Bischöflich Geistlicher Rat Pater Hans Junker in den Ruhestand verabschiedet
"Pfarrer unserer Herzen"

Vor der Abschieds-Messe in der St. Andreas-Kirche führte ein Kirchenzug durch Wernersreuth. Bilder: enz (2)
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Neualbenreuth
05.09.2016
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Dankesworte und Geschenke gab es für Pater Hans Junker (Vierter von links) bei einer Zusammenkunft im Gasthaus Eckstein. Dabei waren unter anderem Bürgermeister Johann Burger, Pfarrgemeinderatssprecher Gottfried Bayer, Bürgermeister Klaus Meyer, Pfarrgemeinderatssprecher Stephan Forster, Prodekan Martin Besold, Kirchenpfleger Wolfgang Greger, Kirchenpfleger Josef Altnöder, Pfarrer Anton Witt und Pater Thomas Mühlberger (von links).

Es war vor allem ein Tag des Dankes: Mit einem Gottesdienst und einer Feierstunde wurde Bischöflich Geistlicher Rat Pater Hans Junker in den Ruhestand verabschiedet. 14 Jahre lang hat er die Pfarreien Leonberg und Wernersreuth betreut.

Wernersreuth. In der St. Andreas-Kirche war am Abend seines letzten Arbeitstages kein freier Platz mehr zu sehen. Vor dem Gottesdienst hatten Vertreter der kirchlichen und politischen Gemeinden sowie Vereine und Verbände einen Kirchenzug gebildet und waren durch den Ort gezogen. Neben Pater Hans Junker gestalteten auch Prodekan Pfarrer Martin Besold aus Erbendorf, Pfarrer Anton Witt aus Mitterteich und Pater Thomas Mühlberger aus Fockenfeld die Messe.

In seiner Predigt dankte Pfarrer Besold auch im Namen des Dekanats für die treuen Dienste in den Pfarrgemeinden und betonte, dass Pater Junker bis zum letzten Tag für sie da sein wollte. Bezeichnend sei auch, dass er kein großes Aufsehen um sich habe machen wollen, sondern sich für den Abschiedsgottesdienst einfach die Lesung und das Evangelium des Tages gewünscht habe.

Große Hochachtung


Auch wenn sich Pater Junker mit dem Ruhestand noch nicht so richtig anfreunden kann, lag im Gottesdienst die Betonung auf seinem Wirken: Dass er Freud und Leid mit den Gemeindemitgliedern geteilt und stets mit großer Hochachtung von ihnen gesprochen habe. Er habe gezeigt, dass der Beruf erfüllend sein könne. Die Mitglieder der Pfarreien bat Pfarrer Besold, "jetzt mutig und mit Elan in die Veränderungen, die sich durch den Abschied von Pfarrer Junker ergeben, hinein zu gehen." Bei der anschließenden Zusammenkunft im Gasthof Eckstein wurde das Wirken von Pfarrer Hans Junker noch einmal umfassend gewürdigt. So dankte der Wernersreuther Pfarrgemeinderatssprecher Stephan Forster für das zuverlässige und leidenschaftliche Wirken. Er verwies auch auf das Lied "Mit 66 Jahren - da fängt das Leben an" von Udo Jürgens. Denn Pater Junker war schon 66, als er seinen Dienst vor Ort antrat.

In die Dienstzeit des Pfarrers fielen unter anderem die Friedhofs-Erweiterung und die Einführung einer neuen Friedhofssatzung, die Renovierung der Pfarrkirche sowie die Übergabe des Pfarrstadls und des ehemaligen Stallgebäudes an die Marktgemeinde. Forster dankte auch für die vielen besinnlichen und nachdenklichen Predigten. In den 14 Jahren habe der Pfarrer 28 Taufen, 35 Trauungen und 82 Beerdigungen vorgenommen. Kirchenpfleger Wolfgang Greger aus Leonberg betonte, dass Pater Junker stets der erste Diener der Pfarrei gewesen sei. "Ihre Früchte sind die Menschen, die wieder zu Gott gefunden haben oder ihm treu blieben." Auch er zählte eine lange Liste von Dingen auf, die während der Amtszeit in die Wege geleitet wurden - darunter die Sanierung des Jugendheimes.

Tradition und Neuerungen


Leonbergs Pfarrgemeinderatssprecher Gottfried Bayer bezeichnete Pater Junker als Mann des Gebetes, der Traditionen erhalten oder wieder belebt habe, aber auch offen für Neuerungen gewesen sei. In Leonberg habe es in der 14-jährigen Amtszeit 106 Taufen und 35 Trauungen gegeben, 112 Verstorbene wurden von Pater Junker auf dem letzten Weg begleitet. Besonders hob er die vielen Krankenbesuche hervor.

Der gute Kontakt zwischen Leonberg und Wernersreuth soll auch nach den jeweiligen Einpfarrungen nach Mitterteich und Neualbenreuth gepflegt werden, wie es hieß. Ein Dank ging ferner an Reinhold Stingl, der beide Kirchen bis heute musikalisch betreut. Anschließend erhielt Pater Junker gemalte Bilder der beiden Kirche sowie ein Fotoalbum über die Feier seines Goldenen Priesterjubiläums.

s Bürgermeister Klaus Meyer, der in Wernersreuth wohnt und 14 Jahre lang Kirchenrechnungsführer war, bezeichnete die Zusammenarbeit als "von Menschlichkeit und Sachverstand geprägt". Für eine politische Gemeinde sei es wichtig, eine intakte Kirchengemeinde zu haben, so Meyer. Pater Junker sei "Pfarrer unserer Herzen, der viele Spuren hinterlassen hat". Besonders hob er dessen unermüdlichen Einsatz für das Maximilian-Kolbe-Haus hervor. Seinen besonderen Dank drückte er durch die Überreichung eines Büchleins aus.

"Der gute Geist"


Leonbergs Bürgermeister Johann Burger betonte, dass Pater Junker von allen ins Herz geschlossen worden sei. Dass dieser als Franke zunächst Probleme mit dem Oberpfälzer Dialekt gehabt habe, erwähnte Burger scherzhaft - und dass er bei der Sanierung des Jugendheims immer der gute Geist gewesen sei. "Danke, danke für alles." Burger lud ihn ein, auch weiterhin an den Veranstaltungen vor Ort teilzunehmen. Als Abschiedsgeschenk hatte er das Wappen von Leonberg mitgebracht. Fritz Scharnagl, der Pater Junker lange Zeit journalistisch begleitete, überreichte sämtliche Berichte über das Magdalenenfest in einem gebundenen Büchlein.

Abschließend bedankte sich Pater Hans Junker, dass er als Unterfranke hier so gut an- und aufgenommen worden sei und gab auch eine Kostprobe dessen, was er auf Oberpfälzisch gelernt hat. Sein Fazit: "Ich war gern bei Ihnen."
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