Heilige Nacht in Stiftländisch
Leitla huachts amal zou

Mit dem "Egerländer Bock" ergänzte Maximilian Schnurrer die von ihm geschaffene Musik-Darbietung. Von rechts Marianne Schnurrer und Elfriede Dietrich und hinten Ingrid Leser. Bild: fsc
Vermischtes
Neualbenreuth
01.12.2016
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Kerzen bereicherten den Schmuck vom Kirchenfest zu "Andresi" am Vortag. Das Licht ließen den Raum in geheimnisvollem Halbdunkel. Die Menschen darin verharrten ehrfurchts- und erwartungsvoll.

Wernersreuth. Nachdem die Glocken von "St. Andreas" verklungen waren begrüßte Brigitte Meyer, Vorsitzende der Katholischen Landvolkbewegung die Zuhörer, unter ihnen Pater Hans Junker, Bürgermeister Klaus Meyer und die Kreisvorsitzende der KLB, Angelika Franz, zu einer besinnlichen Stunde mit der "Heiligen Nacht in Stiftländisch nach Ludwig Thoma".

Maximilian Schnurrer erläuterte diese Fassung der bekannten Geschichte von Ludwig Thoma: Hinweise zur heimischen Sprache und die Umsetzung vom Oberbayerischen in das Stiftländische in seiner Vielfalt gründeten nicht zuletzt auf die Wurzeln des Dichters, dessen Vorfahren bekanntlich in Waldsassen lebten. Mit "kleinerer Besetzung" im Gegensatz zur Urfassung, die mit Willi Pröls und dem "Gesangsvierer" mehr als 30 Mal aufgeführt wurde, biete sich das Stück nun mit neuer Musik und verfeinerter Sprache.

Eindrucksvolles Erlebnis


Die "Heilige Nacht" begann mit stimmungsvollen Akkordeonklängen von Marianne Schnurrer und führte hin zu Sprecherin Ingrid Leser, die mit "Leitla jeatz huachts amal zou" das mit dem Untertitel "Eine Weihnachtslegende" im Jahre 1916 geschriebene Werk begann. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer und die Hingabe der Vortragenden in Sprache, Gesang und Instrumentalmusik war zeitweise fast spürbar, wenn nach jedem der ausgezeichnet vorgetragenen "Hauptstücke" der Gesang von Marianne Schnurrer (Sopran) mit Akkordeon und Elfriede Dietrich (Alt) erklangen und sich in Teilen der "Egerländer Bock" - der Dudelsack von Maximilian Schnurrer dazu gesellte. Die Geschichte hatte ihre Schwerpunkte in der Herbergssuche zu Bethlehem und im Geschehen nach der Botschaft des Engels an die Hirten und deren Ankunft im Stall. "Es mooch niat finsta wäan, es bleibt sua höll, es rugg(ng) Mou und Schdäan niat vo da Schdöll", heißt es im Gesang zum fünften Hauptstück. Nach einer guten Stunde beschließen die Sängerinnen mit "Dees iis fia di Oama a dröstliche Gschicht, sunst höits una Häagot scho aanascht eigricht" - den nachdenkenswerten Gedanken, warum das Jesuskind zuerst die armen Leute gesehen haben. Nach dankbarem Applaus und kleinen Geschenken von Brigitte Meyer an die Ausführenden verließen die Zuhörer das "Weihnachtskircherl", traten in den sternenklaren Abend des 1. Adventssonntags - wohl nicht ohne die Gewissheit, ein eindrucksvolles Erlebnis gehabt zu haben.
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