Auf der Suche nach der Mais-Alternative
Bauer Rösel bald Landwirt des Jahres?

Leonhard Rösel aus Neukirchen hat Chancen auf den Titel "Landwirt des Jahres". Bild: Ledényi

Fünf Landwirte aus Bayern qualifizierten sich für den Ceres-Award, den bedeutendsten Preis für Landwirte im deutschen Sprachraum. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, gehört auch Leonhard Rösel aus Neukirchen zum Kreis der Nominierten. Vielleicht wird er am Dienstag, 18. Oktober, in Berlin sogar zum "Landwirt des Jahres" gekürt.

Bei ihm dreht sich alles um Biogas und Erneuerbare Energien. Er war es auch, der den Vater überzeugte, in Biogas zu investieren. Erstaunlich ist dies, weil der Betrieb im Nebenerwerb geführt wird. Von der Begeisterung des Sohnes für die erneuerbaren Energien hat er sich anstecken lassen. Deshalb wurde im Jahr 2006 eine Biogasanlage gebaut.

Techniker und Fachagrarwirt für Erneuerbare Energien


Nach seiner Ausbildung zum Techniker und zum Fachagrarwirt für Erneuerbare Energien hat es Leonhard Rösel nicht nur auf dem Hof gehalten. So ist er Energieberater am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Neumarkt in Teilzeit. Dadurch kann er Praxis und Beratung gut miteinander verbinden, heißt es weiter in der Information des Deutschen Landwirtschaftsverlages.

Besonders haben es ihm die Energiepflanzen angetan. So versucht er möglichst viel Mais durch andere Pflanzen zu ersetzen. Er hat auch den Anbau von Szarvasi, einem Ungarischen Energiegras, probiert. Daneben versucht er immer wieder neue Mischungen, um Vielfalt auf den Betrieb zu bekommen. Ständig testet er auch neue Energiepflanzen, damit weniger Mais angebaut werden muss. So lässt er maximal 30 Prozent Mais in der Fruchtfolge zu. Um diesen Mais legt er oft Blühstreifen an. Die Bevölkerung freut dies; und so manche Blühpflanze landete in der Wohnzimmer-Vase.

Wie aus der Pressemitteilung weiter zu erfahren war, bestellt er 60 Prozent seiner Fläche mit Getreide, neben Weizen werden die Sorten Triticale, Sommergerste, Roggen und Hafer angebaut. Auf rund 10 Prozent der Fläche wächst Kleegras oder Luzerne. Diese Vielfalt sehen auch ehemalige Berufskollegen positiv und haben Pachtflächen angeboten, weil man nicht an Biogasbetreiber verpachten wollte, die nur Mais für die Anlage anbauen.

Engagiert im Biogasfachverband


Der Gär-Rest aus der Trockenfermentation wird zusätzlich noch separiert. Hier sind Kommunen, Gartenbauvereine und private Gartenbesitzer gerngesehene Kunden und nutzen den Dünger als Kompost und Torf-Ersatz. Dem dynamischen Energielandwirt ist darüber hinaus die Öffentlichkeitsarbeit wichtig: Neben den Hinweisschildern auf den Felder an den Blühstreifen engagiert er sich im Biogasfachverband für ein besseres Image der Branche, resümiert die Medienstelle.
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