Zeichen setzen gegen Rassismus

Bürgermeister Armin Schärtl besuchte mit den Jugendlichen die Stolpersteine. Anschließend legten die Schülersprecher Kerstin Blödt, Enya Irlbacher, Tobias Schwarzenberger mit weiteren Mitschülern weiße Rosen nieder und zündeten Kerzen des Gedenkens an. Bild: hfz
Vermischtes
Nabburg
19.11.2016
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Prominenten Besuch bekam die Naabtal-Realschule während ihrer Anti-Rassismus-Woche. Zum Programm gehörte es auch, sich die Bedeutung der Stolpersteine in der Altstadt vor Augen zu führen.

Der Film "Schindlers Liste" eröffnete die Gedenkwoche an der Naabtal-Realschule. Mit diesem filmischen Dokument hat der amerikanische Regisseur Steven Spielberg 1993 Oskar Schindler weltweit ein Denkmal gesetzt. Während des Zweiten Weltkrieges retteten Schindler und seine Frau Emilie gemeinsam ungefähr 1200 Juden vor der Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialisten.

Steine in 18 Nationen


Dies war der Auftakt für den Besuch von Professor Erika Rosenberg, die bereits zum wiederholten Male an die Naabtal-Realschule kam. Sie ist eine profunde Kennerin und Biographin der Familie Schindler. Darüber hinaus war sie auch noch eng mit Emilie Schindler befreundet. In der gemeinsamen Zeit, die sie in Buenos Aires miteinander verbrachten, recherchierte Rosenberg zusammen mit Emilie Schindler diese faszinierende Begebenheit. Schnell erkannte Erika Rosenberg, dass Emilie Schindler in der Geschichtsschreibung zu wenig Beachtung gefunden hatte, und zeigte die Rolle der Ehefrau von Oskar Schindler in ihrem Buch "Ich, Emilie Schindler, Erinnerungen einer Unbeugsamen" auf.

Die Schülersprecher gingen zusammen mit der Referentin und ihrem Mann, dem Vertreter der Schulleitung Thomas Spörer und ihren Lehrern Gerda Bayer und Bernd Schöttl zu den Stolpersteinen in Nabburg. Dort wird die Erinnerung an deportierte und ermordete Mitglieder der jüdischen Familien Baum, Wilmersdörfer und Bruckmann wach gehalten. Die Stolpersteine, sind in Beton gegossene Gedenktafeln, die vom Künstler Gunter Demnig entworfen wurden.

Auf die Messingoberfläche wird der Name des Toten, sein Geburtsdatum und das Datum seiner Deportation und Ermordung eingraviert, ehe der Stein ins Trottoir eingelassen wird. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden. Mittlerweile befinden sich rund 45 000 Steine nicht nur in Deutschland, sondern auch in 17 weiteren europäischen Ländern.

Nie wieder


In den darauffolgenden Tagen besuchten die zehnten Klassen auch noch das ehemalige Konzentrationslager in Flossenbürg, in dem etwa 30 000 Menschen ihr Leben lassen mussten, darunter auch der allseits bekannte Dietrich Bonhoeffer.

All dies zeigte den jungen Menschen die Auswirkungen von menschenverachtendem Hass, der seinen Ursprung in unbegründeten Vorurteilen und damit einhergehender Intoleranz gegenüber Minderheiten hat. Die Aktualität ist gerade heutzutage gegeben und macht den hohen Stellenwert von einem Leben in Demokratie und persönlicher Freiheit bewusst.

"So etwas darf nie wieder geschehen" - waren sich die Jugendlichen einig. An dieses schreckliche Kapitel der deutschen Geschichte sollte deshalb weiterhin erinnert werden.
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