Jüngster bayerischer Vulkan ist in Neualbenreuth
Ein Wimpernschlag

Lokales
Neualbenreuth
05.06.2015
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(nt/az) Nun haben die Geologen für ihre Vermutungen auch einen Beweis. Der jüngste Vulkanausbruch in Bayern hat sich vor 200 000 Jahren im heutigen Landkreis Tirschenreuth ereignet, also weitaus später als bisher angenommen. Bislang glaubten die Experten, dass es eine solche Eruption zuletzt vor 20 Millionen Jahren gab.

Bei ihrer siebenwöchigen Bohrung entdeckten Experten des Landesamtes für Umwelt (LfU) in der Oberpfalz vulkanische Überreste. "Das ist eine geologische Sensation. Die letzte massive Vulkanaktivität in Bayern liegt nur einen erdgeschichtlichen Wimpernschlag zurück", sagte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) am Mittwoch in Neualbenreuth. "Die Erdgeschichte in der Oberpfalz muss in Teilen neu geschrieben werden", erklärte der Leiter des Geologischen Dienstes am LfU. "Wir haben einen Maar-See entdeckt, also einen Vulkan-Krater." Dr. Roland Eichhorn erläuterte, was genau in den Bohrkernen in bis zu 100 Meter Tiefe enthalten war. "Wie mit der Zeitmaschine", so Eichhorn, könnten Jahr für Jahr in der erdgeschichtlichen Vergangenheit rekonstruiert werden.

Anhand von Analysen des in 26 Metern gefundenen Pollenspektrums war das Gebiet zum Zeitpunkt der Eruption eine baumlose Kaltsteppe. Die heutige Landschaft mit Nadelwald und Moor entstand erst in den letzten 10 000 Jahren. Der Vulkan soll mit Hilfe eines neu konzipierten Vulkan-Radwanderweg den Menschen näher gebracht werden.
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