Jahrelang Heimweh

Die 1933 in Maiersgrün geborene Maria Schaffer nahm zum ersten Mal am Heimattreffen teil und war ganz überwältigt. Bild: enz
Lokales
Neualbenreuth
02.07.2015
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Der Kreis der Teilnehmer am Heimattreffen der ehemaligen Maiersgrüner und Grafengrüner wird kleiner. Doch jetzt kamen auch Menschen, die noch nie dabei waren.

Unter ihnen die 1933 in Maiersgrün als fünftes von 13 Kindern geborene Maria Schaffer und ihr um viele Jahre jüngerer Bruder Werner, der in der späteren Heimat Augsburg zur Welt kam. Für die gelernte Krankenschwester war es ein geradezu überwältigendes Ereignis, mit den anderen Ehemaligen wieder den Fuß auf den Boden ihrer Kindheit zu setzen.

Maria Schaffer erinnert sich an viel: An ihr gelbes Haus, das in der Nähe des Friedhofs auf dem jetzigen Gelände der Kolchose stand, an das Schwarzbeeren und Preiselbeeren Sammeln mit der Großmutter am Tillenberg, an die Einnahme des Ortes durch die Amerikaner und an ihr jahrelanges großes Heimweh nach der Vertreibung 1946. Auf die Frage, ob sie verbittert oder wütend deswegen sei antwortete sie: "Nein, überhaupt nicht. Es lag ja an dem großen Durcheinander dieser Zeit. Ich habe mir immer wieder Kraft im Glauben und im Gebet geholt und bin glücklich, dass ich mein Leben so gemeistert habe." Maria Schaffer ließ es sich trotz ihrer 82 Jahre nicht nehmen, gemeinsam mit ihrem Bruder auf den Tillenberg zu wandern. Schade fand sie es nur, nicht das Gelände der ehemalige Radarstation betreten zu können. Wie seit Jahren kamen abends die Teilnehmer des Heimattreffens im Gasthaus "Zum Tillenblick" zusammen. Klaus Meyer würdigte in seiner Ansprache die Verdienste des Altbürgermeisters Albert Köstler um die Patenschaft Neualbenreuths zu den Orten Maiersgrün und Grafengrün.

Am Tillenberg als Symbol des jetzigen Zusammenlebens seien noch mehrere Aufgaben in Angriff zu nehmen - den Betrieb einer Gipfelgaststätte, den Bau eines Aussichtsturms sowie die Versetzung des Steines "Mittelpunkt Europas" auf den Gipfel, wo er auch hingehört.

Alle Teilnehmer des Abends trugen sich in das Heimattreffen-Buch ein. Musikalisch umrahmt wurde die Zusammenkunft durch Musiker aus Sohl bei Bad Brambach, die auch viele Egerländer Lieder im Programm hatten, etwa das Lied vom "Tambourieren in Schwaderbach" (jetzt Bublava), in dem das Surren der Tambourier-Maschinen meisterhaft wider gegeben wurde.
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