Ein denkwürdiger Ort

Bürgermeister Klaus Meyer trug die Lesung vor, "beschirmt" von Pater Gregorius und Ministranten. Hinten rechts Pfarrer i.R. Konrad Gruber. Bild: fsc
Lokales
Neualbenreuth
30.06.2015
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Ein starker Schauer hatte den Rasenteppich in der Kirchenruine in frisches, kräftiges Grün versetzt. Der Regen hielt auch noch während der Messe an.

Es war das erste Mal, dass Regenschirme das Bild bestimmten. Denn in den vielen Jahren vorher war der Himmel zwar oftmals von Wolken verhangen. Doch immer wieder schien das Kirchenglöckchen die Sonne zu locken.

Der Ruf der Glocke zum Gottesdienst am Festtag des Kirchenpatrons, des hl. Johannes d. T. erreichte im Vergleich zu den Vorjahren nur wenige Gläubige. Etwas mehr als 50 ehemalige Einwohner im Kirchsprengel Maiersgrün, Menschen aus der Patengemeinde und dem Landkreis feierten die Messe zusammen mit BGR Pfarrer i.R. Konrad Gruber, dem früheren Pfarrer der Patengemeinde Neualbenreuth. Ihm zur Seite stand der für Maiersrgrün zuständige Geistliche, der Stadtpfarrer von Marienbad, P. Gregorius Urban mit seinen zwei Ministranten.

Wie immer festlich und feierlich begann die Feier mit einem Choral des Bläserquartetts des Musikvereins Ernestgrün, sangen die Menschen die Lieder der Deutschen Messe von Franz Schubert. Doch Regen und Schirme ließen die Töne nicht so recht aus der Ruine in den Himmel steigen.

Umkehr ist der Weg

Dennoch oder gerade deshalb wurde auch diese Feier zum Patrozinium für die Teilnehmer zu einem bleibenden Erlebnis. Dies bekräftigte Pfarrer Gruber in seiner Predigt. Ein denkwürdiger Ort sei hier für die ehemals ansässigen Bewohner und ihre Nachkommen, er sei aber auch denkwürdig für alle anderen, wenn sie sich die Tatsache vor Augen hielten: "Eine Menschheit ohne Gott schafft Ruinen." Der Prediger wies auf die deutlichen Hinweise in der Enzyklika von Papst Franziskus hin, zum geschützten Recht auf Leben, das vielen Ungeborenen verweigert werde, auf den Schutz der Umwelt und eine Technik ohne Gott, alles Grundlagen des menschlichen Lebens. Gründend auf das Wort Johannes d. T. "Kehrt um!", sei auch die Aussage von Papst Franziskus mehr als richtungsweisend: "Umkehr ist der Weg." Vor Beginn der Messe bekräftige Bürgermeister Klaus Meyer den Willen seines Vorgängers Albert Köstler zum Zusammenhalt und zum Zusammenwachsen der Menschen in den "Tillenbergdörfern" in der heutigen Gemeinde Stary Voda (Altwasser) deren Bürgermeisterin Eva Prochazkova herzlicher Dank für die Bemühungen um die Kirchenruine galt. Ein wesentlicher Bestandteil des Treffens in Vysoka (Maiersreuth): Das Totengedenken. Bürgermeister Meyer legte den mit rot-weißen Schleifen geschmückten Kranz am früheren Standort der Kanzel nieder.

"Werden wiederkommen"

Bleibende Eindrücke nahmen die Besucher wieder mit in ihr jetziges Zuhause und immer wieder war zu hören: "So lange es irgendwie geht werden wir wiederkommen!"
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