Danke fürs "Derblecken"

Der Neualbenreuther Bürgermeister in der "Tillenbahn", die am Gipfel schon von den Tillenzwergen erwartet wird: Dass Klaus Meyers Vision bei Faschingszügen - wie hier in Münchenreuth - "derbleckt" worden ist, empfindet der Rathauschef als Ehre und als Zeichen, dass den Leuten in der Region das Thema doch nicht egal ist. Archivbild: Grüner
Lokales
Neualbenreuth
24.04.2015
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Klaus Meyer weiß, dass seine Idee mitunter als Spinnerei belächelt wird. Damit kann der Neualbenreuther Bürgermeister gut leben. Nicht akzeptieren will er aber, dass seine Pläne um den Tillenberg alleine auf die Zahnradbahn reduziert werden.

Das Sprichwort, wonach der Weg das Ziel wäre, gebraucht Klaus Meyer im Gespräch mit dem NT immer wieder. Und nennt gerne das Streben um den Weltkulturerbe-Titel als Vergleich. "Das mögen viele auch als Hirngespinst abtun", sagt das Gemeindeoberhaupt - und sieht sich im selben Boot wie Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer.

Aber wenn das gemeinsame Streben zu einem ehrgeizigen Vorhaben den einen oder anderen Nutzen für die Region bringe, dann wäre es doch nur gut, argumentiert Meyer. "Das ist eine einmalige Geschichte", sagt der Bürgermeister - und meint damit die Klosterlandschaften genauso wie den Tillenberg.

Auf dem Aktenschrank im Büro des Bürgermeisters steht die Zahnradbahn mit dem Uhrwerk-Antrieb zum Aufziehen. Nach der Abfahrt erklimmt der Waggon unentwegt mit laut hörbarem Rauschen den Gipfel und rollt dann über bewegliche Rampen wieder zurück zum Ausgangspunkt, wo die Tour von neuem beginnt. Bei einem tschechischen Händler am Neualbenreuther Weihnachtsmarkt hat der Rathauschef das Blechspielzeug gekauft. Es ist für Klaus Meyer eine Art Symbol, wie sich der sagenumwobene Neualbenreuther "Hausberg" als Segen für die Region erweisen könnte.

"Herzlichen Dank dafür", sagt Meyer darüber, dass die Tillenbahn bei diversen Faschingszügen "derbleckt" wurde. "Das zeigt doch, dass sich die Leute Gedanken machen." Längst hat Klaus Meyer konkrete Vorstellungen entwickelt. Eine Trasse gibt es schon - bisher nur auf tschechischer Seite. "Dort stößt das auf große Begeisterung." Über die frühere Panzerstraße würde das letzte Teilstück der Strecke kerzengerade hinauf zum Gipfel führen. Zwei Talstationen wären geplant - eine auf deutscher Seite und eine bei Ulrichsgrün auf tschechischem Gebiet.

"Keine Chance" sagt Meyer über Angaben zu den Kosten, die das Projekt verursachen würde. Es gebe Gespräche mit Partnern, die so etwas planen könnten - "Firmen in Tschechien, weil ein Großteil in Tschechien passieren wird." Dass das Projekt nicht einfach zu verwirklichen sein wird, ist auch Meyer klar. "Es gibt den Naturschutz, es gibt den Gewässerschutz." Dies alles sei zu berücksichtigen., "... wie bei jedem anderen Vorhaben auch."

Konkrete Vorstellungen hat der Tillengemeinde-Chef von der zeitlichen Schiene. Eine Frist zwischen fünf und zehn Jahren hält Meyer für durchaus möglich. "Zukunftsmusik" nennt Meyer die Zahnradbahn und weiß sehr wohl, dass der Traum rasch zerplatzen kann. Wenn sich bei den Vorplanungen zeige, dass die Vision nicht zu verwirklichen wäre, dann sei es eben so. "Man muss schon Realist bleiben", sagt Meyer. "Ich beschäftige mich mit der Gegenwart. Und mein Hobby ist die Zukunft." Deshalb dürften die zu bewältigenden Aufgaben in der Gegenwart nicht vergessen werden - Straßenbaumaßnahmen, Radwege, die Kanal- und Wasserleitungen. "Da bin ich schon ausgelastet."

Die Zahnradbahn-Pläne sollen "am brodeln bleiben", sagt der Bürgermeister. Und zeigt stolz einen Aktenordner voller Briefe, in denen sich politische Mandatsträger aller Ebenen zustimmend über die Idee äußern. Auch mit dem EU-Parlamentarier Albert Deß hat Meyer bereits telefoniert. "Er hat seine Unterstützung zugesagt", freut er sich über das Signal aus Brüssel.
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