Böllerschützen feiern Jubiläum mit Knall und Rauch
Der lauteste aller Vereine

Langjährige Mitglieder des Schützenvereins Ringelstein Ottengrün sind beim Gründungsfest anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Böllerschützen geehrt worden. Von links Vorsitzender Karl Sturm sowie Bürgermeister Klaus Meyer mit der Meisterscheibe, die später Daniel Ott bekam. Bild: enz
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Neualbenreuth
21.06.2016
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Daniel Ott. Bild: enz

Böllerschützen lieben Knall und Rauch. Wenn dieser dann gar 60-fach initiiert wird, muss ein besonderes Fest sein. Denn böse Geister galt es in Ottengrün nicht zu vertreiben.

Ottengrün. Es waren vielmehr zahlreiche Böllervereine angereist, um der Böllergruppe des Schützenvereins Ringelstein zum 30-jährigen Bestehen zu gratulieren. Im liebevoll sommerlich geschmückten Festzelt wurde das ausgiebig gefeiert. Schirmherr war Bürgermeister Klaus Meyer, der gleich das Motto ausgab: "Mancher schießt ins Blaue und trifft dabei ins Schwarze." Er stellte fest, dass der 142 Mitglieder zählende Böllerschützen-Verein der lauteste aller Vereine hier sei. "Ottengrün ist ein Vorzeigedorf, das mit diesem Fest seinen guten Zusammenhalt dokumentiert." Am Sonntag führte ein langer Kirchenzug zum Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche St Sebastian.

Pfarrer George Parankimalil betonte: "30 Jahre ist ein wahrer Grund zur Freude und des Dankes". Ein Höhepunkt war das Platzschießen der Böllerschützen, das nicht ausging wie das Hornberger Schießen. Damals, um 1700, hatten die Böllerschützen so lange geübt, dass ihnen bei Ankunft des Fürsten das Pulver ausgegangen war. Jetzt dagegen reichte es neben den Ottengrünern auch den Böllerschützen aus Tirschenreuth, Mitterteich, Neusath, Kastl, Windischeschenbach und den 1. Rhöner Böllerschützen Wegfurt, um ein grandioses Schauspiel abzuliefern. Dabei kamen auch große und kleine Kanonen zum Einsatz - nicht, um auf Spatzen zu schießen, sondern um den typischen Böllerknall zu erzeugen, der ringsum von den Anhöhen als Echo widerhallte. Hier zeigten alle, was sie können: Langsames Reihenfeuer, schnelles Reihenfeuer, Doppelschlag, gegenläufiges Reihenfeuer und der Salutschuss aller gleichzeitig.

Am Nachmittag konnten die zahlreichen Besucher noch einmal die Musik der Blaskapelle Ernestgrün genießen und bei Kaffee und Kuchen miteinander ein Plauderstündchen halten. Karl Sturm bedankte sich standesgemäß bei den teilnehmenden Vereinen und dem Schirmherrn mit Zielwasser - auch wenn beim Böllern kein Ziel angepeilt wird.

Zum Abschluss des Jubiläums der Böllerschützen stand auch der Meister der Schützenscheibe fest: Daniel Ott. Sein Name wird auf der Scheibe verewigt, die das Schützenheim zieren wird. Als Trophäe konnte er aus den Händen von Klaus Meyer und Karl Sturm eine handgeschnitzte Figur entgegen nehmen.

Ehrennadeln und Urkunden für treue Mitglieder des SchützenvereinsVorstand Karl Sturm und Schirmherr Klaus Meyer ehrten treue Mitglieder des Schützenvereins. Sie alle erhielten eine Ehrennadel und eine Urkunde. Für 25 Jahre konnten das entgegen nehmen: Friedrich Grillmeier, Astrid Eichner, Hans-Jürgen Maischl, Oswald Weig und Wolfgang Zant. Für 40 Jahre erhielten Inge Franz, Lorenz Hebert, Alois Hoffmann, Josef Keil, Franz Maischl, Ludwig Scharnagl, Reinhold Scharnagl, Karl Schöner, Anneliese Schwartling, Monika Tippmann, Alfred Ulrich, Herbert Ulrich und Edeltraud Waller die Auszeichnung. Bereits 50 Jahre Mitglied im Schützenverein sind Hans Maischl, Karl Scharnagl, Ludwig Zant und Josef Zeidler. 60 Jahre sind dabei: Heinrich Heinl, Oswald Heinl, Reinhold Müller und Heinrich Ott. Theo Weidhas ist gar schon 65 Jahre Mitglied. Reinhold Müller wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Nach den Ehrungen durfte Bürgermeister Klaus Meyer das große Schießen um die von ihm gestiftete Glücksscheibe eröffnen. Zu der lautstarken Musik der Band "Zu(t)dritt" wurde dann im Zelt und in der Böllerbar ordentlich gefeiert. (enz)


HintergrundAuf die Idee, eine Böllerschützengruppe zu gründen, wurden einige Mitglieder des Schützenvereins vom ehemalige Ottengrüner Josef Grillmeier gebracht, als er von dieser Tradition an seinem neuen Wohnort in der Rhön berichtete. So machten einige Schützen sich einfach auf den Weg nach Berchtesgaden - wo Handböller und Ähnliches hergestellt werden - und kauften ein. Die 17 Gründungsmitglieder legten die erforderliche Prüfung ab und böllerten fortan an Neujahr und zu Festen in der Marktgemeinde.

Einer der Höhepunkte des Vereins war die Teilnahme am Fest zum 100. Geburtstag der Karlsbader Hütte in den Osttiroler Alpen und die Teilnahme am Böllerschützentreffen in Hof mit über 2000 Teilnehmern. (enz)
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