Treffen der Arbeitsgemeinschaft im Sengerhof Neualbenreuth
Weiterhin kein Wirt im Turm

Die Teilnehmer der 35. ordentlichen Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Grenzlandturm und Gedenkstätten Neualbenreuth e.V. im Sengerhof. Bild: enz
Freizeit
Neualbenreuth
14.04.2016
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Die Nachricht kam vergangenes Jahr überraschend: Die Sudetendeutsche Landsmannschaft wollte aus der Arbeitsgemeinschaft ausscheiden. Bedenken wegen finanzieller Belastungen fürchteten die Verantwortlichen. Doch dann kam es zum klärenden Gespräch.

Arthur Sommer, Vorsitzender der "Arbeitsgemeinschaft Grenzlandturm und Gedenkstätten e.V." (Arge) erzählte davon bei der 35. ordentlichen Mitgliederversammlung im Sengerhof. Im Rückblick erwähnte der Sprecher Reinigungsarbeiten im Frühjahr im Turm und am Areal. Den Blumengarten pflegten ganzjährig Walter Küblböck und seine Frau. Das Grasmähen übernahm im vergangenen Jahr zuverlässig der OWV, ebenso das Aufräumen und Arbeiten im Herbst.

Auf dem Kinderspielplatz wurde 2015 unter großem Aufwand eine neue Schaukel aufgestellt und die Rutsche repariert. Sommer dankte allen, die hier mithalfen und teils Material kostenlos zur Verfügung stellten. Jetzt wird noch die Sandkasteneinfassung erneuert. Er informierte darüber, dass die Sicherung der Fenster in der Turmkanzel noch nicht erledigt ist, die Scharniere aber bereits besorgt seien und im April von Otto Riedl montiert werden. Bei einer Kontrolle des Landratsamtes wurde im Turmstüberl der abgenutzte Fußbodenanstrich in der Küche und im Thekenbereich beanstandet. Zunächst waren Alternativlösungen geprüft worden, doch schließlich fiel die Entscheidung dennoch für die Erneuerung des Anstrichs. Diese Arbeiten demnächst erledigt und knapp 3000 Euro kosten.

Zum angekündigten Ausscheiden der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) aus der Arge berichtete Sommer von einem Gespräch im Rathaus mit Landesobmann Steffen Hörtler, Kriemhild und Dietmar Heller sowie Bürgermeister Klaus Meyer und Altbürgermeister Albert Köstler. Die Bedenken wegen finanzieller Belastungen bei größeren Bauvorhaben seien ausgeräumt worden. Hörtler durfte sich informieren lassen, dass die SL damals gemeinsam mit dem OWV den Grenzlandturm gebaut hat und mit dem Projekt eng verbunden ist. Als Ergebnis dieses Gespräches wird die SL Bayern weiterhin Mitglied bleiben.

Arthur Sommer berichtete, dass in Absprache mit der Kulmbacher Brauerei das Darlehen für den Kauf der Theke vorzeitig zurückgezahlt und der Darlehensvertrag aufgelöst wurde. Im Ausgabenbereich werde sich durch das Konsolidierungskonzept der Marktgemeinde, das für den Erhalt von Stabilisierungshilfe erforderlich war, die jährliche Pacht des Turm-Areals von 400 auf 440 Euro pro Jahr erhöhen.

Leider sei es zu mehreren Einbrüchen und Diebstählen gekommen. So wurde der Rasenmäher aus dem Geräteschuppen entwendet, die Opferstöcke an der Kapelle Maria Frieden aufgebrochen sowie bei einem Einbruch in die Turm-Gaststätte ein Kaffeeautomat, der dem Schlosshotel gehörte, mitgenommen. Es entstand zusätzlich ein Schaden durch ein eingeschlagenes Fenster von 185 Euro. Nachdem der Turmwirt im Oktober 2014 seine Tätigkeit altersbedingt aufgab, gelang erst nach intensiver Pächtersuche erst ab Ende August eine Lösung: Das Schlosshotel pachtete den Grenzlandturm befristet bis Ende 2015, verlängerte den Vertrag aber nicht. Somit steht dieses Problem weiter an. Sommer verwies auf Gespräche mit Interessenten.

Turmfest am 14. August


Dennoch war der Turm genutzt worden - als Ort für ein Grillfest während des Besuches der Partnergemeinde Vál aus Ungarn. Außerdem waren Turmgelände und Gaststätte zum Europawandertag durch den OWV genutzt worden; auch das Turmfest ist gefeiert worden. Die beliebte Veranstaltung ist dieses Jahr am 14. August geplant. (Im Blickpunkt)

Die Mitglieder der Arge GrenzlandturmDie Arge besteht aus der Marktgemeinde, dem OWV, dem Fremdenverkehrsverein, der Sudetendeutschen Landsmannschaft, dem Heimatverband der Marienbader und dem Egerer Landtag e.V. Von der Marktgemeinde nahmen neben Bürgermeister Klaus Meyer der Arge-Vorsitzender Arthur Sommer, Christian Hebert und Werner Hirschberger teil. Der OWV Zweigverein Neualbenreuth hatte als Delegierte Walter Küblböck, Hubert Riedl, Agnes Schöner und Eva Ristl entsandt, der Fremdenverkehrsverein Christian Maischl - er ist Schriftführer der Arge - , Alfons Schnurrer, Michael Weber und Josef Schnurer. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft entsandte Kriemhild und Dietmar Heller sowie Bernhard Moder, der Egerer Landtag Jürgen Ràk. Der Heimatverband der Marienbader Stadt und Land war durch Vorsitzenden Franz N. Pany vertreten. Außerdem nahm vom Arge-Vorstand Richard Jechura teil. (enz)

In seinem Grußwort bei der Arge würdigte Bürgermeister Meyer die engagierte Arbeit und unterstrich, wie bedeutungsvoll das Turm-Areal als eines der Wahrzeichen für die Marktgemeinde ist. Grenzlandturm und Gedenkstätten seien wichtiges Mahnmal. Der Delegierte des Heimatverbandes der Marienbader Stadt und Land Franz Pany schlug vor, wegen der Kosten für den Fußboden einen Antrag auf Gelder aus der Stiftung Egerer Stadtwald zu stellen. Außerdem meinte er, dass die Sudetendeutsche Landsmannschaft (SL) wegen der Gedenkstätten die jetzt erhöhte Pacht bezuschussen sollte. SL-Delegierter Dietmar Heller bekräftigte seine Freude darüber, dass die Landsmannschaft Arge-Mitglied bleibt. Er habe sich immer dafür eingesetzt.

Bernhard Moder stellte sich als neuer Delegierter der SL vor. Er wird sich nach Kräften für die Arge einsetzen: Seine Vorfahren lebten nach dem Krieg als Vertriebene in Neualbenreuth. Ebenfalls neu in der Runde war Jürgen Rák aus Eger, Delegierter des Egerer Landtages. Auch er bot Hilfe an.

Anschließend wurde noch einmal die Bewirtschaftung der Turm-Gaststätte als wichtiges Thema diskutiert. Die Delegierte des OWV Agnes Schöner schlug vor, notfalls Turmbesteigungen durch den Einsatz ehrenamtliche Helfer zu ermöglichen. Dass der Turm für viele Besucher interessant ist, zeigt die Zahl der Turmbesteigungen - 517 während der etwa acht Wochen, in denen der Turm jeweils am Wochenende geöffnet war.

Christian Hebert legte seinen Kassenbericht vor. Christof Frank und Michael Weber bestätigten die ordnungsgemäße Kassenführung. Da Frank nicht mehr als Kassenprüfers kandidierte, wurde Werner Hirschberger neu gewählt.
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