Tillenberg als Touristik-Ziel

Um die touristische Nutzung des Tillenbergs ging es bei der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Tourismus im Neualbenreuther Rathaus. Jetzt soll gemeinsam mit den tschechischen Nachbarn ein Konzept erarbeitet werden. Archivbild: hfz
Lokales
Neualbenreuth
31.03.2015
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Sitzung kommt von "sitzen" - und dafür braucht man Sitzfleisch. Unbedingt erforderlich war dies bei der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Tourismus. Sie endete erst kurz vor Mitternacht - nach Informationen, Gedankenaustausch und Diskussionen.

Breiten Raum dabei nahm die Erschließung des Tillenberges für touristische Zwecke ein. Zu diesem Tagesordnungspunkt waren auch aus dem benachbarten Tschechien Petr Zitek und Jiri Malinak vom Verein "Leben am Tillenberg" (Zivot na Dylen) sowie Jaroslava Peteriková geladen. Sie ist Vertreterin des Freiwilligen Bundes der Gemeinden Marianskolazensko. Darin sind mehrere grenznahe Dörfer des Kreises Marienbad vereint.

Für Skiläufer interessant

Der Verein "Leben am Tillenberg", der sich für den Tourismus in der Tillenberg-Region engagiert, hat bereits ein wichtiges Projekt verwirklicht: Den Lehrpfad "Stabnitzer Bach". Dieser kann seit 2012 mit seinen 16 Stationen bewandert werden. Im vergangenen Winter wurde durch das Engagement des Vereins der Tillenberg für Skiläufer interessant. Für die kommende Saison ist eine Ausweitung gespurter Loipen in Aussicht gestellt. Ein weiteres Ziel des Vereins ist die Renovierung der Kirche St. Anna in Palic (Palitz). Sie soll künftig als Begegnungsstätte und für Veranstaltungen genutzt werden. Das wichtigste Vorhaben des Vereins aber, die Wiederherstellung des Tillenberg-Schutzhauses - einst beliebtes Ausflugsziel - konnte noch nicht verwirklicht werden. Berichtet wurde über Hindernisse und Widerstände - insbesondere die problematischen Eigentumsverhältnisse am Gipfel.

Gemeinsames Konzept

Bürgermeister Klaus Mayer brachte die Erschließung des Tillenberges von deutscher Seite aus ins Gespräch. Den tschechischen Teilnehmern der Runde übermittelte man den Wunsch nach Gastronomie auf dem Gipfel. Letztendlich kam es zu einem wichtigen Beschluss: Man will mit dem tschechischen Verein "Leben am Tillenberg" kooperieren - auch durch eine Mitgliedschaft. Zügig soll ein gemeinsames Konzept zur touristischen Nutzung des Berges erarbeitet werden. Davon verspricht sich auch die tschechische Seite viel. Sie erhielt den Angaben zufolge bisher kaum Unterstützung von den zuständigen Behörden in Karlovy Vary (Karlsbad).

Weiteres Thema war das grenzübergreifende Projekt der "Stationen" gemeinsam mit der Region Marianskolazensko. Hier soll auch das Gedankental zwischen Neualbenreuth und Maiersreuth mit einbezogen werden. Auf tschechischer Seite sind acht Stationen mit Tafeln zu verschiedenen Themen in tschechischer und deutscher Sprache errichtet worden. Auf dem Gedankentalweg folgen werden fünf Stationen mit Ruhebänken und Thementafeln, die zum Nachdenken anregen und ebenfalls zweisprachig sein werden. Zusammengetragen wurden Themen, die für diese Tafeln in Frage kommen.

Dem Ausschuss für Kultur und Tourismus lag weiterhin ein Antrag des OWV Neualbenreuth zu Pflege- und Reparaturarbeiten an Wanderwegen, Ruhebänken usw. vor. Vorsitzender Meinhard Köstler präsentierte ein Papier mit einer Übersicht aller Arbeiten vor, die bisher der OWV erledigt hat - darunter die Pflege und Markierung von 21 Wanderwegen. Köstler brachte vor, dass der Verein personell - vor allem wegen seiner Altersstruktur - dazu nicht mehr in der Lage sei. Bürgermeister Klaus Meyer verwies darauf, dass diese Aufgabe dennoch in der Verantwortlichkeit des OWV läge. Er bat darum, die Arbeiten, die durch den Verein weiterhin durchgeführt werden können, konkret zu übermitteln und bot seine Mitarbeit an, Lösungen für die übrigen Arbeiten zu finden.

Stein auf den Gipfel

Meinhard Köstler erinnerte an die Aufstellung des Steines "Mittelpunkt Europas" vor 30 Jahren und regte an, dieses im Rahmen einer Veranstaltung zu würdigen. Es wurde festgelegt, dass er dazu Vorschläge unterbreiten soll. An die tschechischen Teilnehmer der Sitzung richtete er seinen größten Wunsch: Der Stein möge seinen ursprünglichen Platz auf dem Gipfel des Tillenberges einnehmen. Dieser war einst von österreichischen Geografen als Mittelpunkt Europas errechnet worden.
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