Liebeserklärung an die Heimat

Die Vernissage der Ausstellung "Die Goldene Straße" ging im schmucken Innenhof des Sengerhof-Anwesens über die Bühne. Bild: enz
Kultur
Neualbenreuth
06.09.2016
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Bürgermeister Klaus Meyer (rechts), Christel Rauner, stellvertretende Chefredakteurin des Magazins "Servus in Stadt und Land", und Rainer Christoph, Vorsitzender des Fördervereins "Goldene Straße", stießen auf die Fotoausstellung im Sengerhof an. Bild: enz

24 Großfotos von einer Reise auf der "Goldenen Straße" sind ab sofort im Sengerhof zu sehen. Anlass dafür war ein Beitrag für das Magazin "Servus in Stadt & Land".

Im historischen Sengerhof fand kürzlich die Vernissage statt. Geschossen hat die ausgewählten Fotos Thomas Straub, der sich im Auftrag der Zeitschrift auf eine Reise auf dieser Straße begab. Gemeinsam mit Martin Fraas, der die Texte verfasste, war er vier Tage lang unterwegs. Aus insgesamt 2000 Fotos wurden 24 für das Juli-Heft 2015 ausgesucht. Diese sind nun auch in Neualbenreuth zu bewundern.

Holpriger Weg


Bürgermeister Klaus Meyer stellte zunächst Betrachtungen darüber an, was man sich unter einer "Goldenen Straße" alles vorstellen könnte. "Ist es eine mit Goldmünzen bedeckte Straße in den Himmel? Oder hat eine Kommune, die nicht weiß, was sie sonst mit ihrem Geld machen soll, eine goldene Straße errichtet? Oder ein idyllisch gelegener, von sanften Hügeln und weiß-blauem Himmel begleiteter Weg, der sich ruhig und besonnen in ein Paradies schlängelt?" Nein, wenn heute die Bezeichnung "Die Goldene Straße" falle, so Meyer, wisse jeder sofort, was gemeint ist. Und dieses Wissen habe man Menschen, Institutionen und Medien zu verdanken, "die uns diese Goldene Straße näher gebracht haben". Diese 300 Kilometer lange Straße sei keine Straße gewesen, wie man sie heute gewohnt sei, sondern ein holpriger Weg mit Schlamm, Dreck, Wegelagerern und Soldaten, mit Pferde- und Ochsenfuhrwerken. Ein Teil dieser legendären Handelsstraße führte auch durch die Oberpfalz, nicht weit von Neualbenreuth entfernt.

Meyer bedankte sich bei der stellvertretenden Chefredakteurin des Magazins, Christel Rauner, und bei Rainer Christoph, dem Vorsitzenden des Fördervereins "Goldene Straße", dass sie diese Ausstellung hier ermöglicht hätten. Christel Rauner unterstrich, dass jedes einzelne Foto der Reportage "Die vergessene Goldene Straße" eine Liebeserklärung an die Heimat sei. "Jedes Foto zeigt, dass Straßen nicht nur Orte, sondern auch Zeiten verbinden. Sie erzählen Geschichten von Menschen am Rande dieser Straße." Das Magazin "Servus" stehe für ein Lebensgefühl, "das schon fast vergessen schien und das doch wieder kostbar geworden ist, das fest verwurzelt ist in der Heimat". Es stehe für gelebtes Brauchtum, regionale Küche und altes Handwerk. "Ich wünsche mir, dass diese Ausstellung auch für Sie zu einer kleinen Entdeckung werden möge", schloss Rauner.

Der Vorsitzende des Fördervereins "Goldene Straße", Rainer Christoph, berichtete von der Entstehung des Vereins. Im Rahmen eines Geschichtswettbewerbs der Körberstiftung sei das Thema zuerst gemeinsam mit einer Tachauer Schule bearbeitet worden. Inzwischen bestehe er seit 20 Jahren, und es seien schon nahezu 200 Schulen zwischen Luxemburg, Nordbayern, der Tschechischen Republik und Polen eingebunden.

Vielfältige Spuren


Die Goldene Straße stehe derzeit wegen des 700. Geburtstages Karls IV. im Fokus. Dieser habe auch in der nördlichen Oberpfalz vielfältige Spuren hinterlassen, darunter eben die knapp 650 Jahre alte Goldene Straße. "Sie wurde zu einem der bedeutendsten Verbindungswege zwischen Frankfurt, Nürnberg, Weiden, Prag und Breslau", so Christoph. Rund 93 Kilometer davon verlaufen durch die Oberpfalz. Der Förderverein habe die Recherchen des gebürtigen Weideners Martin Fraas unterstützt. Aus allen Vorschlägen wählte die Redaktion des Magazins jene Stationen aus, die in der Zeitschrift und jetzt in der Ausstellung präsentiert werden.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Marie Ernstberger und Annika Eckstein mit der Querflöte. Die Ausstellung ist noch bis Ende Oktober zu sehen, immer von Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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