Fachberater Harald Schlöger beim Treffen der Seniorenbeauftragten über Phänologie und Rhythmus ...
Seelenheil Gartenarbeit

Politik
Neualbenreuth
28.09.2016
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Pflanzen im Garten sollen zügig wachsen, gesund bleiben, Erträge liefern, Zierde sein. Um dies zu erreichen, muss laut Kreisfachberater Harald Schlöger ein besonderes Augenmerk auf das Bewirtschaften der Gärten im Einklang mit der Natur gelegt werden. Im seinem Vortrag beim Treffen der Seniorenbeauftragten ging der Fachberater auf wichtige Handgriffe und Tätigkeiten ein, die zum erfolgreichen "Garteln" dazugehören.

Dabei verwies Schlöger auf die Phänologie: "Sie ist die Wissenschaft, die sich mit den jährlich immer wiederkehrenden periodischen Erscheinungen oder Ereignissen in der Natur beschäftigt." Phänologische Phasen spiegelten Umwelteinflüsse wieder und seien Ausdruck vorherrschender natürlicher Wachstumsbedingungen. Dabei ist für die Entwicklung der Vegetation bzw. der Natur überwiegend der Temperaturverlauf maßgebend. "Sobald Luft- und Bodentemperaturen einen gewissen Schwellenwert überschreiten, beginnen Laubgehölze zu treiben."

Dieses Wissen und die daran geknüpften Arbeiten seien früher als Bauernregeln weitergegeben woden. In Mitteleuropa werden die Vegetationsperioden nach phänologischen Grundsätzen in zehn Abschnitte unterteilt. Der Beginn der Fruchtreife beim Schwarzen Holunder etwa markiert laut Schlöger den Beginn des Frühherbstes. Phänologische Daten werden schon sehr lange erhoben.

Die Zeichen der Natur


In den vergangenen Jahren hat dieser Zweig der Wissenschaft eine Renaissance erfahren. "Es sind dabei eindeutige Veränderungen im Vegetationsverlauf erkennbar", heißt es in der Pressemitteilung über den Vortrag. Bei der Rosskastanie zum Beispiel beginne der Blattausbruch heute signifikant früher. Dies zeige eine Beobachtungsreihe in der Schweiz seit 1800. Schlöger stellte im Anschluss wichtige Gartenarbeiten und Kniffe vor entsprechend der jeweiligen phänologischen Jahreszeiten mit dem Schwerpunkt auf Herbstarbeiten. "Wer die Zeichen der Natur aufmerksam beobachtet, entwickelt bald ein Gespür für den Rhythmus des Lebens." Beim Umgang mit der Natur und beim Gärtnern schlage sich dies im sprichwörtlichen "Grünen Daumen" nieder.

"Entschleunigungsmittel"


Menschen sollten das "Entschleunigungsmittel Garten" genießen, das gerade in unserer hektischen Zeit so wichtig ist. Schlöger: "Gartenarbeit bringt nicht nur körperlichen Ausgleich sondern ist auch Seelenheil."
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