Naturschützer auf Pirschgang

Für verschiedene Verdienste um das Jagdwesen sind (vorne, von links) Johann Gebhard, Josef Drexler, Alois Ring und Bürgermeister Markus Dauch ausgezeichnet worden. Bild: pko
Lokales
Neukirchen-Balbini
30.04.2015
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Die Gemeinschaft der Jäger ist keine Geheimgesellschaft, deshalb findet die jährliche Hegeschau auch nicht hinter verschlossenen Türen statt. Die im Jagdjahr 2014/15 erlegten Trophäen belegten, dass die Hegegemeinschaften der Kreisgruppe Neunburg ihren Abschussplan erfüllt haben.

Zum Auftakt der Hegeschau schilderte Franz Sedlmeier, Vorsitzender der Kreisgruppe, die aktuelle Situation in den Revieren. So habe sich die Lage beim Schwarzwild in Teilen entspannt. Unter der "idealen Voraussetzung", dass fast alle Reviere in den Hände einheimischer Jagdpächter seien, hätten sich die Jäger erfolgreich der Herausforderung stellen können. Sedlmeier appellierte, dass "der Dreiklang aus Jägern, Landwirten und Waldbesitzern" wie bisher funktionieren müsse. Trotz unterschiedlicher Sichtweisen in Einzelfragen, wie etwa bei der Nachtsichttechnik, dürfe man sich nicht auseinanderdividieren lassen.

Es gehöre zum Selbstverständnis der Jägerschaft, so Sedlmeier, dass das Wild nicht nur erlegt, sondern auch sinnvoll verwertet werde. Kein erbeutetes Stück gelange ohne vorherige Untersuchung auf Radio-Cäsium-Belastung in den Lebensmittelkreislauf, versicherte er. 2015 sei das Jahr des Niederwildes gewesen, Tiere wie Hase, Fasan und Rebhuhn standen besonders im Fokus.

Einsatz für Jagd und Natur

Franz Sedlmeier betonte die Bedeutung von Kooperationen mit der Landwirtschaft, um den Wildtieren durch den Anbau von Zwischenfrüchten wieder mehr Lebensraum zu verschaffen. Auf diese Weise setzen sich beispielsweise die Landwirte Josef Drexler und Johann Gebhard aus Alletsried schon seit Jahren für Jagd und Natur ein. "Sie verbessern den Raum für Wildtiere, füttern sie und vermeiden den Verlust bei Bodenbrütern", hieß es in der Laudatio durch Christian Guder von der Jagdbehörde am Landratsamt. Bürgermeister Markus Dauch erhielt den Eichenkranz in Bronze des Bayerischen Jagdverbandes überreicht, nachdem der Markt Jagdhunde von der Steuer befreit hat. Jagdvorsteher Emil Forster hatte sich eingesetzt, dass Waidmann Alois Neft durch die Jagdgenossen Neukirchen-Balbini ebenfalls eine Ehrung erhielt. Sie würdigten mit einem Essensgutschein unter anderem seine Arbeit mit Kindern am Lernort Natur sowie seinen langjährigen unentgeltlichen Einsatz im Revier.

"Hegeschau ist Erntedank"

Bürgermeister Dauch dankte den Jägern, dass sie wieder pflichtbewusst und leidenschaftlich der Jagd nachgegangen seien. Alexander Flierl, MdL und Kreisgruppen-Vorsitzender in Oberviechtach, dankte für die gute Zusammenarbeit und betonte, dass in Bayern das alte bewährte Jagdgesetz nicht geändert werden soll. Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht erwartete im Vegetationsgutachten der Hegegemeinschaften ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2012. "Hegeschau ist Erntedank und die Ernte war gut", freute sich Alfred Bauer für den Bauernverband und als Vorsitzender der ArGe Jagdgenossenschaften. "Jagen sie weiter wie bisher", fasste Kreisjagdberater Herbert Krauthann die Zahlen des erlegten Wildes 2014/2015 zusammen und gab die Strecken der verschiedenen Tierarten bekannt.

Zum Abschluss referierte der stellvertretende Kreisfachberater Günther Hoffmann über die Graugänse, die in der Gegend aber noch kein Problem darstellen. Das Verblasen der Strecken und verschiedene Signale wie "Sau tot" oder "Flugwild tot", spielte die Neunburger Jagdhornbläsergruppe unter der Leitung von Elisabeth Wittmann.
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