Jung, frisch und keck

Beim "Böhmischen Grantlhuber" im Tillensaal hörten die Besucher Blasmusik vom Feinsten. Unter anderem begeisterte die Formation "Klarus Blech" in kleiner Besetzung. Bild: enz
Lokales
Neualbenreuth
16.10.2015
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"Klein aber fein" heißt es im Untertitel bei der Blaskapelle "Klarus Blech". Sie trat erst zum Schluss auf. Doch das Motto stand über der gesamten Veranstaltung im Tillensaal.

Der Nachmittag bewies, dass böhmische und mährische Blasmusik auch in konzertanter Weise aufgeführt die Zuhörer begeistern kann. Den Reigen eröffnete die Blaskapelle Ernestgrün in altbewährter Weise. Da kamen neben dem "Böhmischen Grantlhuber", der Namensgeber für die Veranstaltung war, auch weitere Kompositionen von Kapellenmitglied Klaus Rustler sowie bekannte Stücke aus dem Repertoire der Ernestgrüner zur Aufführung.

"So ein Schmarrn"

Rustler führte selbst durch das Programm, bedankte sich dabei für die Geduld seiner Mit-Musikanten, wenn sie wieder einmal Versuchsfeld beim Ausprobieren eines neuen Stückes sind. "So ein Schmarrn", "War der besoffen?" oder "So schlecht war's ja nicht" - solche Kommentare würden ihm, Rustler, schon zeigen, ob seine Kompositions-Ideen auch ankommen. Die "Ernestgrüner" verabschiedeten sich an diesem Nachmittag mit der "Faszination Blasmusik" von Klaus Rustler und durften nicht ohne Zugabe die Bühne verlassen. Die nächste Blaskapelle kam jung, frisch, keck daher und machte ihrem Namen "Mission Böhmisch" alle Ehre. Es war ihr dritter Auftritt, denn sie spielen erst seit April zusammen.

Leiter und Dirigent Daniel Käsbauer gab vollen Körpereinsatz und verstand es, sein Publikum mitzureißen, das auch gern fröhlich mitsang. Sowohl er als auch Tubaspieler Daniel Barth haben schon Stücke für die Oberpfälzer Truppe komponiert, die die Zuhörer staunen ließen. Daneben bewies Daniel Barth mit seiner Moderation, dass ihm der Schalk im Nacken sitzt. Ihn sah und hörte das Publikum beim letzten Programmpunkt wieder: Der Auftritt von Klarus Blech.

Die 8-köpfige Blaskapelle hatte eine CD "Kleine Böhmische" aufgenommen, die vorgestellt wurde. Durch zwei Flügelhörner, Trompete, Tenorhorn, Bariton, zwei Posaunen und Tuba konnte feine böhmische und mährische Blasmusik in besonderer Art und Weise erklingen. Sämtliche Titel wurden für diese kleine Besetzung arrangiert und in Noten gesetzt. Zwar waren von den ursprünglichen Musikern des CD-Ensembles - Mathias Achatz, Josef Hufnagl, Holger Mück, Klaus Rustler, Patrick Oroudji, Wolfgang Bäuml, Jonas Stadlbauer und Daniel Barth nur vier bei der Aufführung dabei, konnten aber durch gute Solisten ersetzt werden.

Anders als sonst üblich

So erlebte "Der böhmische Grantlhuber" seine Uraufführung in kleiner Besetzung. Die 14 Titel der CD hörten die Besucher einmal auf ganz andere Weise als sonst üblich. Wer das Konzert versäumt hat, kann die CD beim Klarus Musikverlag in Tirschenreuth erwerben und sich über ein ungewöhnliches Blasmusik-Hörerlebnis freuen.
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