Zunehmende Probleme für bäuerliche Landwirtschaft

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer trug sich am Ende des Sebastiani-Bauerntags ins Goldene Buch der Stadt ein.
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Nabburg
18.01.2016
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Die Bauern sehen sich in einer politischen Gemengelage, die ihnen die Luft wegnimmt. Welche Faktoren da eine Rolle spielen, verdeutlichte BBV-Kreisobmann Johann Wilhelm beim Bauerntag.

Der Obmann zeigte sich zu Beginn der Veranstaltung im Jugendwerk überwältigt: "So etwas Ergreifendes wie heute werde ich wahrscheinlich nicht mehr erleben", freute er sich über den Verlauf des voraus gegangenen Festgottesdienstes mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in der vollen Pfarrkirche.

Der damalige BBV-Kreisverband Nabburg führte nach dem Zweiten Weltkrieg den Bauerntag, dessen Anfänge schon bis ins Jahr 1920 zurückreichen, ab 1946 fort. Somit war an diesem Samstag ein Jubiläum angesagt: der 70. Bauerntag in Folge. Er dient gewöhnlich auch dazu, auf die aktuelle Landwirtschaftspolitik einzugehen. Diese Rolle übernahm Obmann Johann Wilhelm vor der Rede des Bischofs.

Immer mehr Auflagen


Er stellte fest: "Unsere Landwirte müssen sich mit zunehmenden Forderungen nach mehr Tierwohl und weiteren Auflagen in der Bewirtschaftung auseinandersetzen." Wie die bäuerlichen Familienbetriebe angesichts des wachsenden Preisdrucks damit zurechtkommen, scheine jenen, die das alles fordern, egal zu sein. Man sehe die Landwirtschaft als Problem, verlange von ihr aber Problemlösungen im Hinblick auf ausreichende Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit Lebensmitteln, den Klimawandel und den fortschreitenden Rückgang von landwirtschaftlicher Nutzfläche. Die Standards und Vorschriften in der Lebensmittelproduktion seien in Deutschland weltweit mit am höchsten. Trotzdem gebe es nirgends so große Diskussionen um die Nahrungsmittelqualität wie in Deutschland. "Die Widersprüche nehmen zu, Zusammenhänge will man nicht sehen und die eigene Verantwortung nicht wahrhaben", kritisierte er. Daraus resultierten Überforderung, Verunsicherung und Resignation unter den Bauern.

Herausragende Leistung


Der BBV nutzte das Treffen, um eine herausragende Leistung zu würdigen. Obmann Johann Wilhelm, Kreisbäuerin Barbara Hanauer und Geschäftsführer Josef Wittmann zeichneten Andreas Graf, den besten Landwirtschaftsmeister Bayerns, aus. Der 28-Jährige aus Almenhof (Stadt Maxhütte-Haidhof) hatte die Prüfung im vergangenen Jahr als Landesbester absolviert.

Auf Grußworte von MdB Karl Holmeier, MdL Alexander Flierl, Landrat Thomas Ebeling und Bürgermeister Armin Schärtl folgte der Eintrag des Bischofs ins Goldene Buch der Stadt Nabburg. Der stellvertretende Bezirkspräsident Josef Wutz und zweiter Kreisobmann Alfred Bauer rundeten den - inklusive Gottesdienst - nahezu vierstündigen Bauerntag ab.
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