Fehlbeträge fordern Erhöhung

Für Trinkwasser und für die Abwasserentsorgung müssen Bürger der Gemeinde Neualbenreuth tiefer in die Tasche greifen. Der Marktrat beschloss eine Anhebung der Gebühren. Wie es hieß, würden weitere Fehlbeträge die Stabilisierungshilfe gefährden. Bild: Grüner
Lokales
Neualbenreuth
17.11.2015
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"Geld" war das Hauptthema der jüngsten Gemeinderatssitzung - Geld, das Bürger der Marktgemeinde für Wasser und Kanal zu zahlen haben. Die vorgelegten Berechnungen ließen nichts Gutes verheißen.

Darauf hatte Bürgermeister Klaus Meyer bereits in der Bürgerversammlung im April (wir berichteten) hingewiesen. In der Sitzung ist heftig über die zu beschließenden Erhöhungen diskutiert worden. Bürgermeister Klaus Meyer musste bei annähernd jedem Posten Rede und Antwort stehen.

Die Markträte Werner Hirschberger und Johannes Saalfrank hakten besonders bei den stark gestiegenen Personal- und Verwaltungskosten nach. "Bei den Personalkosten war es insbesondere die jetzt gesetzlich vorgeschriebene Rufbereitschaft, die die Kosten haben hochschnellen lassen", erläuterte der Bürgermeister, "Bei den Verwaltungskosten schlagen Gutachten zu Buche die überall erforderlich sind".

Jetzt dagegen ansteuern

Weiterhin trug er vor, dass ein digitales Kanalkataster erstellt werden muss, was eine Kamerabefahrung des Kanals erforderlich macht. Hinzu kommen Kosten für erforderliche Sanierungen des Kanals. Bis Ende 2015 läuft so bereits ein Defizit von etwa 110 800 Euro auf. Die Planungen für die Jahre 2016 bis 2019 ergeben weitere Fehlbeträge, so dass unbedingt jetzt dagegen angesteuert werden muss. Ähnlich sieht es bei der Wasserversorgung aus. Hier ergeben die Kalkulationen für die Jahre 2016 bis 2019 ebenfalls ein Defizit, das eine erhebliche Erhöhung der Wassergebühren notwendig macht.

Marktgemeinderat Erwin Löw gab zu bedenken, dass mit einer Erhöhung in dieser Größenordnung dem Wirtschaftsstandort Neualbenreuth geschadet wird. Auch die Situation in der Wasserversorgungsanlage für Altmugl sowie Wernersreuth ist so, dass Gebührenerhöhungen notwendig werden. Da Neualbenreuth auch in diesem Jahr Stabilitätshilfe in Höhe von 200 000 Euro erhielt, ist ein ausgeglichener Haushalt Voraussetzung für weitere Hilfen. Deshalb ist eine schrittweise Anpassung - wie von einigen Mitgliedern des Marktgemeinderates vorgeschlagen wurde - nicht möglich.

Kostendeckend arbeiten

Bürgermeister Meyer bat dringend darum, dass die Mitglieder des Marktgemeinderates den Gebührenerhöhungen zustimmen, um wieder kostendeckend zu arbeiten und die dringend benötigte Stabilitätshilfe nicht zu gefährden. Letztendlich billigte der Rat die Satzungsänderungen, wenn auch nicht einstimmig. Außerdem kam noch einmal das Problem Wasserversorgung Altmugl zur Sprache, zu dem Bürgermeister Klaus Meyer im Januar eine Bürgerversammlung halten wird. Ab 1. Januar 2016 betragen die Einleitungsgebühren für Abwasser 2,27 Euro je Kubikmeter. Das Trinkwasser aus der Anlage Neualbenreuth kostet 90 Cent pro Kubikmeter, das der Wasserversorgungsanlage Altmugl 1,80 Euro, und aus der Wernersreuther Wasserversorgung 1,70 Euro je Kubikmeter.

Höhere Hundesteuer

Weiterhin war in der Sitzung des Marktrats vom 19. März im Rahmen des Haushaltskonsolidierungskonzeptes beschlossen worden, die Hundesteuer zum 1. Januar 2016 um 25 Prozent zu erhöhen. Nach kontroversen Diskussionen wurde die Hundesteuer auf 42 Euro ab kommendem Jahr festgesetzt. (Im Blickpunkt)
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