Besondere Funde: Erdöl in Weiden, ein Vulkan in Neualbenreuth
Explosive Erdgeschichte

Der vermutlich jüngste Vulkanausbruch Bayerns könnte vor gut 200 000 Jahren ganz in der Nähe von Neualbenreuth gewesen sein. Wissenschaftler entdeckten bei der Suche nach Erdwärme ein kreisrundes Loch, das eindeutig einem Krater zugeordnet wird. Die Stelle hat unser Fotograf nach der geologischen Landkarte markiert, die BR Online veröffentlicht hat. Luftbild: mür
Vermischtes
Neualbenreuth
08.04.2015
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Zufälle gibt's: In Weiden bohrt man vor Jahren nach heißem Wasser - und trifft auf Erdöl. In Neualbenreuth sucht man nach Erdwärme - und findet einen erloschenen Vulkan.

(bz/as) Was Wissenschaftler in der Nähe des Kurortes Sibyllenbad entdeckt haben, gilt in der Fachwelt als Sensation. Wenn zutrifft, was die Geologen vermuten, dann spuckte der Krater vor rund 200 000 Jahren noch glühend heiße Lava in die Steinzeit-Welt Das wäre dann der bislang jüngste Vulkanausbruch in Bayern.

Kernbohrung

Bisher hatten die Experten den Titel eher dem Eisenbühl zugestanden, nicht weit entfernt vom jetzigen Fundort, aber auf tschechischer Seite und noch mindestens 100 000 Jahre älter. Um weitere Kenntnisse zu gewinnen, startet das Landesamt für Umwelt heute eine Bohrung. Aus bis zu einer Tiefe von 100 Metern holen die Geologen Bohrkerne und erhoffen sich damit, Aussagen über die Klima- und Vegetationsgeschichte der Oberpfalz treffen zu können. Die ganze Aktion soll nach einer Meldung von BR Online etwa eine Woche dauern. Anwohner könnten ein leichtes Vibrieren verspüren.

Dass es im Untergrund des Egerer Beckens immer wieder rumort, wissen nicht nur die Stiftländer. Häufig kommt es hier zu Schwarmbeben. Die treten weltweit vor allem in vulkanisch aktiven Regionen auf. 2007 haben Wissenschaftler hier an der Nahtstelle zwischen Bayern und Böhmen das sogenannte "Mýtina-Maar" gefunden, das "vermutlich jüngste Maar Mitteleuropas außerhalb der Eifel" - damals schon eine kleine Sensation. Unter einem Maar (lat. mare für Meer) versteht man laut Wikipedia eine schüssel- oder trichterförmige Mulde vulkanischen Ursprungs. Entstanden sind die Maare durch Wasserdampfexplosionen, etwa beim Zusammentreffen von Grundwasser und heißem Magma. Umgeben sind Maare meist von einem Ringwall.

Eisenbühl ein Feuerberg

Zwar war der Eisenbühl schon zu Goethes Zeiten als Feuerberg bekannt. Doch dass oberhalb des kleinen Schlackevulkans eine wesentlich größere Ausbruchsstelle liegt, wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt. Mit dem neuen Vulkan wird ein neues Kapitel in der explosiven Erdgeschichte der Region aufgeschlagen.
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