Drei Tage voller Emotionen

Der langjährige Dirigent Gerhard Maischl (Mitte) griff am Sonntagabend noch einmal zum Taktstock und leitete einige Stücke. Dabei animierte er die Zuhörer auch zum Mitklatschen. Bild: enz
Vermischtes
Neualbenreuth
31.05.2016
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Nach Standkonzerten an verschiedenen Orten führte ein Sternmarsch zum Neualbenreuther Marktplatz, wo alle am Kreismusikfest beteiligten Gruppen ein gemeinsames Konzert gaben. Es war ein Ereignis, das viele Teilnehmer und Besucher staunen ließ. Bild: enz

Es war ein Fest der Emotionen, als der Musikverein Ernestgrün am Wochenende sein 50-jähriges Bestehen beging. Das dreitägige Programm prägten Rückblicke und Ausblicke, Ehrungen und Abschiede und natürlich viel Musik, die zu Herzen ging.

Der Freitagabend, musikalisch umrahmt von der Blaskapelle Thanhausen, stand ganz im Zeichen des Dankes. So betonte stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler in seinem Grußwort: "Was wäre unser Leben ohne Musik? Musik beeinflusst unsere Stimmungslage. Sie kann Freude und Traurigkeit transportieren." Um die freudige Stimmungslage beim Jubelverein noch zu steigern, brachte er einen Scheck in Höhe von 500 Euro von der Sparkasse mit.

Bürgermeister Klaus Meyer stellte heraus, dass der Musikverein seit Jahren eine Bereicherung für die Marktgemeinde darstelle und dankte für die Mitgestaltung des kulturellen Lebens. "Der Musikverein leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des reichen Liederschatzes unserer Heimat und trägt dazu bei, die Kultur unserer Heimat zu erhalten." Meyer dankte für die Anstrengungen, das Erbe der Väter immer wieder an junge Leute weiterzugeben. "Wir sind stolz, die Musikkapelle als Botschafter zu haben." Gerhard Engel dankte im Namen des gesamten Präsidiums des Nordbayerischen Musikbundes und betonte, dass die Blaskapelle Ernestgrün weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt sei.

Ehrungen und Konzertabend


Im Anschluss folgten zahlreiche Ehrungen, wobei die Verabschiedung von Dirigent Gerhard Maischl den Mittelpunkt bildete (siehe eigener Bericht). Am Samstagabend begeisterte dann ein Konzertabend mit "Klarus Blech" und der Blaskapelle "Gloria" aus Südmähren die vielen Besucher im Festzelt (Bericht folgt).

Der Festsonntag begann mit einem langen Kirchenzug der Vereine und Verbände, angeführt von den Falkensteiner Musikanten. Den Schluss bildeten die "Böhmischen Kellerwaldmusikanten" des Musikvereins Löhlbach, die seit Jahren Mitglied im Musikverein Ernestgrün sind. Den Festgottesdienst begleitete die Blaskapelle Ernestgrün selbst. Pfarrer George Parankimalil dankte dem Jubelverein in seiner Predigt für die vielen Teilnahmen an Festen und Feiern. "Das ist ein Segen für die Pfarrei."

Nach dem Gottesdienst gingen die Feierlichkeiten zu den Klängen der "Böhmischen Kellerwaldmusikanten" im Festzelt weiter. Die Mitglieder sind seit Jahren Stammgäste beim "Fest der Blasmusik" und freuten sich, auch bei dieser Jubiläumsfeier dabei sein zu können. Als Ehrengast war am Sonntag auch MdL Tobias Reiß gekommen, um dem Musikverein zu gratulieren.

Einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten war das ins Programm eingebettete Kreismusikfest. Daran beteiligten sich die Stiftländer Jugend- und Blaskapelle Waldsassen, die Blaskapelle Falkenberg, die Stadtkapellen Tirschenreuth und Waldsassen, der Spielmannszug der Feuerwehr Erbendorf, die Falkensteiner Musikanten, der Musikverein Wiesau, die Blaskapelle Thanhausen, die Stadtkapelle Kemnath, der Musikverein Konnersreuth, die Stadt- und Jugendblaskapelle "Grenzlandbuam" Bärnau, die "Böhmischen Kellerwaldmusikanten", die Bauernkapelle Münchenreuth, die Steinwaldmusikanten Pullenreuth und die Blaskapelle Ernestgrün.

Start mit Böllerschuss


Nach Standkonzerten an verschiedenen Orten begann ein beeindruckender Sternmarsch zum Marktplatz, eingeläutet durch einen Böllerschuss des Schützenvereins "Ringelstein" Ottengrün. Auf dem Marktplatz hatten sich zahlreiche Gäste und Einheimische versammelt, um diesem besonderen Ereignis beizuwohnen. Optimal zu ihren Plätzen gewiesen wurden die Musikgruppen durch die Feuerwehr Neualbenreuth.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden des Nordbayerischen Musikbundes, Alexander Riedl, und Bürgermeister Klaus Meyer begann das gemeinsame Konzert aller Blaskapellen und Spielmannszüge. Es war ein Ereignis, das niemand so schnell vergessen wird: Die Musik im Einklang, eine berührende Titelauswahl und dazu noch farbenfrohe Trachten. Das bewog zwei kurdische Flüchtlinge aus dem Irak, die in der Marktgemeinde wohnen und dem Treiben zusahen, ebenfalls dazu, ihre traditionelle Kleidung anzuziehen.

Am Nachmittag ging es bei Speis und Trank mit der "Robert Payers Original Burgenlandkapelle" im Festzelt munter weiter. Bürgermeister Klaus Meyer rang der Truppe durch einen Umtrunk den "Böhmischen Traum" ab, den schon alle Kapellen vorher spielen mussten - zur großen Freude der Zuhörer. Der Abend, von der Jubelkapelle selbst gestaltet, brachte bewegende Momente: "Mein verträumtes Flügelhorn" mit Alexander Becker als Solist rührte an die Herzen. Schwer wurde es, als man des im vergangenen Jahr plötzlich verstorbenen Daniel Dufek gedachte, der ein beliebtes Mitglied der Kapelle gewesen war. Ihm zu Ehren schrieb Klaus Rustler das Stück "Unvergessliche Stunden".

Puzzle und Taktstock


Ergreifend war auch der Abschied der Musiker von Gerhard Maischl, der 40 Jahre lang musikalisch alles im Griff hatte. Einmal noch leitete er als Dirigent einige Stücke. Überreicht wurde ihm neben einem riesigen Taktstock auch ein Puzzle, das ein Bild der Blaskapelle ergibt. Jeder Musiker verabschiedete sich mit einem kleinen Beutel, der wenige Teile des Puzzles enthielt. Viele waren von ihren Gefühlen so überwältigt, dass Tränen nur mit Mühe unterdrückt werden konnten.

Aber man blickte auch in die Zukunft. So wurde an Klaus Rustler, den neuen musikalischen Leiter, als Symbol für diese Tätigkeit eine Holzleiter mit Noten übergeben. Zukunftsträchtig ist übrigens auch das Motto des Musikvereins Ernestgrün: "Musik verbindet". Und der "Böhmische Traum" wird bleiben.

Wir sind stolz, die Musikkapelle als Botschafter zu haben.Bürgermeister Klaus Meyer
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