Kamera liefert Hinweise auf den Zustand des Kanalnetzes in Neukirchen
Auf Fahrt durch die Unterwelt

Wichtig ist, ob oben was rauskommt. An dieser Frage entscheidet sich unter anderem, wie weit ein Kanal sanierungsbedürftig ist. Weitere Einsichten lieferte eine Kamera, die unlängst im Neukirchener Untergrund auf Achse war.

Der Zustand der Kanalnetzes und die nötige Sanierung spielten in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats im Gasthaus Engelhardt (Ramm) ein wichtige Rolle. Das Planungsbüro Renner Consult und Hartmann informierte über die aktuelle Situation.

Um den Sanierungsbedarf zu klären, werde die Häufigkeit eines Überstaus ermittelt, erläuterte Planer Werner Stauber. Das ist dann der Fall, wenn Wasser aus dem Kanal austritt. Insbesondere seien Brennpunkte wie die Bahnhofsunterführung, Bauvereins- und die Wiesenstraße untersucht worden. Bei der Erstellung einer Prioritätenliste liefere der Zustand des Kanals aus baulicher und hydraulischer Sicht weitere Hinweise.

Viele Halterungen undicht


Der Untersuchungsbereich umfasste neben der Haupt- und der Peilsteiner Straße die Schönlinder Straße und die Straße Am Bräukeller, informierte Dipl.-Ing. (FH) Erwin Schall. Dabei seien über 2100 Meter befahren worden. Eine Dichtheitsprüfung fand zwar nicht statt, doch liege die Vermutung nahe, dass über 90 Prozent der Halterungen undicht seien. Für den Neubau der Kanäle würden rund 118 000 Euro, für eine Sanierung in offener Bauweise 66 000 Euro und in grabenloser Bauweise 442 000 Euro an Kosten entstehen. Die letzte Summe könne die Gemeinde auf mehrere Jahre verteilen, sollte das Projekt aber nicht auf die lange Bank schieben. Die Deckensanierung durch den Landkreis Amberg-Sulzbach ist für den Sommer 2017 geplant.

Für die Bebauung im Ort Neukirchen habe der Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung beschlossen, dem Gebiet In der Lohe Priorität einzuräumen, berichtete Bürgermeister Winfried Franz. Das Gebiet Raiffeisenstraße solle zurückgestellt werden, bis eine Entscheidung des potenziellen Investors zum Kauf vorliege. Auch das Baugebiet Am Seeanger wolle der Gemeinderat derzeit nicht weiter vorantreiben, strebe aber eine Änderung des Flächennutzungsplanes an.

Für den bereits rechtskräftigen Bebauungsplan "Holnsteiner Straße 3. Bauabschnitt (Hartenfelsblick)" werde mit allen betroffenen Grundstückseigentümern über deren Verkaufsbereitschaft gesprochen. Mit dem Hinweis auf eine Bauausschusssitzung ergänzte die Kämmerin Ingrid Plickert, dass die Verwaltung aus wirtschaftlichen Überlegungen darum ersuche, den Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplan bis auf weiteres zurückzustellen.

Im Hinblick auf eine mögliche Fusion der Wasserversorgungs-Zweckverbände Neukirchen und Röckenricht sei die Verwaltung beauftragt worden, Angebote von Planungsbüros für Dienstleistungen einzuholen. Dabei sei ein Angebot in Höhe von rund 22 600 Euro eingegangen, teilte die Kämmerin Ingrid Plickert mit. Neue Gespräche hätten aber ergeben, dass diese Kosten um die Hälfte gesenkt werden könnten.

Reitverbot im Gespräch


Unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes wurde die Frage angesprochen, ob auf Waldwegen ein generelles Reitverbot eingefordert werden solle.
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