Der Spaßchor verlängert die Weihnachtsfreude
Jesus Child lässt Kirche swingen

Rainer Kilbert führte seinen Chor in der Kirche St. Peter und Paul in Neukirchen zu sauberen Harmonien, Präzision und schöner Dynamik. Bild: cog

Für manche ist das Thema schon am Heiligen Abend durch, für andere spätestens nach den beiden Feiertagen. Der Spaßchor verlängerte die Weihnachtsfreude und hängte noch ein Konzert in der evangelischen Kirche St. Peter und Paul dran.

Weihnachtslieder in kunstvollen vierstimmigen Sätzen präsentierte der Spaßchor unter der Leitung von Rainer Kilbert. Die Sängerinnen und Sänger hatten traditionelle und moderne Lieder aus Deutschland und vielen anderen Ländern einstudiert und zeigten so in wohlklingender Weise, dass die Weihnachtsbotschaft zeitlos ist und für die ganze Welt gilt.

Der Spaßchor sang a cappella mit schönen, gut geschulten Stimmen. Mit mühelosen Höhen überzeugte der Sopran, der Alt war weich und warm. Die Bassstimmen gaben das zuverlässige Fundament, und der elegant besetzte Tenor schuf Glanzlichter. So beeindruckte der kleine Chor mit sauberen Harmonien, Präzision und einer schönen Dynamik.

Einfühlsam gingen die Sänger auf die Stimmungen der Lieder ein. Sie gestalteten Johann Sebastian Bachs "Ich steh an deiner Krippen hier" mit zärtlichem Piano als inniges Wiegenlied, während Franz Biebls "O Freude über Freude" den lebhaften Jubel in Töne fasste.

Reizvoll waren die internationalen Lieder. Bei dem polnische "Fern klingt ein Rufen" sang ein Bassist eine Strophe in der schwierigen Originalsprache. "Il est né le divin enfant" wurde mit schwebender Leichtigkeit dargeboten. Mitreißend war der Gospel "Go, tell it on the mountain".

Zwei anspruchsvolle Lieder von John Rutter begleitete Dekanatskantor Gerd Hennecke aus Sulzbach-Rosenberg am Piano. Der süße "Angels carol" wurde mit tiefem Einfühlungsvermögen dargeboten, während beim jazzigen "Jesus Child" die ganze Kirche mitswingte.

Reizvoll ergänzt wurde der Gesang von Hennecke an der Michael-Bittner-Orgel. Im Wechsel mit den Liedern spielte er die vier Sätze von Josef Gabriel Rheinbergers 4. Orgelsonate a-moll. Das Werk passte ideal zum historischen Instrument von 1869, dessen frühromantische Disposition bei Henneckes kunstvollem Spiel mit farbiger Registratur herrlich zur Geltung kam.

"Wir feiern Weihnachten, weil wir Sehnsucht haben nach Heil, nach Rettung. Wir sehnen uns nach jemandem, der uns trägt", sagte Pfarrerin Anja Matthalm. Diese Botschaft setzte der Chor in tief empfundene Musik um. Die Zuhörer dankten den Musikern mit kräftigem, langanhaltenden Applaus für das genussreiche Konzert, das die Herzen geöffnet und die Seelen berührt hatte.
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