinde den Herrn "in den Ölberg". Das Allerheiligste wurde in den Westchor übertragen, der Tabernakel blieb sperrangelweit offen - Zeichen dafür, dass der Gottessohn den Menschen ausgeliefert ist.

Die Karfreitagsliturgie begann zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr in absoluter Stille. Die "Prostratio", das ausgestreckt vor dem Altar liegen, zeigte die Ehrfurcht und Demut vor Gott, dessen Sohn den Tod auf sich nahm, um die Menschen aus Sünde und Tod zu retten. Der lange Wortgottesdienst erzählt vom leidenden "Gottesknecht", der am Kreuz den "Schuldschein" der Menschen getilgt hat.

Nach dem Ruf "Christus ist wahrhaft auferstanden vom Tod, sein Licht erleuchtet das Dunkel der Herzen" wurde die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen. In der Predigt ging Pfarrer Lorenz auf das Licht der Auferstehung ein: "Es leuchtet nur jenen, die es vermissen." Der auferweckte Christus offenbare sich denen, die ihn suchen und die etwas von diesem unbegreiflichen neuen Leben begreifen wollen. Wem aber dieses Licht leuchte, den will es ganz ergreifen und verwandeln, "nicht nur ein bisschen für das Osterfrühstück." Deshalb sollte der Mensch nun selbst zum Licht werden.

Die Osternachtfeier wurde feierlich mitgestaltet durch den Kirchenchor unter Leitung von Jonathan Brell mit östlichen Chorstücken und eine große Schar Ministranten. Den frostigen Morgentemperaturen trotzte auch die Jugendblaskapelle und brachte sich zum Ausklang mit festlichen Orchesterklängen in die Feier ein.

Beim anschließenden Standkonzert in aufgehender Sonne wünschten Kaplan Christian Blank und Pfarrer Hannes Lorenz den zahlreichen Gottesdienstbesuchern an den Kirchenausgängen persönlich ein frohes und gesegnetes Osterfest.
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