Freunde feiern Partnerschaft

Bürgermeister Klaus Meyer überreichte dem Bürgermeister der Gemeinde Vál, Tamás Bechtold, ein kleines Abschiedsgeschenk. Bild: enz
Lokales
Neualbenreuth
31.07.2015
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Zufall oder Schicksal? Es gibt Dinge, die ereignen sich einfach. Dazu gehört die Kontakte zwischen der Marktgemeinde Neualbenreuth und der ungarischen Gemeinde Vál. "Schuld" daran ist ein Besuch von Alois Mayerhöfer.

Der Gumpener machte sich gemeinsam mit einem Freund 1967 nach Ungarn auf, um die Gräber von zwei am Ende des 2. Weltkrieges gefallenen Familienangehörigen bei Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) ausfindig zu machen. Dabei stand ihnen der zuständige gut deutsch sprechende Pfarrer Stefan Kandi zur Seite, der auch Pfarrer von Vál war.

Besuche, Gegenbesuche

Nach dem Auffinden der Gräber entwickelte sich aus diesem Kennenlernen eine Freundschaft, die zu weiteren Besuchen und Gegenbesuchen führte. So lernte Pfarrer Kandi bei einem Aufenthalt in Gumpen auch Oswald Mayerhöfer, einem Verwandten von Alois Mayerhöfer kennen, der 1977 Pfarrer in Neualbenreuth wurde. Die freundschaftlichen Kontakte wurden zunächst durch die beiden Geistlichen persönlich und später auf kirchlicher Ebene gepflegt und vertieft. Nach vielen Besuchen war es 2004 soweit: Die Partnerschaft zwischen Neualbenreuth und Vál wurde durch die Unterzeichnung von Partnerschaftsurkunden besiegelt.

15 Jugendliche

Nun traf wieder einmal eine große Abordnung aus Vál zu einem Besuch in Neualbenreuth ein. Unter ihnen waren 15 Jugendliche. Von ungarischer Seite wollte man unbedingt diese Partnerschaft auch der nächsten Generation ans Herz legen, so András Lukács. Der zweite Tag begann vormittags mit dem Besuch des Geschichtsparks Bärnau. Das war für die Gäste eine ganz andere, interessante Erfahrung als mit einem auch in Ungarn existierenden Freilandmuseum.

Mittags traf man sich zum gemeinsamen Grillen am Grenzlandturm. Den Nachmittag verbrachten die Gäste mit den Vorbereitungen für ihren ungarischen Abend. Es wurde eifrig gekocht, und mehrere Frauen buken auf eigens dafür mitgebrachten Kochern stundenlang Palatschinken. Dann war es so weit: Es wurde aufgetischt und eingeschenkt. Alle Besucher durften ungarische Gastfreundschaft erleben und genießen. Béla Dudás trug ein ungarisches Gedicht vor, das nur aus Worten mit dem Vokal "e" bestand. So ergab sich eine interessante Wortmelodie, bei der man gar nichts verstehen musste. Seine Tochter Zsuzsa sang mehrere Lieder und begleitete sich selbst auf der Gitarre.

Den Höhepunkt des Abends aber bildete die Aufführung des Volksstückes "Matti, der Gänsejunge", von Mihály Fazekas (1766 - 1828). Der Inhalt der Handlung war in deutscher Sprache auf einer Leinwand über der Bühne zu lesen. Die Váler Gäste präsentierten mit viel Spaß, Liebe und Fantasie ein Stück ungarischer Kultur.

Mit mehr Gästen gerechnet

Ein bisschen traurig waren sie nur, dass etliche Stühle leer blieben. József Rossbach und seine Frau sagten: "Wir haben mit viel mehr Gästen gerechnet." Das gleiche meinten Segesdi Mihály und seine Frau. Sie fügten hinzu, dass es vielleicht am Wochentag lag oder an zu wenig Reklame. (Info-Kasten)
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