In Mittelreinbach lädt die Glocke zu seltener Feier
Der einmalige Ruf des Turms

Vor dem Glockenturm steht der Altar mit den Geistlichen Konrad Schornbaum (links) und Roland Klein. Bild: fm

Die Glocken rufen - im Ort mit Kirche selbstverständlich. Doch das kleine Mittelreinbach (Gemeinde Neukirchen) hat keine und liegt zudem weitab vom Pfarrort Eschenfelden. Einen Ausweg fand man 1985 mit der Errichtung eines Turms, dessen einzige Glocke zu kirchlichen Gebetszeiten erklingt. Und einmal im Jahr wird gefeiert.

Mittelreinbach. Am Westrand des Orts ragt auf einer kleinen Anhöhe die hölzerne Konstruktion, in der die Glocke sichtbar aufgehängt ist. Davor hatte das Ehepaar Wolfgang und Katharina Lindner als Glockenbetreuer einen Altartisch aufgebaut und auf der Wiese mit Helfern statt der Kirchen-, profane Bierbänke aufgestellt. Standesgemäß lud die Glocke zum ökumenischen Gottesdienst ein, wobei der Klang vom gegenüberliegenden Wald als Echo zurückkam. Die Geistlichen Konrad Schornbaum für die evangelische und Roland Klein für die katholische Seite blickten über eine ansehnliche Schar von Gläubigen. Am Rand hatte sich der Posaunenchor Eschenfelden mit Leiter Dietrich Kurz postiert und begleitete die Gemeindelieder. Gebete und Lesung vom Paulusbrief führten zum Predigt-Zwiegespräch beider Pfarrer, aufgebaut auf das Evangelium vom Sehen und Hören.

Glocken tragen die Botschaft der Christen weit ins Land hinaus. Es gab sie aber erst um das Jahr 400. Sie wurden vermutlich von Bischof Paulinus im Dom zu Nola eingeführt. Der Klang als Gegenpol zum Alltag macht auf das Wichtige im Leben aufmerksam.

Nach dem Segen waren alle zum Glockenfest ins nahe Zelt eingeladen, das der Verein "Glockenturm Gemeinschaft" mit Vorsitzendem Kurt Stielper organisiert hatte. Jeder konnte sich bei gemütlicher Unterhaltung stärken. Ob und wie die beiden Geistlichen das Vereins-T-Shirt tragen werden, das ihnen Stielper überreichte, wird sich erst erweisen.
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