Tolle Knolle, tolles Fest

Kartoffelkönigin Marina I. war beim Fest in ihrem Element. Christian Maischl als Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins begleitete die Repräsentantin aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Bilder: enz
Lokales
Neualbenreuth
05.10.2015
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Am kulinarischen Angebot lag es sicher nicht, dass es keinen neuen Besucherrekord gab. Lediglich der Regen bremste am Sonntag die Besucher, die zum Kartoffelfest strömten.

Ob sich der preußische König Friedrich II. wohl hat vorstellen können, dass es in einem kleinen Ort in der Oberpfalz einmal ein Kartoffelfest geben wird? Er hatte sich vehement für den Anbau der Knollen durch seine Untertanen eingesetzt, um Hungersnöten ein Ende zu bereiten. Die Untertanen waren zunächst gar nicht begeistert, nur langsam setzte sich der Kartoffelanbau durch. Des Königs Eingreifen in den Bayerischen Erbfolgekrieg, auch "Kartoffelkrieg" genannt, verhinderte übrigens, dass Niederbayern und die Oberpfalz zu Österreich kamen.

Stände dicht umlagert

Ob sich Friedrich II. hat vorstellen können, dass im Jahr 2015 etwa 8500 Menschen nach Neualbenreuth strömen, um der Kartoffel zu huldigen und zu probieren, was man alles aus Kartoffeln zubereiten kann? Er wäre sicherlich begeistert - wie die Besucher auch. Schon vor der offiziellen Eröffnung belagerten sie die Stände.

Böllerschützen des Schützenvereins Ringelstein Ottengrün begannen mit der lautstarken Eröffnung. Bürgermeister Klaus Meyer und der Vorsitzende des Fremdenverkehrs-Vereins, Christian Maischl, begrüßten alle Gäste herzlich. Dann erschien die Bayerische Kartoffelkönigin Marina Heigl. Marina I. berichtete, dass Bayern das zweitgrößte Kartoffelanbaugebiet Deutschlands ist und jeder Deutsche 57 Kilo Kartoffeln pro Jahr isst. Sie wusste viel über die gesundheitlichen Vorteile der tollen Knolle. Schon bald bildeten sich lange Schlangen vor den verschiedenen Ständen - ob bei Oberpfälzer "Erdäpflsuppn", Dotsch, Kartoffelspiralen, Kartoffelpizza oder überbackenen Folienkartoffeln und weiteren Köstlichkeiten.

Kiloweise Küchel

180 selbst gebackene Kuchen und Torten fanden reißenden Absatz. Allein 40 Kilo Mehl verarbeiteten die Helferinnen an einem Stand zu Kücheln. Die Freunde aus der ungarischen Partnergemeinde Vál buken unendlich viel Langos und waren mit ihrem Palinka-Automaten begehrtes Ziel. Alt-Bürgermeister Albert Köstler war unermüdlich mit dem "Schnaps-o-Mobil" unterwegs und überzeugte in seiner Rolle. Die zahlreichen Helfer des Fremdenverkehrsvereins hatten den ganzen Tag über absolut keine Zeit zum Verschnaufen.

Auf der anderen Seite des Festplatzes moderierte Bürgermeister Klaus Meyer mit Witz und Charme wie ein TV-Entertainer die verschiedenen Vorführungen und Wettbewerbe. Da war zunächst die Bulldog-Parade der Oldtimer. Dann folgte die Vorführung von Kartoffel-Erntemaschinen mit dem beliebten Kartoffel-Klauben wie in früheren Zeiten auf einem eigens dafür angelegten Kartoffelfeld. Besonders die Kinder waren mit Begeisterung dabei. Der Freude tat auch der einsetzende leichte Regen keinen Abbruch. Die Gäste zogen sich in die vielen kleinen und das große Zelt zurück, in dem die Blaskapelle Ernestgrün zur Hochform auflief und das Publikum bis zum offiziellen Ende begeisterte. An anderer Stelle unterhielten Franz Becker und die "Grenzgang-Musi" die Gäste. Auf der unbefestigten Seite des Festplatzes ging es hingegen - trotz des Regens - mit Knödelwettessen und Schubkarren-Wettlauf weiter. Beim Knödelessen gewann zur Freude aller der im Rollstuhl sitzende Daniel Fischer aus Waldsassen den Wettbewerb.

Dreschen und Basteln

Weitere Vorführungen zeigten die Strohbandelmaschine und das Drischeldreschen. Für die kleinen Besucher war eine Bastelecke eingerichtet. Hier konnten sie sich im Kartoffeldruck und Porzellanmalen üben. Nur das Filzen mit Kindern fiel buchstäblich ins Wasser. Am Ende, nachdem sich zahlreiche Gäste für einen wunderbaren Tag bedankt hatten, meinten Klaus Meyer und Christian Maischl übereinstimmend: "Wir sind mehr als zufrieden, dass sich die Anstrengungen gelohnt haben!"
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