Evangelische Landjugend Neukirchen auf der Nordsee
Rasanter Ritt über graue Fluten

Die Matrosen aus der Oberpfalz legen Hand an beim Segelsetzen. Bild: hfz

Ein tragischer Unfall auf einem Segelschiff in den Niederlanden sorgte am Sonntag für Bestürzung. Auch eine Gruppe aus Neukirchen war vor wenigen Tagen auf dem Ijsselmeer und der Nordsee unterwegs. Sie brachte zum Glück nur gute Erinnerungen zurück in die Heimat.

Eine Woche lang erkundete eine 30-köpfige Gruppe der Evangelischen Landjugend Neukirchen (ELJ) von einem historischen Segelschiff aus das holländische Wattenmeer und die Nordseeinseln Texel, Vlieland und Terschelling. Bei bestem Segelwetter lernten die Jugendlichen viel über den harten Alltag auf traditionellen Großseglern. Thomas Matthalm und ein Betreuerteam begleiteten sie.

Im holländischen Städtchen Enkhuizen ging die Gruppe an Bord des 90 Jahre alten Stevenklippers Broedertrouw. Die Skipper Arno und Saskia führten sie ein. Mit etwas Motorunterstützung blieb der Hafen rasch zurück. Das erste Abendessen an Deck bereiteten die Jugendlichen - wie in den kommenden Tagen - selbst zu. Während der Mahlzeit passierte die Broedertrouw die Schleuse und segelte hinaus ins Wattenmeer. Die Nacht verbrachte die Gruppe, sanft von den Wogen durchgeschaukelt, schon mitten auf dem Meer.

Bereits um 5.30 Uhr weckte die Schiffsglocke die Besatzung zum Segelaufziehen. Erfrischt durch den kalten Wind, packten alle kräftig mit an. Unter Deck wartete dann ein seemannstypisches Frühstück mit warmem Porridge, Tee und Toast.

Bei frischem Wind erreichte der Zweimaster nach dem Mittagessen den Hafen von Vlieland. Auf Hollandrädern und Tandems unternahm die Gruppe eine Inselrundfahrt. Dabei gab es neben den schönen Fischerhäusern auch die mit Heidekraut und Ginster bedeckten Dünen zu bestaunen. Nach einem Abstecher auf eine besonders hohe Düne mit weitem Blick auf die wogende Nordsee gab es kein Halten mehr. Jubelnd stürzten sich die Jugendlichen durch den feinen Sand hinab an den breiten Strand und genossen die mannshohen Wellen. Anschließend wartete die einzige Eisdiele Vlielands.

In den nächsten Tagen erkundeten die Oberpfälzer in diesem Stil die Inseln Terschelling und Texel. Sie sammelten, putzten und verspeisten Herz- und Miesmuscheln in rauen Mengen. Auf weniger kulinarische Art näherten sie sich den unterschiedlichen Meeresbewohnern bei Watt- und Strandspaziergängen sowie beim Besuch einer Seehundkolonie und des Naturkundemuseums Ecomare auf Texel an.

Die beiden letzten Tage des Törns verlangten den jungen Seeleuten alles ab. Bei Windstärke 7 kugelte unter Deck alles durcheinander, was nicht niet- und nagelfest war. An Deck spritzte die Gischt der Wogen über den Bug. Beim Ritt über die grauen Fluten erreichte die Broedertrouw eine Geschwindigkeit von 9,9 Knoten - eine Menge für einen Stevenklipper.

Zurück in der Heimat, wurde sofort das Schiff für 2018 gebucht. Kommendes Jahr ist darüber hinaus eine Segelfreizeit für Männer ab 30 Jahren geplant. Infos gibt es im evangelischen Pfarramt Neukirchen.
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