Kewog wünscht sich koordiniertes Tourismus-Marketing
Wellness gibt'’s überall

"Jetzt haben wir ein Hotel auf Top-Niveau", freute sich Bernd Büsching, als der Aufsichtsrat den Bademantelgang besichtigte. Von links Bernd Sommer, Roland Grillmeier, Werner Nickl, Wolfgang Lippert, Hubert Kellner, Rainer Fischer, Bianka Fenzl (Assistentin der Kewog-Geschäftsführung, Berthold Kellner, Hotel-Geschäftsführer Ernst Schöppl, Franz Stahl, Klaus Meyer, Kewog-Geschäftsführer Bernd Büsching und Sonja Meiler (OTH-Praktikantin). Bilder: jr (2)
Wirtschaft
Neualbenreuth
10.06.2016
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"Das darf dann auch gerne etwas kosten." Zitat: Kewog-Geschäftsführer Bernd Büsching über koordiniertes Tourismus-Marketing

Das Appartement-Hotel beim Sibyllenbad läuft. Die Auslastung passt, die Gäste fühlen sich wohl. "Super!", freuen sich Bernd Büsching und Ernst Schöppl. Beide wissen aber auch: Das muss nicht immer so bleiben.

Sibyllenbad. Büsching als Geschäftsführer der Kewog als Gesellschafter sowie Schöppl - er ist Geschäftsführer der Hotel-Betriebsgesellschaft - sind besorgt, dass die Region vom Tourismus abgehängt wird. Noch bleibt Zeit zum Gegensteuern. "Wir würden uns da gerne einbringen", erklärt Büsching.

Die sprichwörtlichen "Hausaufgaben" sehen der Kewog-Geschäftsführer und der Hotelchef im eigenen Umfeld gut erledigt: In den vergangenen fünf Jahren sind 1,2 Millionen Euro investiert worden - Geld, das mit dem Hotel verdient und wieder in das Haus gesteckt worden ist: Es ist inzwischen modernisiert. Eine Besonderheit die Anbindung ans Kurmittelhaus mit dem Bademantelgang, durch das Hotel "Pyramide" von Alois Zimmermann nebenan. Mit ihm pflegen Büsching und Schöppl ein gutes Miteinander. Dem Nachbarn mit einer Kapazität von 40 000 Übernachtungen jährlich wünschen Bernd Büsching und Ernst Schöppl den erwarteten Erfolg. "Das Hotel bringt die zusätzlichen Gäste, die wir dringend brauchen", sagt Büsching.

"Weißenstadt kommt"


Bislang aber wäre noch keine deutliche Veränderung zu erkennen, sagt Schöppl über die Übernachtungsstatistik. Sie weist in den ersten Monaten des Jahres nur eine 3-prozentige Steigerung aus - 700 mehr als die 84 000 im Jahre 2015. Deshalb sind Büsching und Schöppl beim Blick auf die Zukunft des Stiftlands als Tourimusregion eher skeptisch. "Weißenstadt kommt", sagt Büsching mit Blick auf den neuen Mitwerber. "Da passiert richtig etwas."

Viel besser als bisher vermarkten müsse sich die Region deshalb. Dabei wären alle Gemeinden gefordert. Mithelfen könnten die Fachhochschulen, mit praxisbezogenen Projekten der Studenten. "Wellness gibt's doch überall. Das kann ich auch im Bayerischen Wald haben", sagt Büsching und wünscht sich die Radonbäder im Sibyllenbad als Alleinstellungsmerkmal mehr als bisher berücksichtigt. Der Kewog-Chef weiß von Rheumapatienten unter seinen Gästen, die sich nach einer Woche Therapie wesentlich besser fühlten. "Das darf dann auch gerne etwas kosten", sagt Büsching über eine koordinierte Marketing-Strategie. Sibyllenbad, die Hotels, die Pensionen, die Privatvermieter - alles müssten da mitziehen. "Wir sind sofort bereit zu investieren." Hotelchef Schöppl erinnert an einen Vorstoß vor einigen Jahren: Mit einem Budget von 100 000 Euro sollte eine Werbekampagne gestartet werden - an sich eine gute Idee. "Es bringt nichts, wenn jeder für sich dahinwurstelt und Werbung macht", sagt Schöppl. Dann aber sei die ganze Aktion abgeblasen worden, nur weil einige Vermieter nicht mitmachen wollten.

"Wir würden gerne dabei bleiben", sagt Büsching über das Kewog-Engagement an der Kurallee und bemerkt nebenbei, dass dort nicht unbedingt Gewinne erzielt werden müssten. "Aber wir sehen auch, dass sich die Region nicht so entwickelt, wie manche Politiker sich das vorstellen und wünschen."

Nicht um jeden Preis


In zweieinhalb Jahren, so Büsching, läuft der Pachtvertrag mit der Betriebsgesellschaft aus. "Dann könnten wir aussteigen, komplett." Der Kewog-Boss weiß aber auch, dass dies für ein Unternehmen mit kommunalem Hintergrund nicht so einfach ist. Aufsichtsrat und Gesellschafter wünschten ein Engagement auch weiterhin. "Wir wollen das auch, aber nicht um jeden Preis." (Hintergrund)

Das darf dann auch gerne etwas kosten.Kewog-Geschäftsführer Bernd Büsching über koordiniertes Tourismus-Marketing


Kostenmanagement und Investitionen"Das war abgewirtschaftet", erinnert sich Ernst Schöppl, seit 2009 Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, an den Zustand des Hotels bei seinem Einstieg damals. Überlebenswichtig wären die Investitionen gewesen - 1,2 Millionen Euro in den vergangenen fünf Jahren, davon jeweils 300 000 Euro für den Bademantelgang und für den Aufzug, 100 000 Euro für den Hotel-Parkplatz mit 22 Stellflächen. Alle 44 Zimmer und der Frühstücksraum seien modernisiert.

"Uns gibt's seit 19 Jahren, da waren manche 50, 60 Mal da", sagt Schöppl über seine Stammgäste, die Hälfte der Kunden. Vor gut sechs Jahren hat die Kewog die Betreibergesellschaft übernommen, zu 100 Prozent. "Denn die Eigentümer können nicht gleichzeitig Betreiber sein", sagt Bernd Büsching. "Er hat bewiesen, dass er es richtig gut kann", lobt der Kewog-Chef Ernst Schöppl. Der Erfolg sei dem Kostenmanagement und den Investitionen zu verdanken. Diese sei alles unabhängig geschehen vom Bau des Hotels nebenan.

Von einer Bettenauslastung von 70 Prozent spricht Schöppl - vor der Modernisierung des Kurmittelhauses. "Jetzt sind wir auf dem Wege der Erholung", sagt Schöppl und nennt eine Auslastung von 66 Prozent. Büsching freut sich über Aussagen von Neualbenreuths Bürgermeister Klaus Meyer, wonach sich Sibyllenbad ohne das Engagement der Kewog nicht so gut entwickelt hätte können.(pz)
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