Vulkan-Radweg auf heißer Spur

Beim Besuch von Umweltministerin Ulrike Scharf (links) erläuterten Dr. Roland Eichhorn (Zweiter von rechts) und Dr. Johann Rohrmüller (Zweiter von links) die Ergebnisse aus Expertensicht. Aus der Analyse der Bohrkerne lassen sich interessante erdgeschichtliche Rückschlüsse ziehen und Prognosen erarbeiten. Mit im Bild Bürgermeister Klaus Meyer (rechts) und Vorgänger Albert Köstler. Bild: pz
Lokales
Neualbenreuth
03.06.2015
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Zart anzufühlen und silbrig schimmernd: Klaus Meyer hatte gleich eine Verwendung für das Bohrkern-Material: Maar-Fango-Anwendungen könnten damit im Sibyllenbad angeboten werden, flachste der Bürgermeister.

Erste Ergebnisse der Bohrung im erloschenen Vulkankrater unterhalb des Tillenbergs (wir berichteten) präsentierten die Experten des Umweltministeriums. "Das ist eine geologische Sensation", erklärte Umweltministerin Ulrike Scharf am Mittwoch bei ihrem Besuch an der Bohrstelle.

Ein Wimpernschlag

Bestätigt hätten sich die Vermutungen der Geologen, wonach sich der jüngste Vulkanausbruch Bayerns vor rund 200 000 Jahren im Landkreis Tirschenreuth ereignet hat, "... ein Wimpernschlag in der Erdgeschichte." Dieses Phänomen soll jetzt den Menschen näher gebracht werden, erklärte Scharf: Ein Vulkan-Radwanderweg durch die Region solle die Erkundung der Erdgeschichte auf heißen Spuren ermöglichen. Landkreis Tirschenreuth, Gemeinde Neualbenreuth und der Geopark Bayern Böhmen planten gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) und der finanziellen Unterstützung des Umweltministeriums das Vorhaben. Es solle der Öffentlichkeit das Vulkangeschehen erleb- und greifbar machen. Einzelwege und Besichtigungs-Punkte würden in einer neuen Radwanderkarte dargestellt und beschrieben.

Außerdem wird laut Scharf das Maar wegen seiner geologischen Bedeutung in das Geotop-Kataster Bayern aufgenommen. "Der Maar-See in der Oberpfalz ist nicht nur der jüngste Vulkan in Bayern, sondern auch das neueste Mitglied der Familie der bayerischen Geotope." Sie ermöglichten phantastische Blicke in die Vergangenheit und seien Anziehungspunkte für Touristen.

"Es ist wahr, ..."

Wolfgang Lippert formulierte seine Freude poetisch. "Es ist wahr, wir haben ein Maar", sagte der Landrat. "Sensationell, was wir hier erleben dürfen." Vulkanismus sei vielfach präsent in der Region - mitunter im Heilwasservorkommen im Sibyllenbad. Bürgermeister Klaus Meyer sah Bayerns jüngsten Vulkan in seinem Gemeindegebiet als weiteren Mosaikstein, der den Landkreis zur liebenswerten Region werden lasse.
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