Blasmusik als Lebensphilosophie

Die "Dunajska kapela" aus der Slowakei verbreitete nicht nur tolle Stimmung, sondern überzeugte vor allem durch ihren unverwechselbaren Sound, der besonders in den Eigenkompositionen zum Ausdruck kam. Auf dem Neualbenreuther Festplatz stand nicht einfach nur ein Bierzelt mit Blasmusik, sondern hier gab es Blasmusik der Extra-Klasse zum Bier. Bild: enz
Lokales
Neualbenreuth
05.05.2015
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Der Boden bebte, musikalisch sprühten Funken. Im Festzelt brodelte es regelrecht. Nein, der kürzlich entdeckte Vulkan war nicht ausgebrochen. Vielmehr schlug das Fest der Blasmusik Wellen der Begeisterung.

Bereits Ende Januar waren die zur Verfügung stehenden 1000 Eintrittskarten restlos ausverkauft und die Quartiere in Neualbenreuth und Umgebung ausgebucht. Das Schönste, was so einer Veranstaltung wohl passieren kann, zeigte sich am Sonntag: Das Ehepaar Eva-Maria und Thomas Seiler vom Musikverein Wölf feierte mit Familie seine Silberhochzeit beim Fest der Blasmusik in Neualbenreuth.

Zum Auftakt spielte als Gastgeber die Ernestgrüner Blaskapelle unter der Leitung von Gerhard Maischl. Schon da war klar: Die Symbiose aus Musikern und zumeist fachkundigem Publikum macht eine solch unverwechselbare Atmosphäre des sich gegenseitigen Begeisterns wie hier beim Fest der Blasmusik erst möglich.

Europameister

Die Dunajska kapela aus Bratislava/Slowakei, Europameister der Blasmusik 2004, war bereits mehrfach dabei. Geleitet von dem Flügelhornisten Frantisek (Fero) Becka, verbreitete sie nicht nur tolle Stimmung, sondern überzeugte vor allem durch ihren unverwechselbaren Sound, der besonders in den Eigenkompositionen mit Anlehnung an die slowakische Volksmusik zum Ausdruck kam. Das Zelt endgültig zum Kochen brachten Wilfried Rösch und seine Böhmischen Freunde. War vorher die Begeisterung schon groß, so hielt es jetzt keinen mehr auf seinem Platz. Mit perfektem Spiel begeisterte die Blaskapelle "Kamenikou Muzikanti" aus Brno (Brünn) in Mähren.

Muntermacher

Das Programm des zweiten Tages begann mit den Oberpfälzer Blechaposteln, die gleich die kurze Nacht vergessen machten - spätestens beim "Böhmischen Traum". Mit dem Titel "Firmament" ihres Tenorhornisten Sebastian Kunschir setzten sie den Höhepunkt ihres Auftritts. Ganz andere und überraschende Töne kamen von "Philharmenka - Die Nürnberger Böhmische". Da stiegen sechs Blechbläser und ein Schlagzeuger aus dem Olymp der klassischen Musik bei der Nürnberger Philharmonie herab in die oft belächelten "Niederungen" der Blasmusik und haben auch noch Spaß daran! Als die Musiker dann zum Abschluss das "Tiroler Landeslied" und als Zugabe den "Böhmischen Traum" spielten, meinte ein Gast aus Nürnberg "Jetzt brennt die Hütte!" Dann folgten die Europameister 2013 der Böhmisch-Mährischen Volksmusik "Blech & Co." aus dem Allgäu. Mit großer Besetzung gaben sie wieder ganz anderen Akzenten Ausdruck: Mal traditionell, mal modern - immer mit dem eigenen typischen Sound, der einen Schuss Swing enthält. Die Sängerin Michaela Strobel verzauberte die Zuhörer vor allem mit ihrer Interpretation von "Gabriellas Song" aus dem schwedischen Film "Wie im Himmel". Das waren einmal ganz andere Töne bei einem Fest der Blasmusik. Traditionell ging es wieder bei dem Stück "Kartoffelernte" von Klaus Rustler zu. Wer meinte, das Bisherige war so phantastisch, dass nun nichts mehr überboten werden kann, hatte nicht mit Vlado Kumpan und seinen Musikanten aus Tschechien gerechnet. Da ging noch einmal richtig die Post ab. Die Profi-Musiker lieferten nicht nur großartige Musik, sondern auch eine perfekte Bühnenshow.
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