Leben am Tillenberg

Zu den vielen Teilnehmern des Europawandertages zählte auch Bürgermeister Klaus Meyer (Dritter von links), hier im Bild mit anderen Wanderern bei der zweiten Stempelstelle am ehemaligen Tillenschutzhaus. Bild: enz
Lokales
Neualbenreuth
17.08.2015
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Petrus meinte es gut mit den Veranstaltern des 16. Europawandertages: In der Nacht zuvor hatte ein Gewitter die ersehnte Abkühlung gebracht und so konnten neben der ausgetrockneten Natur auch die Wanderer aufatmen.

Der OWV-Zweigverein Neualbenreuth hatte in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Verein "Zivot na Dylen" ("Leben am Tillenberg"), dem auch Bürgermeister Klaus Meyer stellvertretend für die Marktgemeinde Neualbenreuth angehört, zu einer grenzüberschreitenden Wanderung auf den Tillenberg eingeladen und viel Arbeit in die Organisation gesteckt. Schließlich sollte jeder Teilnehmer stets den Weg finden. Auch Mitglieder des BRK Neualbenreuth waren im Einsatz, um im Falle eines Falles Hilfe leisten zu können.

Pünktlich um 8 Uhr verließen die ersten Wanderer den Startpunkt am Grenzlandturm und eilten zügigen Schrittes dem Gipfel entgegen. An der zweiten Stempelstelle, der Ruine des ehemaligen Tillenschutzhauses, richtete man sich gerade erst ein und war ganz überrascht, so früh die ersten Teilnehmer begrüßen zu können. Dieser Haltepunkt wurde von den tschechischen Partnern betreut, die nicht nur stempelten, sondern zur Freude vieler Bier und Wasser anboten. Da legten die Wandersleute gern eine kleine Pause ein. Zum Zukunftsplan des Vereins "Leben am Tillenberg" gehört, dieses Haus, das bis 1945 ein überaus beliebtes Wanderziel war, wieder aufzubauen. Leider gebe es derzeit noch reichlich Hürden, wie es heißt.

Ausblick vom Turm

Anschließend ging es noch einmal steil bergauf, bis der Gipfel erreicht war. Zunächst hüllte dieser sich in Wolken, so dass der Turm nicht geöffnet wurde. Aber später, als sich die Wolkendecke auflöste, konnten noch viele den Ausblick genießen. Etliche der Wanderer betraten zum ersten Mal das Gelände einer einst "verbotenen Welt". "Das hätten wir uns auch nicht träumen lassen, dass wir uns mal hier oben treffen", sagte eine der Teilnehmerinnen zu einer Bekannten. Diese ergänzte: "Als Kinder wurden wir immer ermahnt, nicht zur Grenze zu gehen."

Auch tschechische Wanderer, die zufällig den Weg zum Gipfel genommen hatten, freuten sich über die seltene Gelegenheit, das Gelände besichtigen zu können.

Im ehemaligen Casino der Radarstation war bei Getränken und Brotzeiten Erholung angesagt - schließlich hatte sich die Strecke bis hierher als sehr schweißtreibend erwiesen. Nach der Rast und dem Erhalt des dritten Stempels auf der Teilnehmerkarte ging es bergab zur vierten Stempelstelle, die an der vor 30 Jahren errichteten Granitsäule "Mittelpunkt Europas" lag.

Anschließend führte der Weg am erst im Frühjahr entdeckten jüngsten Vulkan Bayerns vorbei zum Grenzlandturm. Dort erhielten die erschöpften Wanderer die begehrte Porzellan-Plakette zur Erinnerung. Besonders die Kinder waren stolz und begeistert, mit ihren Eltern einen so tollen Tag erlebt zu haben.

Der Vorsitzende des OWV, Meinhard Köstler, zeigte sich zufrieden: "Wir hatten 180 Teilnehmer, davon über 30 Kinder. Es war sehr schön - alles lief gut ab." Dieser Tag entsprach ganz dem Motto des tschechischen Vereins: Es war Leben am Tillenberg.
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