Landwirt Leonhard Rösel experimentiert mit verschiedenen Energiepflanzen
Blühendes Versuchsfeld

Zufrieden schaut der Land- und Energiewirt Leonhard Rösel auf sein Energiepflanzenfeld, wo er mit einer eigenen Saatmischung für bunte Vielfalt gesorgt hat. Bild: rtw

Ein Aha-Erlebnis erwartet Wanderer derzeit auf dem Weg vom Hartenfels in Richtung Föderricht. Auf einem elf Hektar großen Feld breitet sich eine bunte Mischung blühender Pflanzen aus, überragt von etlichen Sonnenblumen. Eine Info-Tafel erklärt, was es damit auf sich hat.

Sulzbach-Rosenberg/Neukirchen. Auf der Suche nach Alternativen zum Mais hat der Land- und Energiewirt Leonhard Rösel ein Experiment mit verschiedenen Energiepflanzen gestartet. Mit Arten wie Hirse oder Triticale probiert er heuer altbewährte Kulturen zur Energienutzung aus. Dazwischen stehen die für die Jahreszeit typische Sonnenblumen, die das Feld fürs Auge attraktiv machen.

"Es ist ein Baustein im Gesamtkonzept und bildet eine Auflockerung in der sonst intensiven Fruchtfolge", erklärt Rösel bei einem Rundgang auf der Fläche. 1200 Kilogramm Saatgut hat er darauf ausgebracht. Einen Teil davon stellt der als Energiepflanze wiederentdeckte Buchweizen. Er hat eine sehr kurze Vegetationsperiode und bildet schnell viel Masse. Seine gute Bodenbedeckung schützt vor Erosion durch Wasser und Wind. Zugleich benötige er nur wenig Dünger und keine Pflanzenschutzmittel.

"Den größten Nutzen hat der Buchweizen allerdings als Bienenweide, da er sehr viele Blüten bildet und lange blüht", fügt Rösel hinzu. Die Pflanze liefere einen Honigertrag von bis zu 500 Kilogramm je Hektar. Im Vergleich dazu erreiche Raps "nur" zwischen 40 und 200 Kilogramm. Zudem wurde mit der blau blühenden Phacelia - sinnigerweise heißt sie auch Bienenfreund - eine weitere Anflugstelle für die fleißigen Insekten gesät. Ein Imker hat das Potenzial erkannt und am Rand der Flächen elf Bienenvölker postiert.

Nach der Blüte im Herbst könne der Buchweizen für die Biogaserzeugung genutzt werden. Allerdings liege der Ertrag im Vergleich zu Mais bei nur knapp der Hälfte. "Bei diesen Vorteilen ist schnell klar, warum vor allem Imker und Jäger zu den Befürwortern dieser Art von Landbau mit biologischer Vielfalt gehören", fasst Rösel zusammen.

Beim Anbau dieser Mischung könne auf chemischen Pflanzenschutz ebenfalls verzichtet werden, da das schnelle Wachstum Unkraut unterdrückt. Aber auch hier sind die Erträge nur halb so groß wie beim Mais, dem Biogassubstrat Nummer Eins.

Die Sonnenblumen setzen übrigens eher optische Akzente: Zur Biogasnutzung sind sie weniger geeignet, da sie sich schwer konservieren und vergären lassen.
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