Mehr Geld für Investitionen

Bürgermeister Klaus Meyer (links) und Kämmerer Stefan Döllinger haben gut lachen, soeben hat der Neualbenreuther Marktrat den Haushalt 2015 einstimmig genehmigt. Bild: jr
Lokales
Neualbenreuth
25.03.2015
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Auch wenn die Marktgemeinde sparen muss: Ganz ohne neuen Kredit geht es nicht. Sonst lassen sich die dringend notwendigen Infrastrukturmaßnahmen nicht finanzieren.

Nur noch wenig Diskussionsbedarf bestand im Marktrat bei der Verabschiedung des diesjährigen Haushalts. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 2,91 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit 1,33 Millionen ab. Das Volumen stieg damit zu 2014 um 32,26 Prozent. An Kreditaufnahmen sind 301 000 Euro vorgesehen.

Der Marktrat verabschiedete das Zahlenwerk einstimmig. Erfreulich: Die Marktgemeinde kann heuer mit 1,3 Millionen Euro erheblich mehr investieren als noch im vergangenen Jahr mit etwas mehr als 500 000 Euro. Unverändert bleiben die Grundsteuern, nachdem diese ohnehin schon höher als im Landesdurchschnitt sind.

Bürgermeister Klaus Mayer stellte das von Kämmerer Stefan Döllinger erstellte Zahlenwerk dem Marktrat vor. Die wichtigsten Einnahmen sind Zuweisungen und Zuschüsse für Investitionen in Höhe von 680 000 Euro, Schlüsselzuweisungen 585 000 Euro, Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer 453 000, Benützungsgebühren 435 000 Euro, Zuweisungen vom Land 240 000 Euro und Gewerbesteuer 180 000 Euro.

Bei den Ausgaben schlagen die Personalkosten mit 985 750 Euro zu Buche, sie sind damit um 70 000 Euro höher als im vergangenen Jahr. Bürgermeister Meyer machte dafür den höheren Personalschlüssel für den Kindergarten mit verantwortlich sowie die Tariferhöhungen für die gemeindlichen Beschäftigten. An die Zweckverbände Mittel- und Grundschule sowie Sibyllenbad muss die Gemeinde 243 000 Euro zahlen.

Die Kreisumlage steigt um 25 00 auf jetzt 493 000 Euro. Für Investitionen im Hoch- und Tiefbau hat der Markt heuer 661 000 Euro eingeplant. Für den Breitbandausbau sind heuer 217 000 Euro vorgesehen. Die Verschuldung der Marktgemeinde zum Jahresende 2014 bezifferte der Bürgermeister auf 970 972 Euro. Zum Jahresschluss 2015 wird diese auf 1,19 Millionen Euro steigen. Heuer will der Markt 148 000 Euro an Schulden tilgen. Die Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresende 2014 betrug 749 Euro.

Bürgermeister Klaus Meyer berichtete trotz des heuer günstigen Haushalts von einer weiter angespannten Haushaltslage. Im Verwaltungshaushalt kann eine Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von 76 661 Euro erwirtschaftet werden. Dies reicht aber nicht aus, um die ordentliche Tilgung in Höhe von 148 000 Euro zu decken.

Hierzu können aber die Investitionspauschale in Höhe von 136 000 Euro und die Veräußerung von Baugrundstücken als Ersatzdeckungsmittel in Anspruch genommen werden. Meyer machte deutlich, dass trotz Förderungen und Zuschüssen, des Verkaufs von Baugrundstücken, der Investitionspauschale sowie der Entnahme von Rücklagen es nicht möglich ist, auf einen neuen Kredit zu verzichten. "Wir müssen weiter unserer konsequenten Sparkurs fortsetzen, dürfen uns dabei aber nicht kaputt sparen", sagte Meyer. "Mit der Stabilisierungshilfe für 2015 besteht die Hoffnung, in naher Zukunft wieder auf eigenen Beinen zu stehen."

Werner Hirschberger (SPD-FW) machte deutlich, dass die Marktgemeinde auch über eine moderate Erhöhung des Wasserpreises nachdenken muss, wenn die Gemeinde ihre Einnahmen erhöhen will.
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