Politischer Nachaschermittwoch
Bei Unternehmen geballt als Region auftreten

Bürgermeister Butz kam nicht mit leeren Händen, sondern mit vielen Infos. Ortsvorsitzender Stefan Leitner (rechts) und Fraktionssprecher Hans-Georg Dobler überreichten ihm dafür eine kleine "Wegzehrung". Bild: Völkl
Wirtschaft
Nabburg
15.02.2016
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Georg Butz brach eine Lanze für interkommunale Entwicklung: In Wirtschaftskreisen "werden wir nur als Region wahrgenommen". Der Wernberg-Köblitzer Bürgermeister war beim Politischen Nachaschermittwoch der CSU im Gasthaus "Schwarzer Adler" der Hauptredner.

Zu aktuellen Themen Hintergründe liefern, das habe Tradition, schickte Ortsvorsitzender Stefan Leitner voraus. Er hieß unter den Gästen die Frauen-Union mit Marianne Forster und JU-Kreisvorsitzende und Kreisrätin Bettina Bihler willkommen, ebenso Vertreter der Interessengemeinschaft Handelszentrum. Wegen der Tragödie von Bad Aibling verzichte die CSU auf einen politischen Schlagabtausch. Leitner unterstrich jedoch, dass erst auf Drängen der CSU-Fraktion das zunächst im Stadtrat nichtöffentlich ablehnend behandelte Thema aufgerollt worden sei.

Verfügbare Flächen


Bürgermeister Georg Butz nahm die Anwesenden mit auf eine Entwicklungsreise in seine Marktgemeinde - mit inzwischen über 3000 Arbeitsplätzen - , die schnell erkannte, dass eigene Brötchen backen nicht zukunftsweisend ist. Die Kommunen an den Autobahnen an der A 93 und A 6 präsentieren sich im Zusammenschluss "Plus der Oberpfalz" gemeinsam, denn "man muss geballt als Region auftreten". Es habe Jahre gedauert, bis die Industrie wahrgenommen habe, "dass es hier verfügbare Flächen gibt, die man in Nürnberg nicht hat oder die dort unbezahlbar geworden sind". Der erste Erfolg war die Ansiedlung der Großwäscherei Merk in Pfreimd. Im Frühjahr ist nun in Wernberg Startschuss für die Feuerverzinkerei Wiegel im Industriegebiet West II. Was zähle, sei die schnelle Verfügbarkeit der Flächen. "Das ist das, was Unternehmen erwarten". Vom ersten Besuch bis zu Notartermin sei dieses Geschäft in 14 Tagen über die Bühne gegangen. Als Herausforderung für die Kommune sieht Butz den Grundstückskauf, die vielen Eigentümer, den Flächenpoker und die Schaffung von Ausgleichsflächen - bei 40 Hektar Gesamtfläche 18 Hektar.

Zur Attraktivität der Region brauche es viele Bausteine. Nabburg könne mit seinem Kulturgütern einen Beitrag im Tourismus leisten. Apropos Tourismus: Schon sechs Jahre vor Freigabe der A 6 habe man mit der Wernberger Gastronomie die Weichen gestellt, dass die Gäste den Markt nicht umfahren, sondern weiterhin hier absteigen. Auch die Pendlerschiene sei passabel. Und unter Landrat Thomas Ebeling sei es jetzt geschafft worden, das RVV-Gebiet auszuweiten. Die interkommunale Schiene werde zudem beim EFRE-Programm gepflegt, um bei Projekten an EU-Fördertöpfe zu kommen.

"Nicht aufgeben"


Bei all den Aktivitäten machen Georg Butz - 18 Jahre Bürgermeister - "Entwicklungen im Freistaat Sorge". Er nimmt Bezug auf im Landesentwicklungsprogramm definierte Ansiedlungsbeschränkungen für den Handel oder die restriktive Haltung bei Baugebietsausweisungen. Flächensparende Modelle mit Zehnfamilienhäusern seinen vielleicht am Wohnort von Regierungsvertretern in Regensburg gefragt, aber nicht in der Region. "Nicht aufgeben", laute die Devise. In Sachen Bauland seien acht Bürgermeister bei Minister Söder vorstellig geworden und beim Industriegebiet hat sich Butz auch nicht mit dem ersten Bescheid zufrieden gegeben, wurde bei der Obersten Baubehörde und beim Innenministerium vorstellig. "Argumente gemeinsam vorbringen, das sind die Dinge, wie wir immer wieder spielen müssen". Und "es muss nicht jede Kommune das gleiche haben". Ein Wiegel mit 80 Arbeitsplätzen strahle auch auf die Nachbargemeinden aus.

Stadtrat Frank Zeitler führte in der Diskussion das Flächenpotenzial an, das ab dem Trinkwasserbezug aus Asbach beim bisherigen Nabburger Wasserschutzgebiet entstehe. Hier sollte man sich frühzeitig in Richtung interkommunale Zusammenarbeit mit Pfreimd Gedanken machen.
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