Feuerwehren orientieren sich künftig bei Übungen an den jeweils vorhandenen Ausstattungen
Schulung an eigenen Geräten

Mehrere Ehrungen standen bei der Dienstversammlung in Neukirchen an. Im Bild zu sehen sind (von links) Kreisbrandrat Fredi Weiß, Georg Roßbacher, Hans Sperber, Herbert Vinzenz, Bürgermeister Hans Koch und Kreisbrandinspektor Peter Deiml. Bild: gf

Der Amtsbezirk von Kreisbrandinspektor Peter Deiml umfasst die Gemeinden Auerbach, Königstein, Edelsfeld, Etzelwang, Weigendorf, Ammerthal, Illschwang, Birgland, Neukirchen und Hirschbach. In diesem Inspektionsbereich 3 gehören rund 1800 Aktive den örtlichen Feuerwehren an. Ihre Belange wurden nun behandelt.

Bei der Dienstversammlung mit Kommandanten, deren Stellvertretern, den Vereinsvorsitzenden und Führungskräften der Feuerwehr im Neukirchner Hof in Neukirchen unterstrich Wolfgang Rattei, 2. Bürgermeister von Neukirchen, dass es Aufgabe der Kommunen sei, ihre Wehren bei den Gerätschaften auf dem neuesten technischen Stand zu halten. Die Feuerwehr Neukirchen erhalte demnächst ein neues Gerätehaus.

Auf jede einzelne Wehr


Kreisbrandmeister Christoph Strobl kündigte für die nächsten Monate schwerpunktmäßige Tagesschulungen zu technischen Hilfeleistungen für alle Landkreis-Wehren an, zugeschnitten auf die technische Ausstattung der jeweiligen Wehr. Jeweils 20 Teilnehmer können an drei Ausbildungstagen in ihrem Gerätehaus an den dort vorhandenen Geräten üben.

Vermittelt werden montags theoretische Grundlagen der technischen Hilfeleistung, die persönliche Schutzausrüstung sowie die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Am Mittwoch, so Strobl, werde der Umgang mit Druckkissen, Luftheber, Hydraulikwinde und Druckzylinder geübt, außerdem das Ziehen mit Greifzug und das Trennen mit Säbelsäge und Trennschleifer. An Samstagen stehe die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen auf dem Programm, vorrangig die patientenorientierte Rettung. Es gehe dabei um Sichtung der aktuellen Lage, Sicherung und Stabilisierung der Fahrzeuge und den Brandschutz. Verschiedene Rettungstechniken sollen vorgestellt werden, so der Kreisbrandmeister, bei denen das Fahrzeugdach komplett abgetrennt werden kann oder nur wie eine Fischdose geöffnet wird.

Nach dem bereits erfolgten Start des THL-Pilotlehrgangs bei der Feuerwehr Rosenberg, gehe es ab dem Frühjahr bei anderen Wehren weiter. Strobl kündigte auch Abendschulungen für Gerätewarte an, die von Kreisbrandmeister Jürgen Schloß (Rosenberg) organisiert werden. Weitere Einheiten sollen die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und Rettungsdienst verbessern.

Ohne Rettungssatz


Außerdem sei eine Einweisung zum Thema "Absturzsicherung" geplant, die Bedarfsermittlung übernehme Kreisbrandmeister Jürgen Ehrnsberger. Schließlich plane der Kreisfeuerwehrverband noch Abendschulungen zur technischen Hilfeleistung ohne Rettungssatz. Zur Schaumtrainerausbildung meinte Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl, dass ein Übungsgerät im Maßstab 1:10 zur Verfügung stehe, mit dem realistisch und vor allem umweltschonend und kostengünstig geübt werden könne. Die Theorie vermittle Grundlagen und Löschwirkung, zeige Grenzen von Löschschaum auf und behandle den Einsatz von Netzmitteln beim Innenangriff.

Nur Netzbelastung


Zum Digitalfunk meinte Kreisbrandmeister Roland Kolbeck, dass die Umstellung über zehn Jahre diskutiert worden sei. Vor einem Jahr habe die Polizei Digitalfunk eingeführt, seit knapp sechs Monaten auch die Feuerwehr, seit diesem Monat der Rettungsdienst. Kolbeck sprach einige Probleme mit Digitalfunk an, die in absehbarer Zeit zu beheben seien. Grundsätzlich sollten Geräte nicht unnötig eingeschaltet bleiben, da sie die Netzkapazität belasten würden.

Informationen zur Einsatznachbereitung vermittelte Kreisbrandmeister Helmut Braun. Er betonte, dass Einsatzberichte zeitnah abgeschlossen sein sollten. Zur psychosozialen Herausforderung im Feuerwehrdienst sagte Notfallseelsorger Peter Bublitz, er sehe seine Aufgabe als "Erste Hilfe für die Seele". Vielfach belaste das Geschehen selbst langjährig tätige Feuerwehrleute, vor allem, wenn ihnen Unfallopfer bekannt sind oder wenn Kleinkinder beteiligt seien. Als sehr schlimm würde es empfunden, wenn einfach nicht geholfen werden kann.

Kreisbrandinspektor Peter Deiml stellte neue Kommandanten und Vereinsspitzen seines Bereichs vor und erinnerte an zahlreiche Einsätze mit Unfällen, Fahrzeugbränden, Türöffnungen - und sogar eine Suche nach einer Schlange in Auerbach.

Neue Fahrzeuge


Im Juni sei auf der B 14 ein Autokran umgestürzt. Die Bergung habe die Wehren mehrere Stunden beschäftigt, ebenso wie kürzlich eine Frontalkollision auf der B 85 bei Mönlas. Die durch Brandmelder ausgelösten Alarme würden stetig zunehmen. Neue Fahrzeuge hätten die Wehren Neukirchen, Auerbach und Schwend erhalten.

Es hat wenig Sinn, die Einsatzkräfte mit Gerätschaften üben zu lassen, die ihnen vor Ort nicht zur Verfügung stehen. Daher finden künftige Schulungen an eigenen Fahrzeugen und eigenen Geräten.Kreisbrandmeister Christoph Strobl


Ehrennadeln und -kreuzeMit der Ehrennadel in Gold wurde bei der Feuerwehrdienstversammlung in Neukirchen der Bürgermeister der Marktgemeinde Königstein geehrt: Kreisbrandrat Fredi Weiß unterstrich, dass Hans Koch seit über 20 Jahren oberster Dienstherr für die Wehren Königstein, Gaißach, Namsreuth und Kürmreuth sei und stets ein offenes Ohr für deren Anliegen gehabt habe. Mit Anschaffungen im Wert von über einer halben Million Euro seien diese Feuerwehren auf dem neuesten Stand bei Ausrüstung und Technik.

Das Ehrenkreuz in Silber erhielten Georg Roßbacher , Herbert Vinzenz und Hans Sperber . Roßbacher sei seit über 40 Jahren aktives Mitglied in Zogenreuth, war dort ab 1985 zweiter und ab 1997 erster Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Er habe in dieser Zeit vielen Veranstaltungen der Wehr seinen Stempel aufgedrückt.

Unverzichtbar für die Feuerwehr Illschwang sei Herbert Vinzenz , der 1963 der Wehr Högen, sechs Jahre später der in Illschwang beigetreten sei. Verdienste habe er als Gruppenführer, Ausbilder und Schriftführer erworben, außerdem war er in den Gerätehausbau eingebunden.

Seit 2002 sei Vinzenz Vorsitzender des Feuerwehrvereins und bei Jubiläen leite er den Festausschuss.

Kommandant zweier Wehren sei Kreisbrandmeister Hans Sperber , so Fredi Weiß: in Achtel und bei der Werksfeuerwehr der Eckart-Werke.

Sperber gehöre seit 1980 der Feuerwehr Achtel an, war ab 1995 zweiter und ab 2001 erster Kommandant. Er ist seit fünf Jahren Kreisbrandmeister im Inspektionsbereich 3. Außerdem ist er Mitglied im Fachbereich "Gefahrgut" und seit einem Jahr auch Führer im "ABC-Einsatz".
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